Bebertal l  Jeder trägt seinen Teil zum Vereinsleben bei, ob auf dem Trainingsplatz, im Vorstand oder bei FuPa. Das gilt auch für Lisa Bischoff. Bereits im Alter von zehn Jahren hat die heute 26-Jährige ihre Liebe zum Fußball-Sport entdeckt. „Damals bin ich immer mit zu den Spielen meiner Cousins oder Onkels gefahren und habe am Spielfeldrand mitgefiebert“, berichtet die in Haldensleben geborene und in Bebertal aufgewachsene junge Frau. „So ist das halt, wenn man in einer Fußballfamilie mit den Hanstein-Brüdern aufwächst. Seither bestimmt Fußball mein Leben.“

Im Teenager-Alter zum Fußball gekommen

Im Teenager-Alter hat sie dann auch selbst mit dem Kicken begonnen. „Das war im Jahr 2008. Damals wurde die Frauenfußball-Mannschaft in Bebertal, damals noch unter dem Namen „Aktivist“, gegründet und ich dachte mir ‚Jetzt oder nie‘.“ So hat die damals 14-Jährige die Chance beim Schopfe gepackt und es probiert. Doch leider war sie erst mit 15 Jahren für den Spielbetrieb der Frauen zur Teilnahme berechtigt. „So habe ich einige Partien bei den C-Junioren der Eintracht Nordgermersleben mit den Jungs gespielt, doch das war für ein pubertierendes Mädchen dann doch nicht das Richtige.“

Ihr erster Trainer war Jens Reuter, der später durch Maik Berufka abgelöst wurde. „Beide konnten nicht unterschiedlicher sein, haben aber auf ihre Art und Weise jeweils sehr viel für den Frauenfußball in Bebertal getan“, so Bischoff. Ebenso gut kann sie sich an die ersten Gehversuche mit den Frauen erinnern: „Die ersten Trainingsspiele haben wir gegen die damaligen E-Junioren bestritten. Da kamen sogar 30 Zuschauer, um uns zu bestaunen, da es zuvor noch keine Frauen in Bebertal gab, die Fußball gespielt haben. An einem unserer Volksfeste, ich glaube das war 2009, marschierten auch einmal um die 100 Menschen mit Fangesängen von der Veltheimsburg zum Sportplatz, um uns bei unseren Spielen anzufeuern. Das beeindruckte auch unseren damaligen Gegner aus Heyrothsberge.“

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Trikot der Nummer 10 getragen

Über viele Spielzeiten hinweg trug Bischoff das Trikot mit der Nummer zehn, war demnach auch im zentralen Mittelfeld zuhause. „In meiner letzten Zeit spielte ich dann fast immer Libero, also ‚letzte Frau‘, doch im Mittelfeld habe ich mich am wohlsten gefühlt.“ Im Gegensatz dazu konnte sie mit dem Spiel in der Offensive wenig anfangen. „Natürlich war ich immer Feuer und Flamme, auch einmal ein Tor zu schießen, jedoch hat mich der Einsatz im Angriff immer sehr unter Druck gesetzt, sodass dies nicht meine erfolgreichsten Partien waren. Einmal musste ich für eine Viertelstunde im Tor stehen, das waren auch schreckliche Minuten für mich, doch immerhin habe ich keinen Gegentreffer kassiert“, berichtet die junge Frau.

In Summe kam Lisa Bischoff auf zehn Spielzeiten im Trikot des Bebertaler SV. „Für mich war Fußball zu diesem Zeitpunkt alles, egal ob nach einer Partynacht oder bei schlechtem Wetter: Fußball am Sonntag war Programm. Ich war selten verletzt und die einzigen Spiele, die ich verpasst habe, waren die, wo ich mal im Urlaub im Ausland war, selbst dann aber per Liveticker am Strand informiert wurde“.

Digitale Kommunikation vorangebracht

Seit dem Jahr 2009 spielte aber nicht nur die aktive Laufbahn im Fußball-Sport eine große Rolle im Leben der 26-Jährigen. „Seither bin ich auch beinahe jedes Wochenende bei den Spielen der Herren.“ So war ihr Weg in den Vereinsvorstand, dem sie seit 2016 angehört, schnell geebnet. „Ich war damals sowas wie eine Mannschaftsvertreterin der Frauenmannschaft und dann wurde ich in einer Mitgliederversammlung als Vorstandsmitglied vorgeschlagen. Da dachte ich mir dann ‚warum eigentlich nicht?‘. Gerade im Bereich mit den neuen Kommunikationsmedien wie Facebook und Instagram konnte ich viele neue Einflüsse mit einbringen.“

