Groß Santersleben l  Immerhin hat der 31-Jährige in seiner Laufbahn schon diverse Stationen hinter sich und war bis zur Verbandsliga hoch aktiv. Von Ungefähr kommt das Interesse am Fußball-Sport von Steven Hahn nicht. „Ich komme aus einer Familie, in der Fußball einen hohen Stellenwert hat“, sagt er. „Das hat sich wohl auf mich übertragen. Ich liebe diesen Sport seitdem ich denken kann.“ So ist es kaum verwunderlich, dass er schon in frühester Kindheit begonnen hat, dem runden Leder nachzujagen. „Meine Kindheit habe ich mit meiner Familie in Gutenswegen verbracht. Dort habe ich meistens mit den älteren Kindern aus dem Dorf gekickt.“ Doch das war längst nicht alles: „An Spieltagen des SV Gutenswegen/Klein Ammensleben war ich meist der Erste am Treffpunkt. Dort wurde ich dann immer gefragt, ob ich denn meiner Mutti Bescheid gesagt hätte.“

Kindheit in Gutenswegen

Natürlich bestand Hahns Kindheit dabei nicht nur aus Fußball, wie er verrät: „Viel Zeit habe ich auch mit meinen Freunden verbracht und ja, das eine oder andere Mal haben wir auch Mist gebaut. Auf der anderen Seite bin ich auch oftmals mit meiner Großmutter zum Seniorennachmittag gegangen. Dort wurde zumeist Rommé gespielt. Dafür wurde ich oft belächelt. Doch leider gab es auch in meiner Kinder- und Jugendzeit schon zu viele Mädchen und Jungs, die mehr Zeit vor der Konsole als an der frischen Luft verbracht haben“, so der Santos-Kicker, der noch zwei Halbgeschwister hat.

In Summe war es nur eine Frage der Zeit, bis Hahn somit auch den Weg in den heimischen Sportverein fand. „Meine Eltern hielten mich zunächst immer mit den Worten ‚du bist noch zu klein‘ hin, doch im Jahr 1996 war es dann doch soweit. Im Alter von sechs Jahren wurde ich endlich Mitglied des SV Groß Ammensleben.“ Dort begann seine fußballerische Laufbahn unter der Leitung von Trainer Brohmann gleich bei den E-Junioren, da es keine jüngere Mannschaft gab. „Da ich für die E-Jugend nicht groß genug war, haben mir die Trikots nie wirklich gepasst. Sie waren für mich also zu groß, die Trikotnummer auf dem Rücken war nicht so recht zu erkennen.“

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Fauxpas bei einem Spiel

Darüber hinaus kann sich der 31-Jährige noch an etwas Besonderes erinnern: „Meine Familie hatte zu den Spielen einen elektronischen Ball mit einem Alarm ‚Tor, Tor, Tor‘ dabei. In einer Partie umspielte ich schließlich den Torwart und lief in der Folge auf das leere Gehäuse zu. Im Hintergrund habe ich die Signale des Balls bereits gehört und es dennoch geschafft, das Spielgerät an den Pfosten des leeren Tors zu schießen – kein Treffer.“

Neben dem Fußball hat Steven Hahn in der Jugendzeit aber auch noch eine andere Sportart probiert. „Ich habe mich im Tischtennis versucht“, verrät er. Ganz unerfolgreich war er dabei auch nicht: „Ich holte bei den Kreismeisterschaften einst dritte Plätze im Einzel sowie Doppel.“ Das blieb auch Dr. Lutz Bögelsack nicht unbemerkt. Er wollte den jungen Hahn nach Wolmirstedt lotsen und weiter fördern. „Ich lehnte dankend ab“, sagt Hahn. „Fußball stand für mich schon immer an erster Stelle. Doch wenn es die Zeit zulässt, spiele ich auch heute noch gern eine Partie Tischtennis.“

Familien-Vater, Fußballer und Sport-Vorstand

Als Familienvater dürfte dies aber nicht allzu oft vorkommen. Bereits im Alter von 16 Jahren lernte er Alexandra kennen. Seitdem gehen die beiden gemeinsam durchs Leben und haben vor acht Jahren geheiratet. Heute lebt das Paar zusammen mit Tochter Pippa und Hund Amira in Klein Ammensleben. „Hier haben wir vor fünf Jahren eine Doppelhaushälfte mit für uns ausreichendem Grundstück gekauft. Das Haus haben wir dann kernsaniert und nach unseren Vorstellungen neugestaltet.“

