Thale l Sommersonne, ein tolles Stadion und zwei sympathische Harzer Fußballteams, die in der zurückliegenden Saison über weite strecken sehr erfolgreichen Fußball gezeigt haben: Die Voraussetzungen für ein unterhaltsames Finale um den Landrat-Pokal waren  am Freitag optimal.

Chancen 50:50

Im Thalenser Sportpark standen sich vor mehr als 800 Zuschauern der Landesklasse-Fünfte der abgelaufenen Spielserie 2016/17, der SV Langenstein, sowie der -Zweite, der Quedlinburger SV, gegenüber. Auch aufgrund der besseren Platzierung und des individuell stärker bestückten Kaders gingen die Quedlinburger um Trainer Uwe Schwierske leicht favorisiert ins Rennen. Nach einem 0:4 vor eigenem Publikum und dem 1:1 in Quedlinburg während der Saison, sah Bodo Krenz, Trainer des SVL, die Chancen bei 50:50. Dass es am Ende nicht ganz klappte, stimmte den gewohnt coolen Übungsleiter nicht missmutig. „Wir haben 55 Punkte geholt, standen im Pokalfinale, bei dem die zahlreichen Zuschauer für eine megageile Stimmung sorgten – viel mehr kann man sich nicht wünschen!“

Die „Gäste“ bestimmten die erste halbe Stunde. Michael Albrecht und Michel Kunath hatten jeweils gute Möglichkeiten zum Führungstreffer. In der 26. Minute war es dann verdientermaßen soweit. Langenstein hatte den gegnerischen Angriff eigentlich geklärt, als Kunath wieder an den Ball kam und technisch gut sowie mit Köpfchen das Leder über Keeper Daniel Robinson legte. SVL-Kapitän Max Eichstaedt haderte mit der Entstehung des 0:1: „Es war eigentlich Einwurf für uns, der Schiedsrichter sah es anders. Die Quedlinburger nutzten die Umschaltsituation überragend aus.“

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Danach hatte Franz Hentschel eine weitere gute Chance für den QSV (38.). Seine Passivität und Zurückhaltung legte der SVL erst wenige Minuten vor dem Pausenpfiff ab. Nach einem Standard legte Sebastian Kischel per Kopf auf Philipp Brüser. Dessen Kopfball fischte Keeper Martin Werner mit einer Glanztat weg. In der 45. Minute rutschte Kischel nur knapp an einer Hereingabe vorbei. Es wurde gleichzeitig intensiver. Die Kapitäne Sebastian Stosch und Max Eichstaedt holten sich kurz nacheinander die ersten Gelben Karten dieses Duells ab. Für Stosch (QSV) gab es kurz vor Spielende dann noch Gelb-Rot.

Beste Stimmung der Fanlager

Bis dato sorgten bei 25 Grad beide Fanlager für beste Stimmung. Wenngleich der Quedlinburger Anhang mit einer ausgeklügelten Choreografie diese „Wertung“ für sich entschied.

Die Körpersprache direkt nach dem Wiederanpfiff sprach für Langenstein. Die Krenz-Elf war heiß, wollte zeigen, dass diese Begegnung lange noch nicht entschieden war. Das 1:1 kam also nicht überraschend. Nach einem Foul an Max Staat übernahm Max Borchert vom Punkt Verantwortung und verwandelte ganz sicher (53.). Die Drangphase der Langensteiner beendete der zweite Treffer der Quedlinburger abrupt. Nur drei Minuten nach dem Ausgleich drückte der aufgerückte Erik Schmidt im Nachsetzen die Kugel über die Linie.

Langenstein war spürbar angeschlagen, berappelte sich im weiteren Verlauf. In den QSV-Strafraum kam der SVL aber weiterhin so gut wie gar nicht. Immer öfter versuchte es der SVL jetzt aus der zweiten Reihe, einige Male zu unmotiviert oder unvorbereitet. Nach einem weiteren Standard sorgte Innenverteidiger Marcus Brenner für den K.o. der „Gastgeber“. Torwart Robinson hatte bei dessen Kopfball keine Zeit zum Reagieren (82.). Langenstein gab sich nicht auf, wehrte sich mit Mann und Maus. Die Versuche wirkten aber weiterhin etwas zu kopflos und überhastet.

Max Eichstaedt fasste zusammen: „Schon vor der Pause hatten wir gute Chancen, das 1:1 zu machen, nach dem Wiederanpfiff war der Ausgleich absolut verdient. Ein erneuter individueller Fehler brachte das 1:2. Dann wurde es hektisch, es ging hin und her. Für die Zuschauer war das gut. In der Phase war auch das 2:2 möglich. Der QSV ist ein Stück weit mutiger aufgetreten, hat weniger Fehler gemacht. Das müssen wir zur neuen Saison abstellen: den Gegner mit krassen Fehlern zu Toren einladen. Gelingt uns das, spielen wir wieder im Pokal – dann mit einem hoffentlich besseren Ausgang – und in der Liga eine gute Rolle.“

Der Kreisfachverband-Vorsitzende Detlef Rutzen sprach anschließend von einem würdigen Finale. „Schöner hätte unsere Jubiläumssaison – zehn Jahre KFV Harz – nicht zu Ende gehen können. Danke an den Ausrichter SV Stahl Thale und danke an die Schiedsrichter, die immer unseren geliebten Sport mit möglich machen.“

Eine tolle Atmosphäre

Landrat Martin Skiebe, gebürtiger Quedlinburger, kam zur Halbzeit, wollte beim Finale unbedingt dabei sein. „Das war Werbung für den Fußball. Solche Ereignisse sollten wir nutzen, um zu zeigen, was wir zu leisten imstande sind. Ich erachte es für wichtig für unsere junge Generation, dass sie sich daran ein Vorbild nimmt. Der Stadt Thale bin ich für die Organisation dankbar: Es war eine tolle Atmosphäre.“

Schiedsrichter: Carsten Gacksch, Dirk Reider, Roland Hiersemann, Udo Nemann; Zuschauer: 817.