Halberstadt l Schon am Sonnabendabend durfte der HT ein erstes Mal jubeln, als durchsickerte, dass der größte Konkurrent im Kampf um die Meisterschaft sein Spiel verloren hatte. Die HSG Wolfen unterlag unerwartet (deutlich) beim HSV Zerbst. Damit benötigen die Domstädter aus den verbleibenden zwei Partien nur einen Sieg und können so womöglich einem finalen „Showdown“ beim HV Wernigerode aus dem Weg gehen.

HT-Trainer Denis Schmid ging entsprechend richtig gut gelaunt in die Begegnung. „Das war nicht zu erwarten, dass Wolfen dort verliert. Tatsächlich hatte ich noch mit einer Niederlage der Wolfener geliebäugelt, aber sicher nicht in Zerbst. Wir nehmen das gern so hin.“ Für sein Team heißt das gleichzeitig, dass es ab sofort nicht mehr ins Stolpern geraten darf. „Wir wollen und werden uns voll auf uns konzentrieren, wollen davon profitieren“, so der 39-Jährige.

Viele Chancen bleiben liegen

Die Gastgeber kamen am Sonntag gut in das Spiel, führten durch Treffer von Marcel Lerich und Markus Czaja mit 2:0 und 4:1. Jedoch setzte sich fort, was zuletzt schon erkennbar war: Im Abschluss lässt Halberstadt zu viele Chancen liegen, wenngleich es spielerisch immer ordentlich ist. Einige freie Bälle wurden nicht genutzt. Der HT führte zwar, hielt damit den Gegner aber jederzeit in der Partie. Beim 9:7 setzte Schmid entsprechend die grüne Karte (21.). Auch beim 14:11 zur Pause lag der HT vorne, aber noch lange nicht entscheidend.

Auch in der zweiten Halbzeit machte Erdeborn nicht den Eindruck, sich abschütteln lassen zu wollen. Beim 15:14 (35.) kam der Gast empfindlich nah. In diesen kniffligen Phasen waren es dieses Mal die Routiniers, die voran marschierten und Verantwortung übernahmen. Björn Ahlsleben und Marco Eulenstein zeigten, dass sie über viel Erfahrung verfügen. „Vor allem Björn hatte einen richtig guten Tag erwischt“, so Denis Schmid.

21 Gegentore sprechen für sich

Die Abwehrleistung stimmte wie schon in den Vorwochen. Steven Friedrich und der Innenblock vor ihm waren ebenfalls zu loben, nur 21 Gegentore sprechen für sich. Auf der anderen Seite waren die 26 Treffer ausbaufähig. Letztlich hatte der HT aber einen nächsten wichtigen Baustein auf dem Weg zum Titel gesetzt.

Weiter geht es am 5. Mai. Wieder vor eigenem Publikum hat es Halberstadt gegen Landsberg dann selbst in der Hand, die Meisterschaft zur geplanten Saisonabschlussfeier klar zu machen. „Ein wenig Druck verspürt man schon“, so Schmid, „der wäre aber höher gewesen, wären wir mit Wolfen weiter punktgleich. Wir nehmen Landsberg sehr ernst, zumal es eine kleine Rechnung aus dem Hinspiel zu begleichen gilt“.

Statistik

HT 1861 Halberstadt: Friedrich, Runkel - Hamann (1), Huber (3), Linke (1), Greiff, Lerich (3), Stecker, Ahlsleben (6), Liebscher (1), Dieterich (2), Eulenstein (3/2), Blenke (3), Czaja (3);

Strafwürfe: HT 2/2, BSV 6/5;

Zeitstrafen: HT 2, BSV 1