Halberstadt l Beim unangefochtenen Spitzenreiter der Regionalliga Nordost, FC Energie Cottbus, hat der VfB Germania Halberstadt mit 1:3 verloren. Zunächst deutete sich eine Replik des 0:5 vom Hinspiel an, dann war sogar mehr drin für die Gäste...

Gleiche Startelf wie gegen Altglienicke

VfB-Trainer Andreas Petersen schenkte der gleichen Startelf das Vertrauen, die Anfang des Monats die VSG Altglienicke mit 2:0 besiegt hatte. Jedoch traten die Gäste in der Startphase mit zu viel Respekt vor dem „übermächtigen“ Gegner auf. Schon nach drei Minuten hieß es 1:0, weil die Cottbuser zielgerichteter agierten und Halberstadt eine krasse Unsicherheit demonstrierte.

Außenverteidiger Tino Schulze ging zu behäbig zum Ball, gleichzeitig stürmte ihm Keeper Fabian Guderitz zur Hilfe. Frei nach dem Motto „Nimm Du ihn, ich habe ihn sicher!“ traten beide Germanen am Spielgrät vorbei, Streli Mamba, schon zweifacher Torschütze im Hinspiel, war der Nutznießer.

Andreas Petersen wurmte diese Szene: „Unser Matchplan war frühzeitig über den Haufen geworfen. Damit haben wir den Gegner ins Spiel gebracht.“ Die „Schuldfrage“ wolle er im Training noch einmal hinterfragen. „Tino hatte alle Zeit der Welt, den Ball anzunehmen. Er kann ihn ins Seitenaus schlagen. Ich weiß allerdings nicht, wie die Kommunikation zwischen beiden war: Vielleicht hat Fabian von hinten gerufen, dass er das Leder hat.“

In jedem Fall machte sich ein ungutes Gefühl breit: Genau so etwas sollte nicht passieren. „Ich hatte Angst, dass wir wieder eine Packung kassieren.“ Dieses Gefühl wurde noch intensiver, als Fabio Viteritti nach 23 Minuten den zweiten Treffer nachlegte. Auch Viteritti hatte mit seinen zwei Treffern im Hinspiel zum Kantersieg maßgeblich beigetragen.

Gelb-Rote Karte für Lachheb

Eine Kopie des Hinspiels also? – Nein. Trotz eines weiteren Tiefschlags nach etwa einer halben Stunde, als Abwehrchef Adli Lachheb mit Gelb-Rot vom Platz musste. „Ein völlig unberechtigter Platzverweis“, ärgerte sich der VfB-Coach. „Das erste Foul war nie und nimmer Gelb. Ich habe dafür kein Verständnis!“

Bis zur Pause ordnete sich der VfB Germania. In der Halbzeit fielen dann Wörter wie „Ehre“ und „Anstand“. Und tatsächlich, die Gäste kehrten selbstbewusster zurück, trotz Unterzahl standen sie ihren Mann und fanden nun sogar mehrfach den Weg in den gegnerischen Strafraum. Die Germania war dem Anschluss nah, das unterstrich unter anderem der Distanzversuch von Hendrik Hofgärtner, den Keeper Kevin Rauhut mit allem was er hatte noch abwehrte.

Halberstadt verdient sich Respekt

Das Raunen der Zuschauer galt aber nicht nur dieser Szene, denn der VfB verdiente sich immer mehr Respekt. Der Tabellenführer schaffte es mit einem Mann mehr nicht, an die Überlegenheit der ersten Halbzeit anzuknüpfen. Das 3:0 fiel dennoch, zehn Minuten vor Schluss durch Mamba. Die Entscheidung. Halberstadt belohnte seine enorme Laufleistung trotzdem: Florian Beil verkürzte mit seinem achten Saisontreffer auf 1:3 (84.).

„Kompliment“, verneigte sich Trainer Andreas Petersen für die Leistung seiner Elf in Durchgang zwei, „so manch anderes Team wäre hier unter diesen Bedingungen beim Tabellenführer noch richtig unter die Räder gekommen“.

VfB Germania Halberstadt: Guderitz - Messing (34. Eggert), Blume, Lachheb, Schulze, Boltze, Baumgärtner, Oschmann (68. Pepic), Franjic (68. Jurcher), Twardzik, Beil;

Torfolge: 1:0 Streli Mamba (3.), 2:0 Fabio Viteritti (23.), 3:0 Streli Mamba (80.), 3:1 Florian Beil (84.); Gelb-Rot: Adli Lachheb (31./wiederholtes Foulspiel); Schiedsrichter: Eugen Ostrin (Eisenach); Zuschauer: 3.623.