Thalheim/Haldensleben l Bedient war Haldenslebens Trainer Marco Wagner nach der 0:1-Niederlage seiner Mannschaft beim bis dato Tabellenschlusslicht der Verbandsliga, Rot-Weiß Thalheim. Die Gäste ließen in diesem Spiel alle Tugenden vermissen und verloren unnötig.

In der Vorwoche, gegen Westerhausen schlug sich der HSC durch drei Standard-Gegentreffer quasi selbst. Doch in Thalheim muss man ganz klar von einer nicht unverdienten Niederlage sprechen.

Erste Halbzeit ohne Tore

Im ersten Durchgang versuchte der HSC noch, die Vorgaben des Trainer umzusetzen, und spielte phasenweise recht ansehnlichen Fußball. Beide Mannschaften hatten von Beginn an zu tun, mit dem stürmischen Wetter zurecht zu kommen. In dem zerfahrenen Spiel dauerte es knapp 20 Minuten bis zur ersten Strafraumszene. Doch aus dem Gewühl heraus schafften es weder Hasse noch Krüger, den Ball über die Linie zu drücken.

Augenscheinlich übernahm der HSC immer mehr das Spielgeschehen, aber klare Torabschlüsse blieben Mangelware. Die gut herausgespielten Flanken von Sacher (22. Minute) und Müller (25.) verpufften im Zentrum, da jeweils kein Abnehmer zur Stelle war. Positiv bis dahin war, dass die Gastgeber auch kein Mittel gegen die HSC-Defensive fanden. Doch das sollte sich ändern. Wie aus dem Nichts bekam Thalheim binnen sechs Minuten gleich zwei dicke Möglichkeiten.

Unholzer (31.) und Römling (37.) kamen im Strafraum völlig frei zum Schuss und jagten das Spielgerät über den Querbalken. Der HSC spielte bis zum gegnerischen Strafraum gefällig, doch zeigte sich vor dem Tor ideenlos. Die klareren Chancen waren auf Seite der Gastgeber. So ging es folgerichtig mit einem 0:0 in die Kabinen.

Thalheim bestraft HSC-Nachlässigkeit

Nach dem Seitenwechsel zunächst das gleiche Bild, doch der HSC sollte sich dem schwachen Spiel noch mehr anpassen und bekam im zweiten Durchgang kaum noch Zugriff. Wenig intensiv geführte Zweikämpfe, Ballverluste und ideenloses Offensivspiel rückten den HSC in ein anderes Licht. Somit ließ Wagners Mannschaft so ziemlich alles vermissen, was eigentlich auf der Tagesordnung stand. Die ebenfalls harmlosen Gastgeber hatten Mitte der zweiten Halbzeit aber gewisse Prozente mehr Willen und sollten den HSC bestrafen. Erst kam Brunner zum Schuss, den Switala aber parieren konnte, doch das Leder bekam Römling (70.) vor die Füße serviert und er hatte wenig Mühe, zum 1:0 zu treffen.

Dies war die Quittung für ein schwaches Auftreten des HSC, dem nun die Zeit davonlief. Gegen die wohl beste Chance zum Ausgleich hatte Schiedsrichter Müller etwas einzuwenden. In der 76. Minute kamen Hasse und Sacher im Strafraum zu Fall, doch beide Male blieb der Elfmeterpfiff aus. In der Schlussviertelstunde bekam es der HSC nicht hin, sich gegen die drohende Niederlage zu stemmen und bis auf einige Standard-Situationen, die allesamt verpufften, fiel den „Blau-Gelben“ nichts mehr ein.

So stand die zweite Niederlage in Folge zu Buche und dem Trainergespann Wagner/Kobert bleibt nun Zeit, die Situation zu analysieren, denn am Wochenende hat der HSC in der Verbandsliga spielfrei, bevor es in der darauffolgenden Woche zum Spitzenreiter nach Amsdorf geht.

Enttäuschung beim HSC ist groß

Marco Wagner in seinem Resümee: „Ich bin maßlos enttäuscht über das Auftreten meiner Mannschaft. Besonders im zweiten Durchgang ließen meine Jungs alles vermissen, was ich fordere. Zu wenig Gegenwehr und kaum Spiel gegen den Ball stellen mir die Fragen: Wieso? Weshalb? Warum? Wir haben jetzt Zeit, dies zu analysieren, und werden definitiv der Mannschaft wieder ein anderes Gesicht verpassen. Mit Amsdorf, Zorbau und Arnstedt warten noch dicke Brocken im Ligaalltag auf uns, bevor dann das Halbfinale im Landespokal ansteht. Bis dahin werden wir alles daransetzen, die guten Tugenden der Hinrunde wieder herzustellen, denn, dass wir es besser können, weiß jeder einzelne im Team.“

Statistik

SG Rot-Weiß Thalheim: Giovanni Datemasch, Kevin Oertel, Luca Tim Krüger, Philipp Anton, Christoph Römling, Marcel Trojandt, Daniel Bernhardt, Tom Unholzer (84. Alexander Koch), Erik Bader, Dennis Brunner (90. Robert Deidok), Christian Grunert

Haldensleber SC: Florian Switala, Niclas Müller, Willy Duda, Marius Wille, Kevin Zimmermann, Sergio Cristovao (83. Floralb Daxha), Marvin Mäde, Felix Kaschlaw, Benjamin Sacher (83. Philipp Krause), Lucas Krüger, René Hasse

Schiedsrichter: Maximilian Peter Müller (Gatersleben)

Zuschauer: 50

Tore: 1:0 Christoph Römling (70.)