Bebertal l Beim großen Preis der Niederlande gingen über 60 Teilnehmer aus zehn Nationen, darunter Rumänien, Italien, Frankreich und sogar Usbekistan an den Start. Matthias Schlitte, der Ende Januar bei den Deutschen Meisterschaften bereits Gold und gleichzeitig die Qualifikation für die EM holen konnte, ging diesmal im Limit bis 75kg an den Start.

Prestige-Duell zum Auftakt

In der niederländischen Stadt Emmeloord, gut eine Stunde östlich von Amsterdam, wurde es für den Mann aus der Börde ernst. Bereits in der ersten Runde traf Schlitte auf seinen Kollegen Phillip Stahlofen aus dem deutschen Nationalteam. Stahlhofen gehört zu den besten Armwrestlern Europas und holte 2012 in Brasilien sogar WM-Gold, einer der ersten Gratulanten war damals Schlitte. Schließlich waren beide Sportler gemeinsam in Südamerika unterwegs und sind abseits des Tisches befreundet. So kam es nun erstmalig zum Kampf der Freunde: Nach dem Startsignal konnte Stahlhofen den Bebertaler blitzschnell in die Defensive zwingen, doch Schlitte konterte und konnte mit einem Kraftakt das Prestige-Duell noch für sich entscheiden.

In den nächsten Runden besiegte Schlitte die Konkurrenten, nahm aber auch eine Niederlage hin. Für den Einzug ins Finale musste er sich mit dem italienischen Champion Samuel Daberto messen. Diesmal erwischte der deutsche Meister allerdings einen perfekten Start und ließ dem südeuropäischen Kraftpaket keine Chance. Der Bebertaler stand somit mit einer Niederlage belastet im Endkampf. Für Gold galt es nun den Schweizer Champion Manuel Ingold gleich zweimal zu besiegen.

Entscheidung im letzten Kampf

Nach zähem Ringen um die bessere Ausgangsposition machte Schlitte nach dem Startsignal kurzen Prozess und gewann. Somit musste nun der nächste Kampf der beiden Sportler über Gold und Silber entscheiden. Im letzten Gefecht ging es diesmal wieder um Zehntelsekunden. Nach einem erneuten Blitzstart setzte sich diesmal der Eidgenosse durch und für Matthias Schlitte blieb nur die Silbermedaille.

Schlitte zieht Bilanz

„Ich habe mich tierisch geärgert, irgendwie war ich nicht richtig da und habe den Start verschlafen. Das wurde natürlich durch den pfeilschnellen Manuel Ingold sofort bestraft. Er hat verdient geworden, nach ein paar Minuten konnte ich mich aber auch schon über Silber freuen. Auch wenn der Tag nicht perfekt lief und ich irgendwie von der Tagesform nicht voll da war, bin ich mit den Kämpfen zufrieden“, bilanzierte der Hellboy den ersten internationalen Wettkampf des Jahres.

Als nächstes geht es für den Weltranglisten-Vierten Ende März wieder um Edelmetall. Dann kämpft Schlitte beim traditionellen Senec Hand in der Slowakai wieder im angestammten Gewichtslimit. Neben dem Training für das osteuropäische Spitzenturnier steht Schlitte vor einer ganz besonderen Herausforderung.

Internationaler Wettkampf in Magdeburg

Für den 11. Mai organisiert er gemeinsam mit Pierre Staufenbiel aus Neuenhofe ein Turnier. Erstmals findet ein internationaler Armwrestling-Wettkampf in Magdeburg statt. Neben den professionellen Gewichtsklassen gibt es auch ein besonderes Highlight „Beim Grand Prix von Sachsen-Anhalt bieten wir auch zwei Anfängerklassen bis und über 85kg jeweils mit dem linken und rechten Arm an. Dem Sieger winkt neben einer riesigen Trophäe auch eine Wild Card – das Startrecht für das internationale Over the Top-Turnier am 19. Oktober in Wolfsburg. Ich hoffe wir finden dann noch ein paar Talente, die irgendwann meine Nachfolge antreten können“, meint Schlitte mit einem Augenzwinkern.

Für den Grand Prix von Sachsen-Anhalt werden Sportler aus ganz Deutschland und den Nachbarländern erwartet. „Wir wollen das Turnier live im Internet übertragen und die Sportler mit tollen Trophäen prämieren. Hierfür suchen wir noch Unternehmen, welche uns hierbei unterstützen wollen. Natürlich sind auch Zuschauer herzlich willkommen und es gibt die Möglichkeit sich selbst mal an den Wettkampftisch zu stellen“, so Schlitte zur Nachwuchsfahndung.