Mit anderen Worten: Lisa Bischoff wollte ihren Beitrag zum Vereinsleben leisten. „Der Zusammenhalt und die Wandlung in den letzten Jahren zeichnen unseren Verein aus. Jeder, der im Klub engagiert ist, brennt für den BSV und auch für unser Dorf. Viele bringen so viel ihrer Freizeit mit ein und das ganz ehrenamtlich ohne irgendwelche Vergünstigungen dafür zu haben. Umso schöner ist es, wenn die Arbeit Früchte trägt“, sagt sie. Ihre Aufgaben im Vorstand liegen dabei „hauptsächlich in der Medien- sowie Kommunikationsarbeit, sprich Erstellen von Flyern, Leitung der Facebook- sowie Instagram-Seiten, Werbung, Planen und Durchführen verschiedener Veranstaltungen, Spielberichte schreiben und noch vielem mehr.“

Dazu gehört auch die Pflege der Vereinsdaten auf der Online-Plattform „FuPa“. Seit 2016 ist sie „FuPanerin“, wie die Helfer dort genannt werden. „An FuPa reizte mich auf Anhieb der Liveticker, so können Menschen, die aus verschiedenen Gründen nicht am Sportplatz sein können, direkt erfahren, was passiert. Aber auch ein Format zu haben, auf dem man viele statistische Werte auf Anhieb ablesen kann, finde ich sehr vorteilhaft“, sagt Bischoff über das Portal im Internet. Bis heute betreibt sie den FuPa-Liveticker für die Herrenmannschaft und auch zum Teil für die Frauen, schreibt Spielberichte und pflegt ganz allgemein die Seite der Frauenmannschaft mit Bildern und Daten. „FuPa ist relativ einfach“, findet die 26-Jährige.

Im Moment ist ihr Engagement aufgrund der allgemeinen Situation natürlich eingeschränkt: „Es ist für alle Beteiligten eine schwierige Lage. Ich denke, der Amateursport ist wichtig für Jung und Alt als Ausgleich zum stressigen Alltag. Gerade für viele Kinder und Jugendliche stellt der Amateursport eine wichtige Basis dar, umso glücklicher sind wir als Verein, dass den Jugendmannschaften die Rückkehr in den Trainingsbetrieb unter strengen Hygienevorschriften ermöglicht wurde. Dennoch bin ich auch der Meinung, dass die Gesundheit aller Beteiligten an erster Stelle stehen sollte und geschützt werden muss. Insofern sind die strengen Maßnahmen auf jeden Fall nachvollziehbar auch wenn mir persönlich der Gang zum Sportplatz sehr fehlt.“

Wie die laufende Fußball-Saison zu Ende gehen wird, vermag die FuPanerin aber noch nicht einzuschätzen. „Ich hoffe nur, dass sich die Lage etwas beruhigt und wir ab dem Frühjahr wieder in den Spielbetrieb zurückkehren können, gerade da unsere ersten Herren im Moment so gut da steht in der Tabelle.“ Auch die Planungen für das Vereinsjubiläum, welches im kommenden Jahr ansteht, liegen zunächst auf Eis.

Herz schlägt für Mönchenglaadbach

Beruflich ist die Lisa Bischoff Verwaltungsbeamtin, was die Vereinbarkeit von Arbeit und Fußball nicht immer einfach macht: „Es ist manchmal eher schwierig. Bei einer 40-Stunden-Woche bleiben nur die Treffen nach der Arbeit. Aber am Wochenende ist alles daraufhin geplant, dass ab 14 Uhr Fußballzeit ist. Für meine Leidenschaft nehme ich mir die Zeit gern.“ Das ist aber noch nicht alles. Denn wenn der Bebertaler Sportplatz ruht, schlägt das Herz der 26-Jährigen grün-weiß-schwarz. „Geprägt durch meine Familie bin ich leidenschaftlicher Fan vom VfL Borussia Mönchengladbach. „Jahrelang sind wir über das Osterfest ins Stadion gefahren und sind heute noch regelmäßig dort. Manchmal auch mit einem Reisebus und da kommen dann auch gerne die Fans der anderen Vereine mit. Samstag nach den Spielen des BSV wird dann natürlich direkt Bundesliga geschaut.“

Wenn dann doch mal kein Fußball läuft, ist Bischoff viel in der Natur zu finden. „Hier bin ich mit meinen Hunden unterwegs.“