Halbersatdt l Mit einem tollen Erfolg hat sich Konstantin Rust für die Mühen der letzten Jahre belohnt. Der Leichtathlet vom VfB Germania Halberstadt sprintete bei den Deutschen Meisterschaften der U23 in Heilbronn über die 110 m Hürden zum Titel.

Deutscher Meister-Titel ist einzigartig

Seit fast zehn Jahren gehen Steffen Fricke und sein Schwager Konstantin Rust gemeinsame Wege, mit allen Höhen und Tiefen die ihnen im privaten als auch sportlichem Leben begegneten. Deutscher Meister in einer olympischen Sportart – das ist auch für die Abteilung Leichtathletik des VfB Germania Halberstadt einzigartig.

Nach dem Goldlauf war die Freude überwältigend und die Telefone und Social Media liefen heiß. Ein Livestream im Internet ließ Freunde, Fans und Sportbegeisterte mitfiebern. Konstantin selbst konnte es kaum glauben, am Ziel seiner Träume angekommen, einmal der beste Deutsche zu sein. Trainer und Athlet lagen sich nach dem Lauf mehrere Minuten in den Armen und waren emotional berührt. Die anstehenden 460 Kiloneter Heimweg vergingen wie im Fluge, zu Hause wurde der Erfolg mit Freunden und Familie gefeiert.

Starker Gegenwind

Der Lauf, den Konstantin mit Bestleistung gewann, war nicht selbstverständlich. Trotz strahlendem Sonnenschein herrschte starker Gegenwind, der dem Halberstädter nicht in die Karten spielte, da er der leichteste Athlet im Feld war. Die beiden Favoriten waren international startende Zehnkämpfer. Einer der beiden hatte 2017 den Weltrekord in der U20 aufgestellt.

Dennoch lief Konstantin Rust mit viel Druck zur Hürde und souverän zum Titel. Auf Bahn sechs laufend, ließ er die Vorlaufschnellsten in einer Zeit von 14,30 Sekunden hinter sich. Auf den Medaillenrängen folgten Niklas Ransiek (Bayer Leverkusen) in 14,47 s und Niklas Kaul (USC Mainz) in 14,55 s.

Weltcup in London

Angetan von der physischen Verfassung seines Schützlings, bekam Trainer Steffen Fricke zum späten Abend einen Anruf vom Bundestrainer, mit der Bitte, Konstantin Rust für den anstehenden Weltcup in London vorzubereiten. Der Halberstädter wird als Ersatzmann ins Nationalteam berufen und muss sich für eine mögliche Nachreise bereithalten.

„Wir bedanken uns auf diesem Weg für die Anteilnahme und die Emotionen bei Freunden, Familie und Fans. Einziger Wermutstropfen ist die alleinige Versorgung ohne Sponsoren, die bis jetzt noch nicht gefunden wurden. Wie Konstantin in Zukunft den Sport und das Polizeistudium vereinbaren kann, steht noch nicht fest. Ohne Unterstützung von Sponsoren wird dieses Niveau schwer zu halten sein“, hofft Trainer Steffen Fricke auf mögliche Unterstützung seines talentierten Schützlings.