Die Nordliga-Handballerrinnen des SV Eiche 05 Biederitz haben am Sonntag vor 80 begeisterten Zuschauern die SG Fortschritt Burg in einem denkwürdigen Duell mit 23:21 (7:14) bezwungen.

Biederitz (ihe/bjr) l Es waren 26 Minuten gespielt, als auf der Anzeigetafel ein 5:14 aufleuchtete, was in dieser Form von beiden Seiten nicht zu erwarten war. "Dass es heute schwer werden würde, war klar. Aber derart...", meinte der Biederitzer Coach Matthias Altrock. Was seine Schützlinge vor allem im Angriff über weite Strecken des ersten Durchgangs boten, erschien katastrophal. Anders die Gäste aus Burg, welche die Fehler des SVE konsequent und abgeklärt in Tore ummünzten. Besonders Franziska Horn glänzte mit Übersicht, ob aus dem Feld heraus oder vom Siebenmeterpunkt, von dem sie allein achtmal sicher verwandelte. Aber auch die Burger Hintermannschaft mit einer starken Manja Hünecke zwischen den Pfosten war Garant für eine verdiente 14:7-Pausenführung, da Janina Lange (Strafwurf) und Kati Schneider noch Ergebniskosmetik betrieben.

Auch nach Wiederbeginn hatte der Sieben-Tore-Vorsprung (16:9) zunächst Bestand. Der SV Eiche verkürzte durch Strafwürfe von Liesa Götze sowie Franca Richter zum 12:16 (41.). Nach erneutem Doppelpack von Götze und einem Rückraumtor durch Lange betrug der Rückstand nur noch zwei Treffer (15:17, 44.). Das 18:16 durch Jennifer Strotmann glichen wiederum Richter und Franziska Swoboda vom Kreis zum 18:18 (48.) aus. Der SG Fortschritt merkte man zusehends konditionelle Probleme an, die durch zumindest fragwürdige Doppelbestrafungen (Siebenmeter und Zeitstrafe) noch immens verschärft wurden. Nachdem Franziska Schöneberg nach einer Dreiviertelstunde bereits durch drei Zeitstrafen zum Zuschauen verurteilt war, folgte ihr Juliane Bornstein nur fünf Minuten später. So musste Torfrau Hünecke auf Außen als Feldspielerin einspringen.

Die Biederitzerinnen indes waren nicht mehr zu stoppen. Das 19:18 durch Nina Bublitz erhöhte Janina Lange zum 20:18 (51.). Als wiederum Lange zum 23:20 traf (58.), war das hart umkämpfte Derby mit 13 Zeitstrafen entschieden. Franziska Horn stellte mit dem 23:21 den Endstand in einer denkwürdigen Partie her.

"Ich kann meiner Mannschaft keine Vorwürfe machen. Dass wir die Leistung der ersten 30 starken Minuten nicht noch einmal wiederholen konnte, war mir klar. Am Ende war die personell besser besetzte Bank der Gastgeber ausschlaggebend", analysierte die Burger Trainerin Marion Wöhe gefasst. "In Durchgang zwei haben wir uns in einen wahren Rausch vor tollem Publikum gespielt", meinte dagegen der Biederitzer Coach Matthias Altrock, der an diesem Tag oft ungewohnt laute Töne wählte. Offenbar mit Erfolg.

Während die Biederitzerinnen nun in der Endabrechnung mindestens Bronze sicher haben, rutschten die Burger Damen noch auf Rang fünf. Eine endgültige Klärung steht aber noch aus. Beispielsweise stehen die Fragen im Raum, ob der frisch gekürte Meister TuS Magdeburg-Neustadt sein Aufstiegsrecht wahrnimmt und wie das direkte Duell SV Eiche/HSV Haldensleben III (2:0-Punkte-Wertung, 0:0-Tore) in die Abschlusstabelle einfließt.

Eiche Biederitz: Tuchen - Lange (7/3), Swoboda (1), Schneider (2), Bublitz (5/2), Götze (5/3), Bock, Richter (2), Schauer, Charnowski (1), Hübener, Schieke

Fortschritt Burg: Hünecke, Ernst - Schöneberg, A. Horn (2), F. Horn (14/8), Strotmann (4), Bornstein (1), Freber, Prößel