Karbach/Salverda/Burkhardsfelden l Gleich drei Radrennen fuhr das Genthiner Ausnahme-Talent Hannah Steffen (jetzt Velo Ladies Leipzig) kürzlich in nur einer Woche. Beim Rinn-Ideengarten-Rennen in Burkhardsfelden holte sie den Titel. Noch viel wichtiger als dieser Sieg, ist die Erkenntnis, dass es die 18-Jährige mit der nationalen und internationalen Frauen-Elite aufnehmen kann.

In Karbach stand ein Streckenrennen über sechs Runden auf der Tagesordung - insgesamt wurden 103,8 Kilometer abgespult. Als Starterin im Nachwuchstrikot der Bundesliga lautete die Zielsetzung für Steffen, dieses zu verteidigen, was ihr auch souverän gelang. Sie beendete das Rennen auf einem guten Platz zwölf.

Am ersten Sonnabend im Juni ging es in die Niederlande. Dort wartete ein sogenanntes UCI-Rennen (International ausgeschriebene Rennen) auf die junge Genthinerin. Unterm Strich kam sie auf Platz 21 ein. Das Niveau war extrem hoch. Mehrere Profi-Teams waren am Start. Es ging von Beginn an richtig zur Sache. Auf der 132 Kilometer langen Strecke wurden im Durchschnitt über 40 Stundenkilometer erreicht. Von Beginn an wurden Attacken gefahren, die gegen Rennende noch an Intensität zunahmen. Der Fahrradtacho pendelte sich während der Attacken zwischen 45 und 50 Stundenkilometer ein. Von den 130 gestarteten Frauen kamen nur 31 in die Wertung, der Rest wurde wegen Zeitüberschreitung nicht gewertet. Steffen behauptete sich dennoch.

42 Kilometer verteilt auf sechs Runden mussten in Burkhardsfelden (Nähe Frankfurt/Main) bewältigt werden. Das Starterfeld war im Vergleich zu Holland bescheiden. Nur 20 Frauen kämpften um den Sieg. Die meisten davon waren Steffen bekannt, weshalb sie über Schwächen und Stärken der einzelnen nationalen Spitzenfahrerinnen Bescheid wusste. Ihr Plan: An die sprintstarke Lydia Wegemund hängen und mit etwas Glück auf dem Podest landen. Es funktionierte: Ihre Kontrahentin verkalkulierte sich und konnte Steffen im Endspurt nicht mehr „einfangen“. Die erfolgreiche Genthinerin wurde Erste.