Magdeburg l Neben seinem Beruf als Arzt und dem zeitaufwändigen Hobby als ambitionierter Freizeitläufer, wie er sich selbst nennt, steht der 33-jährige Karsten Pinno am Ende seiner diesjährigen Sportsaison. Zwei Mal ist es ihm bereits gelungen, den Magdeburg-Marathon zu gewinnen. Doch wie kommt man eigentlich dazu, sich genau 42,195 Kilometer immer wieder aufs Neue zu quälen?

„Für Leichtathletik und den Laufsport an sich habe ich mich immer schon interessiert. Als ich gerade 18 wurde, ist ein Kumpel von seinem Marathon-Startplatz abgesprungen und ich bin relativ kurzfristig eingesprungen“, berichtet Karsten Pinno. Das war 2003. Der in Gerwisch bei Biederitz wohnende Pinno meint zudem, dass die ersten Läufe extrem anstrengend und nervenaufreibend für ihn waren. „Ich bin mittlerweile knapp 30 Marathons gelaufen. Die Läufe, die ich währenddessen genießen konnte, kann ich an einer Hand abzählen. Einer davon war aber der Sieg im letzten Jahr in Magdeburg.“

Pinno mobilisiert seine Kräfte spektakulä

Im Vorjahr gewann Pinno vor den Mitkonkurrenten Robert Linz und Stefan Otto mit einer Zeit von genau 3:19:09 das Rennen in der Landeshauptstadt. Lange Zeit lag er zurück. Zum Ende hin konnte er nochmal seine Kräfte spektakulär mobilisieren. „Ich bin zwar 30 Sekunden an meiner Bestzeit vorbeigeschrammt, aber das ist heute egal. Ich hätte nie gedacht, dass ich hintenraus so stark werde“, meinte er damals.

Knapp 5000 Läufer beim Magdeburg-Marathon

Sonne, perfekte Temperaturen und strahlende Sieger: Der 15. Magdeburg-Marathon ließ aus Läufer-Sicht kaum Wünsche offen.

  • Beim 15. Magdeburg-Marathon profitierten rund 5000 Läufer und Läuferinnen von idealen Bedingungen. Foto: Eroll Popova

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  • Auch beim Mini-Marathon über 4.2 Kilometer nahmen am Sonntag viele kleine und große Läufer teil.....Foto: Eroll Popova

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  • ....immerhin steht die nächste Läufer-Generation bereits in den Startlöchern. Foto: Eroll Popova

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  • Das Orga-Team hinter den Kulissen mit zahlreichen ehrenamtlichen Helfern hatte erneut alle Hände voll zu tun. Foto: Eroll Popova

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  • In diesem Jahr stand der Marathon unter dem Slogan

    In diesem Jahr stand der Marathon unter dem Slogan "Magdeburg ist grün".

  • „Ich bin zwar 30 Sekunden an meiner Bestzeit vorbei, aber das ist heute egal

    „Ich bin zwar 30 Sekunden an meiner Bestzeit vorbei, aber das ist heute egal", sagte Siege...

  • Nadja Koch setzte sich in der weiblichen Konkurrenz durch. Foto: Eroll Popova

    Nadja Koch setzte sich in der weiblichen Konkurrenz durch. Foto: Eroll Popova

  • Doch bei vielen Läufern gibg es weniger um die Platzieurng als um den Erfolg, das Ziel erreicht zu haben. Als Belohnung gab es Konfetti-Regen. Foto: Eroll Popova

    Doch bei vielen Läufern gibg es weniger um die Platzieurng als um den Erfolg, das Ziel errei...

In diesem Jahr wird der Sieger von 2018 aber nicht in Magdeburger Elbauenpark an den Start gehen. Das hat verschiedene Gründe. „Einerseits ist da der Zeitaspekt. Im Berufsleben ist einfach immer weniger davon vorhanden, um sich auf das Laufen zu konzentrieren. Auf der anderen Seite sind immer wieder neue Ziele wichtig, um immer wieder neue Bestzeiten erreichen zu können“, so Pinno. Zudem habe er bereits zwei Mal (2013 und 2018) den Magdeburger Marathon gewonnen und er „bräuchte einfach eine Abwechslung“. Und da kommt der Lauf im hessischen Frankfurt am Main gerade recht. Dieser findet genau eine Woche später statt, also am 27. Oktober.

„Es ist natürlich schade, dass der Vorjahressieger nicht teilnimmt, aber wir erwarten dennoch ein spannendes Teilnehmerfeld“, ist sich Organisator Ralf Eger sicher.

Sechs bis sieben Mal Training unter der Woche

Trotzdem, egal ob in Frankfurt oder Magdeburg, ist es gewiss nicht einfach für den Laien, einfach mal so eine längere Strecke zu bewältigen. 42,195 km sind da nochmal eine ganz andere Herausforderung. „Wir Marathonis bereiten uns natürlich speziell auf die Läufe vor. Ich persönlich bewege mich in der Woche um die sechs bis sieben Mal“, so Pinno. „Für Anfänger und Laien ist es aber einfach schon wichtig, den Spaß am Laufen zu finden. Denn letztlich haben alle Läufer nach einem Rennen eine geile Leistung erbracht. Egal, ob fünf, zehn, oder 42 Kilometer.“

Gute Musik hilft vor, aber nicht während des

In der Woche vor einem Wettkampf habe er sich zudem eine spezielle Playlist erstellt. Vollgepackt mit Musiktiteln, die ihn inspirieren und motivieren. „Von Maximo Park, über MGMT bis hin zu anderen Genres ist alles dabei. Bei der genauen Songauswahl direkt am Morgen vor dem Marathon lasse ich mir aber nicht in die Karten schauen“, sagt er lachend. Diese Musikvorbereitung empfiehlt er auch den Laien. „Gute Musik vor dem Start hilft mir immer sehr. Während des Laufes höre ich allein aus Respekt vor den anfeuernden Zuschauern keine Musik.“

Was braucht es also, um mit dem Laufen auch für Anfänger anzufangen und für Laien, irgendwann einmal ein Rennen zu gewinnen? „Musik, eine gute Ernährung vor dem Lauf, eine Ausrüstung, in der man sich gut fühlt und generell viel Spaß. Am Ende ist es wichtig, überhaupt erstmal die Distanz zu schaffen. Die guten Zeiten kommen nach und nach“, meint Pinno. „Ach ja, und keine Experimente in der Zeit vor dem Start. Ich setze auf Altbewährtes. Ich wechsle zum Beispiel meine Schuhe nicht vor einem Wettkampf“, ergänzt der Vorjahressieger. Nach der Aussage geht es auch schon wieder weiter und das Interview ist zu Ende. Denn neben dem Beruf als Arzt und dem zeitintensiven Laufhobby gibt es da ja noch ein Privatleben. Und ganz so weit weg ist der nächste Marathon auch nicht mehr. Frankfurt is calling.

Der Magdeburg Marathon findet am Sonntag, 20. Oktober, statt.