Viertes Edelmetall für Hasselfelder

Die beiden Medaillen von Danilo Riethmüller waren bereits Nummer drei und vier in der Geschichte der Hasselfelder Skisportler bei Weltmeisterschaften. Kerstin Moring gewann 1990 bei den Biathlon-Weltmeisterschaften die Bronzemedaille in der Staffel. Der heutige Vereinschef Peter Anders lief 1977 bei den Junioren-Weltmeisterschaften ebenfalls in der Staffel auf den Silberrang.

Hasselfelde l Biathlet Danilo Riethmüller, der das Abc des Skilanglaufs beim SV Hasselfelde erlernte, gewann am Sonntag in Lenzerheide in der Schweiz den Titel in der Verfolgung. Zuvor hatte er bereits Silber in der Staffel gewonnen.

Über eine Woche hinweg wetteiferten 500 Athleten aus 43 Nationen im schweizerischen Lenzerheide um die Weltmeistertitel im Jugend- und Juniorenbereich. Aus Harzer Sicht war der für den WSV Clausthal-Zellerfeld startende Hasselfelder Danilo Riethmüller nach seinen Ergebnissen IBU-Cup ein heißer Medaillenkandidat – und diese Hoffnungen erfüllte er voll und ganz.

Zum Auftakt leistete sich Danilo Riethmüller im Einzel über 15 Kilometer vier Schießfehler, die jeweils eine Strafminute zur Folge hatte. Mit guter Laufleistung sprang noch ein guter 14. Platz heraus.

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Riethmüller holt Staffel-Silber

Es folgten die Staffelwettbewerbe, die sich aus deutscher Sicht zu einer wahren Aufholjagd entwickelten. Der frisch gebackene Einzel-Weltmeister Max Barchewitz aus Oberhof erwischte läuferisch einen rabenschwarzen Tag und übergab trotz fehlerfreier Schießeinlagen auf Rang 18. Tim Grotian und Julian Holland liefen mit tadellosen Schieß- und Laufleistungen auf Platz vier vor. Als Schlussläufer bekam es Danilo Riethmüller mit den gewohnt starken Franzosen und Norwegern zu tun. Mit gutem Material spielte der Harzer seine Stärke in der Lopie aus und lief das Deutsche Staffelquartett noch auf den umjubelten Silberrang.

Dem Ruhetag folgte der Sprint über 10 Kilometer. Hier leistete sich der Hasselfelder lediglich einen Fehler und erzielte im 107 Teilnehmer starken Starterfeld einen starken siebten Platz. Sehr wichtig war der Rückstand von 48 Sekunden zur Spitze, denn genau mit diesem Abstand ging es tags darauf zum Abschluss der Junioren-Weltmeisterschaften in den Verfolgungsettkampf.

Entsprechend motiviert ging Danilo Riethmüller an den Start. „Ihm war anzumerken, dass er heute ein besonderes Ziel hatte“, berichtet Vater Thomas, der live in Lenzerheide dabei war. Bereits nach dem zweiten Schießen hatte er die Spitze vor Augen und war in unmittelbarer Schlagweite.

Mit Energie zur Spitze aufgeschlossen

Nach einem Rückschlag im ersten stehenden Anschlag, bei dem er zwei Scheiben stehen ließ und entsprechend viele Strafrunden drehen musste, investierte Danilo Riethmüller auf der Strecke unheimlich viel Energie, um den Anschluss wieder herszustellen. Beim abschließenden Stehendschießen kam es zum Showdown. Mit schnellem Schießen wurde die Konkurenz unter Druck gesetzt. Der Norweger Joergen Brendengen Krogsaetter schoss zwei Fehler, der Russe Said Karimulla Khalili musste eine Strafrunde laufen. Der Norweger Fredrik Bucher-Johannessen, der Slowene Alex Cisar und Danilo Riethmüller blieben fehlerfrei und liefen zusammen mit dem Weißrussen Dzmitry Lazouski, der als Führender einmal in die Strafrunde musste, im Zeitabstand von nur 3,7 Sekunden auf die letzte 2,5-km-Runde.

Riethmüller nutzt Chance

„Als ich zusammen mit dem Slowenen am Norweger und Weißrussen vorbei gegangen bin war mit klar, dass ich eine große Chance auf den Weltmeistertitel hatte“, schildert Danilo Riethmüller die letzte Runde. „Ich wusste, dass ich einen guten Ski hatte und bin bei der Abfahrt in Führung gegengen. Von hinten habe ich den Russen kommen sehen, aber der Vorsprung war groß genug. Sechs Zehntelsekunden Vorsprung klingt zwar etwas gefährlich, aber auf der Zielgeraden war der Sieg in trockenen Tüchern“, erinnert sich der Hasselfelder an die letzten Meter.

Der Russe Said Karimulla Khalili folgte mit 0,6 Sekunden auf dem Silberrang, Alex Cisar stieg mit 1,2 Sekunden Rückstand als Bronzegewinner auf das Siegerpodest. „Bei der Siegerehrung kamen dann schon große Emotionen auf, ich bin ziemlich nah am Wasser gebaut. Es hat so zwei, drei Tage gedauert, ehe so langsam das Gefühl über diesen Erfolg kommt. Um alles so richtig zu realisieren, das dauert sicher noch eine Weile“, berichtet der Junioren-Weltmeister.

Gefreut hat er sich über die vielen Glückwünsche, vor allem aus seiner Heimat. „Aus Hasselfelde und Clausthal-Zellerfeld gab es viele Nachrichten“, freut sich der 20-Jährige. Zu Ehren des Junioren-Weltmeisters gab es am gestrigen Freitag einen Empfang im Elbingeröder Rathaus, näheres dazu ist im Lokalteil auf der Seite 18 zu lesen. Mit dabei waren auch seine beiden ersten Trainer im Skiverein Hasselfelde, die mächtig stolz auf den Erfolg ihres Schützlings waren (siehe Rubrik Stimmen).

Wie es jetzt genau weitergeht, weiß er noch nicht. „Das entscheiden die Trainer nach dem IBU-Cup in Martell. Obwohl ich kein Freund von Versprechen bin, weil es gerade im Sport immer anders kommen kann: Die Olympischen Spiele in Peking wären schon eine tolle Sache“, so Riethmüller.