Gerwisch l Die Verbandsliga-Handballer des SV Eiche 05 Biederitz mussten sich am Sonnabend dem hohen Favoriten HSV Haldensleben zwar mit 20:26 (11:12) geschlagen geben, doch dabei lieferte das Schlusslicht über die gesamte Spielzeit eine starke kämpferische Leistung ab. Eiche-Rückraumspieler Florian Wentzel traf allein siebenmal.

Underdog schlägt sich wacker

„Dass in diesem Spiel Zählbares im Bereich des Möglichen war, ist vielleicht dann doch etwas zu hoch gegriffen, aber was wir vor allem in den ersten 30 Minuten abgeliefert haben, ist genau das, was wir im Abstiegskampf abrufen müssen“, meinte der Biederitzer Trainer Rene Schaarschmidt nach Spielende.

In der Tat hielt der Gastgeber in der gut besuchten Ausweich-Sporthalle in Gerwisch besonders im ersten Abschnitt sehr gut mit und machte seine spielerischen Nachteile durch enormen Kampf und lobenswerten Einsatz mehr als wett. Der HSV legte zwar früh zum 5:3 (13.) und 8:5 (18.) vor, bekam die Biederitzer aber nie wirklich abgeschüttelt. Diese nutzten besonders die Haldensleber Schwächen im Mittelblock durch Christian Kinast, der auf der Spielmacherposition die kurfristigen Ausfälle von Sven Bramer und Sören Große mehr als ansprechend ausfüllte, und Wentzel zum 7:8-Anschluss nach 21 Minuten aus.

Nach dem 9:7 durch HSV-Kreisläufer Marvin Möritz waren die gleichen Akteure sogar für den 9:9-Ausgleich nach 24 Minuten verantwortlich. Auch die fällige Auszeit der Haldensleber Bank brachte den Favoriten nicht wirklich in die Spur, so dass die Gastgeber nach dem 11:11-Ausgleich (Wentzel) lediglich noch das 11:12 durch den ansonsten gut abgeschirmten Rückraum-Kanonier Christoph Frank hinnehmen mussten, allerdings auch unnötigerweise zwei Zeitstrafen kurz vor dem Seitenwechsel.

Vorentscheidung nach der Pause

Nach Wiederbeginn überstanden die Biederitzer die doppelte Unterzahl bis auf den Gegentreffer von Außen Marcus Tysack zum 11:13 recht ordentlich, ehe in der Folgezeit ein wenig die Ordnung im SVE-Angriff verloren ging. In dieser Phase ging ein wenig der spielerische Aspekt verloren, da der Erfolg durch zu viele, teils unvorbereitete Einzelaktionen gesucht wurde. So gingen die folgenden Minuten klar an die keineswegs übermächtigen Gäste, die sich nach dem 14:12 (33.) durch David Stolze (2), Marius Wölkering und wiederum Tysack auf 18:12 (41.) absetzten.

Doch die Biederitzer steckten an diesem Tag keineswegs zurück und trafen nach dem Doppelschlag von Frank zum 19:13 (43.) doppelt vom Siebenmeterpunkt zum 15:20. In der Schlussviertelstunde hatte der HSV dann zwar das Spiel im Griff, dürfte jedoch über weite Strecken selbst mit der gezeigten Leistung nur bedingt zufrieden gewesen sein. Die Gastgeber gaben auch im Schlussabschnitt nicht klein bei, verpassten aber durch das Auslassen zahlreicher guter Möglichkeiten ein noch besseres Ergebnis. Dies gelang dann aber immerhin noch in den Schlusssekunden Linksaußen Jannis Fehse und Steffen Gericke, die nach dem 26:18 der Gäste den Endstand herstellten.

„Uns war vorab klar, dass dies heute kein Gegner war, gegen den wir unbedingt Punkte liefern müssen. Die Art und Weise, wie wir dennoch aufgetreten sind, ist absolut lobenswert und muss die Basis für die kommenden Aufgaben sein“, sprach Schaarschmidt seiner Truppe trotz der Niederlage ein Lob aus. Das sahen im Übrigen auch die Zuschauer so, die das Team mit reichlich Beifall bedachten. Für den HSV war der Spieltag ein voller Erfolg, da bis dato Spitzenreiter Osterburg bei Post Magdeburg verlor.

Statistik

Biederitz: Gronemeier, Meyer, Tschirschwitz - Holzgräbe (3), Gericke (1/1), Fehse (2), Köster, Walde (1), Kinast (3), Wentzel (7/5), Bahr (3/1), Klack, Freistedt, Rabe

Haldensleben: Strauß, Domann - Möritz (1), Teßmann, Kruse (2), Frank (7/3), Bierhals, Wurzel (3), Wölkerling (5), Stolze (4), Zirkler, Wolff, Tysack (4), Weinert

Siebenmeter: Eiche 9/7 – HSV 5/3;

Zeitstrafen: Eiche 5 –HSV 2