Verbandsliga-Spieler beim HSC

Sportlich hat der 31-Jährige es bis in die Verbandsliga geschafft und war dort über mehrere Jahre mit dem Haldensleber SC aktiv. So recht festlegen konnte er sich in seiner Laufbahn aber auf keinen Verein. Immerhin trug er auch das Trikot des SV Irxleben 1919, Oscherslebener SC sowie TuS 1860 Magdeburg-Neustadt. Auch beim SV Groß Santersleben war Hahn bereits in der Saison 2015/2016 aktiv, bevor er vor einem Jahr zu „Santos“ zurückkehrte und nun in der Bördeoberliga seine fußballerische Heimat gefunden hat. „Wir stehen mit einem Spiel weniger im Mittelfeld und sind im Pokal noch vertreten“, sagt er über die aktuelle Situation seiner Mannschaft.

„Zufrieden bin ich damit aber nicht, da wir bis hierhin vier Punkte unnötig haben liegen lassen. Doch haben wir im Sommer auch einen Umbruch eingeleitet und brauchen einfach noch etwas Zeit. Denn für mich ist es sehr wichtig, dass wir guten Fußball spielen.“ Dazu zeichnet sein Team der Zusammenhalt aus. „Dieser ist großartig“, findet Hahn, der hauptsächlich im zentralen Mittelfeld zu finden ist. „Da fühle ich mich wohl, ob auf der Sechs, Acht oder Zehn ist mir dann aber letztlich egal.“

Weniger gern sieht sich der 31-Jährige auf der Außenbahn. „Wenn der Trainer aber meint, ich helfe der Mannschaft dort, dann ist das auch okay.“ Im Moment aber spielt Hahn, wie alle anderen Freizeitkicker, gar nicht. Corona hat den Sportbetrieb seit Ende Oktober ein zweites Mal binnen der letzten zehn Monate lahmgelegt. „Ob das richtig oder falsch ist, möchte ich nicht kommentieren. Es wurde so entschieden und wir alle müssen damit zurechtkommen. Das Wichtigste ist im Moment die Gesundheit aller Menschen.“

Neben seiner aktiven Laufbahn in der Bördeoberliga mit dem SV Groß Santersleben engagiert sich Hahn auch darüber hinaus im Verein. Mit seinem Wechsel wurde er zum sportlichen Leiter und ist nun Vorstand Sport. Als solcher hat er auch an der letzten Videokonferenz des Kreisfachverbands (KFV) Börde teilgenommen und könnte sich mit einer Idee, wie diese durch Corona unterbrochene Saison 2020/2021 zu Ende geführt werden könnte, anfreunden: „Die Hinrunde soll beendet und die Liga dann in zwei Gruppen geteilt werden, in denen Auf- und Absteiger ermittelt werden.“ Doch ob und wie es letztlich kommt, weiß gegenwärtig niemand. „Eine Entscheidung kann und wird erst mit einem möglichen Re-Start fallen“, schätzt Hahn ein.

Entwicklung des Vereins vorantreiben

In seiner Funktion möchte der frühere Verbandsliga-Kicker die Entwicklung des gesamten Vereins vorantreiben, legt seinen Schwerpunkt aber natürlich auf die Abteilung Fußball. „Hier denke ich, dass wir in meinem ersten Jahr bereits einen Schritt nach vorne gemacht haben. Daher ist es angesichts der außergewöhnlichen Lage nun wichtig, mit Geduld und Ruhe weiterzuarbeiten.“

Abseits des Fußballs ist Hahn als kaufmännischer Angestellter beruflich tätig. „In meiner Freizeit zählen das Hören von deutscher Schlager-Musik sowie das Kochen zu meinen Hobbys“, verrät er. Stellt sich die Frage, wie der 31-Jährige Arbeit, Fußball und Familie miteinander vereinbaren kann. Die Antwort darauf heißt: „Ich möchte mich an dieser Stelle zuerst einmal bei meiner Familie bedanken, denn ohne sie wäre es nicht so möglich. Meine Frau arbeitet in Schichten und auch manchmal am Wochenende. Da sind dann Oma und Opa an Trainings- und Spieltagen gerne für unsere Tochter da. Mein besonderer Dank gilt aber meiner Frau Alexandra, die es akzeptiert und mich immer unterstützt, so oft es geht, auch bei den Spielen vor Ort ist.“