Halberstadt l Das war heftig: Zwei Spieltage vor Ende der Hinrunde hat Germania Halberstadt die bisher höchste Saisonniederlage kassiert. Beim FC Viktoria 1889 Berlin hieß es am Ende 0:4 (0:1). Damit ist auch klar: Das Duell Vater Jörg Goslar (Trainer der Berliner) gegen Sohn Marcel (Spieler und Co-Trainer beim VfB) entschied der Papa für sich.

Vier Gegentreffer hatten die Vorharzer in dieser Spielserie zwar schon einmal kassiert (gegen den Chemnitzer FC), da gelangen aber noch selbst zwei Tore. Dass es so deutlich werden würde, war anfangs nicht absehbar, denn der Gast fand gut ins Spiel. Stephane Dieupeugbeu, der von Beginn an das Vertrauen genoss, versuchte es aus etwa zwölf Meter Torentfernung. Der Abpraller gelangte vor die Füße von Hendrik Hofgärtner, der jedoch scheiterte.

Viktoria Berlin macht das Tor

„Eigentlich musst du da in Führung gehen“, trauerte VfB-Coach Maximilian Dentz dieser Möglichkeit etwas hinterher. Danach hatte die Viktoria ihrerseits eine top Möglichkeit zum 1:0. Mit einer bemerkenswerten Fußabwehr gegen den Bundesliga erfahrenen Jürgen Gjasula hielt Keeper Fabian Guderitz aber vorerst noch die „Null“. Viktorias Neuzugang, erst vor einem Monat in Lichterfelde vorgestellt, leitete dann die Führung der Hauptstädter ein. Timur Gayret schob wenige Minuten vor der Pause nach Doppelpass zum 1:0 ein.

Nach der Pause war den Halberstädtern die fehlende Frische in den Beinen und im Kopf anzumerken. Die Englische Woche hatte ihre Spuren hinterlassen. Ganz anders Berlin, dass eine Woche zur Regeneration hatte. Fußballerisch lief das Team nun auf Hochtouren. Gjasula erhöhte zehn Minuten nach dem Kabinengang nach schönem Zusammenspiel auf 2:0. Auch die Viktoria-Treffer Nummer drei und vier waren keine Zufallsprodukte, sondern herausgespielte Treffer. Beim vierten Gegentor durch Marco Schikora wirkte die Germania-Defensive allerdings nur noch wie ein Statist.

Strafstoß gehalten

Als es noch heftiger hätte kommen können zeigte Torwart Guderitz ein zweites Mal seine Klasse. Er parierte einen Foulstrafstoß von Gjasula.

Halberstadts Trainer Max Dentz erkannte die Stärke des Gastgebers voll an. „Hinten raus war das hoch verdient. In der zweiten Halbzeit konnten wir der Viktoria nichts entgegensetzen. Die Hauptstädter haben guten Fußball gespielt. Das war letztlich auch ausschlaggebend, denn da sie den Ball immer rotieren ließen, musste mein Team viel laufen – und dazu fehlte einfach die Kraft.“ Nach zwei freien Tagen trifft sich der VfB am morgigen Dienstag wieder zum Training.

Viktoria Berlin: Flauder - Schikora, Menz, Kapp, Hoffmann, Yilmaz, Junge-Abiol, Gjasula, Gayret (84. Maiwald), Scharkowski, Yilmaz (77. Hass);

VfB Germania Halberstadt: Guderitz - Heynke, Surek (46. Jäpel), Schulze, Blume, Pepic, Boltze, Schmitt, Goslar (84. Korsch), Hofgärtner (66. Messing), Dieupeugbeu;

Torfolge: 1:0 Timur Gayret (39.), 2:0 Jurgen Gjasula (55.), 3:0 Batikan Yilmaz (61.), 4:0 Marco Schikora (70.); Schiedsrichter: Henry Müller (Cottbus); Zuschauer: 307.