Rogätz l Ein gewaltiger Umbruch nach der abgebrochenen Saison 2019/2020 sollte eine neue Ära einläuten. Dazu war den Verantwortlichen um Cheftrainer René Henicke bewusst, dass zuerst einmal eine sehr lehrreiche Zeit vor der extrem jungen, ersten Mannschaft der Concordia aus Rogätz liegen würde.

Schon beim Trainingsauftakt im Sommer freute sich die gesamte Mannschaft auf die neue Saison. Neben den zahlreichen „Neuzugängen“ aus der A-Jugend wurde auch das Trainer-Team wieder komplettiert. Nach dem lange angekündigten Rückzug von Co-Trainer Daniel Kolberg konnten die Verantwortlichen des SV Concordia mit dem Rogätzer Urgestein Christoph Braumann den geeigneten Nachfolger finden. So startete die junge und motivierte Mannschaft in eine sehr erfolgreiche Vorbereitung. Nach einem 0:3 zum Auftakt gegen Tangerhütte folgten fünf Siege, drei davon gegen höherklassige Gegner. Leider erlitten mit Tim Böhm und Sebastian Werner zwei erfahrene Stammkräfte im letzten Test schwere Verletzungen und fielen bis zur Aussetzung des Spielbetriebs aus. Ein Verlust, deren Schwere erst später sichtbar wurde.

Zwei 2:2-Unentschieden zum Auftakt

Die ersten beiden Saisonspiele endeten jeweils 2:2-Unentschieden zu Hause gegen Nordgermersleben und Schackensleben. Zweimal ungeschlagen, aber auch sieglos fühlte sich weder wie der sprichwörtliche Fisch, noch wie das gegenteilige Fleisch an. Beim ersten Auswärtsspiel kam es dann aber noch deutlich schlimmer für die Schwarz-Weißen. Mit 1:7 gingen die Gäste bei der SG Ausleben/OSC II unter und zahlten reichlich Lehrgeld. Im kommenden Heimspiel gegen Angern zeigten die Rogätzer dann wieder eine deutliche Leistungssteigerung, doch arg ersatzgeschwächt mussten sie sich letztendlich mit 2:3 geschlagen geben. Das zweite Gastspiel endete mit dem 0:3 in Harbke ähnlich ernüchternd wie das vorherige.

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Nun stand die Pokalrunde gegen die höherklassigen Santersleber an. Dort zeigte der SVC wieder seine „Heimseite“ und kämpfte sich in einem verrückten Spiel auf dem Kapellenberg in die Verlängerung, wo sich der Gast erst in der 120. Minute das Weiterkommen sicherte. Selbstvertrauen konnte aber erneut nicht getankt werden, und so ging auch das kommende Ligaheimspiel gegen Klein Wanzleben knapp mit 1:2 verloren. Nachdem Velsdorf in der folgenden Woche coronabedingt nicht antreten durfte, wurde die Hinserie vor dem nächsten Wochenende unterbrochen. So stehen auf dem Papier der Mannschaft von Henicke, Braumann und Torwarttrainer Marcel Kleine nach sechs absolvierten Kreisligaspielen magere zwei Punkte auf der Habenseite.

Trainingsbeteiligung und Stimmung

Diese Statistik liest sich allerdings negativer, als die Situation sich darstellt. Gerne hätten die Concorden die weiteren Vorrundenspiele absolviert und das Punkte-Konto aufgebessert. Die Trainingsbeteiligung war bis zum Schluss hoch und die Stimmung in der Mannschaft in dieser lehrreichen Zeit auch positiv. Verbesserungspotential hat das junge Team allerdings noch, wenn es darum geht die maximal mögliche Trainingsintensität zu erreichen, sich das dort geübte anzueignen und die taktischen Vorgaben der Trainer im Spiel umzusetzen.

Einsatzzeiten für den Nachwuchs

Doch die etablierten Kräfte wie Kapitän Fabian Zausig, Torhüter Philipp Kleine oder die „Oldies“ im Team Alexander Dziubiel und Marcus Römer bilden mit weiteren Säulen wie Markus Lolies, Pascal Griesecke und Michel Kirschnick ein funktionierendes Gebilde, welches noch reichlich Entwicklungspotenzial aufweist. Nachwuchsspieler wie Matthes Steffen, Yannick Rosien, Clemens Müller und Moritz Schlüter konnten bereits beachtliche Einsatzzeiten im Männerbereich verbuchen.

Im Laufe der Hinrunde stießen mit Jonas Ladebeck und Moritz Kuhfuß zwei externe Spieler hinzu, welche sich ebenfalls bestens integriert haben. Wenn der Spielbetrieb im Frühjahr wieder aufgenommen werden sollte, können hoffentlich auch die genesenen Sebastian Werner und Tim Böhm mit ihrer Erfahrung weitere Sicherheit in das Team bringen. Zudem freut sich der SV Concordia auch auf Julius Hunold, welcher dann volljährig sein wird und endlich auch in Pflichtspielen sein Können unter Beweis stellen darf. Neben den genannten Spielern haben aber auch alle weiteren Teammitglieder ihren Anteil an der positiven Entwicklung beigetragen.

Nun hoffen die Kicker vom Kapellenberg, dass sie ihre treuen Fans bald wieder zu Fußballspielen begrüßen dürfen, um sie am ersten, aber sicherlich nicht letzten Saisonerfolg teilhaben zu lassen.