Niegripp/Genthin l Die vielen mitgereisten Fans der Genthiner wünschten sich sicherlich den ein oder anderen Schuss in ihrem heißen Getränk, um die zweite Halbzeit des JL-Derbys besser verkraften zu können. Was genau René Sandmann seinen Spielern in den Pausentee geschüttet hatte, blieb vorerst sein Geheimnis. Was auch immer es war, es sorgte dafür, dass die SG Blau-Weiß binnen sechs Minuten jegliche Hoffnung auf ein spannendes Derby zunichte machte.

Die jeweils zweiten Treffer von Bastian Schlüter und Andre Wittpahl sorgten für eine komfortable 4:1-Führung der Niegripper, die sich in einen regelrechten Rausch spielten. Die Borussia hingegen war nach den schnellen Gegentreffern in der 48. und 52. Minute völlig von der Rolle. Als dann auch noch Christian Kemper beim Versuch eine Ecke zu klären, ins eigene Netz traf, war das Debakel für die Gäste perfekt (65.). Marco Westhauses Treffer zum 6:1-Endstand nach 75 Minuten spielte da bereits keine Rolle mehr.

Bastian Schlüter dreht auf

Dabei sah es für den FSV vor der Pause noch danach aus, als könnten sie den Hausherren doch ein Schnippchen schlagen. Zumindest hätte der Treffer zum 1:2-Anschluss durch Thomas Züllich fünf Minuten vor der Halbzeitpause ebenso gut eine Signalwirkung für die Borussen haben können. Doch da war dieser Bastian Schlüter, der nach seiner frühen Auswechslung gegen den SSV Besiegdas nach 33 Minuten in der Vorwoche „die richtige Antwort gegeben hat“, wie Sandmann bemerkte. Und so machte der rechte Flügelspieler aus Niegripp nach seinem ersten Treffer zum 2:0 aus 18 Metern kurz nach Wiederbeginn eben auch den Treffer zum 3:1. „Das schnelle Gegentor so früh nach Wiederbeginn war unser Genickbruch“, gab auch FSV-Trainer Tobias Wolf zu.

Dabei konnte man seiner Elf gar nicht so viele Vorwürfe machen, Genthin versuchte den Gastgebern Paroli zu bieten. Doch die Niegripper waren „läuferisch, kämpferich und spielerisch einfach besser.“ Nur beim Gegentor sah die Defensivabteilung­ der SG nicht ganz glücklich aus. „Da haben wir einen Fehler gemacht und die Borussia hat die Qualität, so etwas zu bestrafen. Aber ansonsten muss ich meiner Mannschaft ein Riesenkompliment machen. Sie haben sich an das taktische Konzept gehalten und nach dem 3:1 hatten wir einen Lauf“, so Sandmann, der mit Fabian Mlynek und Matthias Lindenblatt zwei defensive Mittelfeldspieler aufbot.
Tobias Wolf dagegen blieb nur der Blick nach vorn: „Wir müssen die Partie ganz schnell abhaken und versuchen, in der kommenden Woche gegen Neuenhofe zu punkten.“

Das Erfolgsgeheimnis in der Kabine der SG Blau-Weiß löste Trainer Sandmann dann aber doch noch: „Alle waren voll fokussiert, es herrschte absolute Stille.“

Niegripp: Klein – Plünnecke, Zeuch, Schäfer, Pantenburg, Lindenblatt (71. Hoppe), Mlynek, M. Schlüter, Wittpahl, B. Schlüter (82. Gerber), Westhause (80. Weirich)

Genthin: Lenz – Ka. Riehn, Bräse, Harendt, Reinshagen, Kemper, Zander, K. Wolf, Züllich, Barske (59. Strumpf), Gronwald (71. Hinze)

Tore: 1:0 Andre Wittpahl (20.), 2:0 Bastian Schlüter (29.), 2:1 Thomas Züllich (40.), 3:1 Bastian Schlüter (48.), 4:1 Andre Wittpahl (51.), 5:1 Christian Kemper (ET 65.), 6:1 Marco Westhause (75.); SR: Steve Weise (Hohenwarthe), Conny Seidler, Detlef Mittelstädt; ZS: 119