Magdeburg l Seit 2011 geht der sympathische Holländer regelmäßig für den Dreiband-Bundesligisten 1. BC Magdeburg an den Start. Statt vor Tausenden Zuschauern spielt er dann im Spiellokal des BCM neben einem Restaurant vor nicht einmal 20 Enthusiasten.

Bei aller Konzentration und der eigentlich absoluten Stille bei den Matches lässt er sich auch nicht von plötzlich laut einsetzenden Diskoklängen wie am vergangenen Sonnabend beim Bundesliga-Spiel gegen den BC International Berlin aus der Ruhe bringen, als nebenan ein 60. Geburtstag gefeiert wurde.

Tolles Duell mit Dauerrivale Horn

Nach dem 5:1-Mannschaftserfolg am Sonnabend gegen die Berliner – Jaspers spielte gegen seinen Dauerrivalen Martin Horn nach toller Aufholjagd und einer 40:39-Führung nach zwischenzeitlichem 25:39-Rückstand remis, weil Horn im Nachstoß ausglich – musste er das obligatorische Mannschaftsessen ausfallen lassen. Tags darauf stand er schon wieder in der holländischen Ehrendivision für den Tabellenvierten HCR Prinsen am Tisch.

So gewährte er nach seinem Match zwischen dem Umkleiden hinter einem Bretterverschlag und der schnellen Abfahrt nach Breda einen kurzen Einblick in seine Karriere.

● Sein Spiel am Sonnabend gegen Martin Horn: „Es sah aus, als ob ich nicht mehr gewinnen kann. Ich war eigentlich gut heute. Aber Martin hat sich toll gesteigert. Mein Respekt. Am Ende gab es schwere Stellungen für ihn. Das waren keine leckeren Bälle für mich. Ich musste ganz genau spielen, der letzte Ball war dann gut.“

Jaspers gern beim 1. BCM

● Dick Jaspers über seinen Einstieg in die deutsche Bundesliga beim 1. BCM: „Die Atmosphäre hier ist immer super. Die wichtigen Leute arbeiten seriös. Ich habe den Glanz in ihren Augen gesehen. Bernd Friedel hat mich damals (2011/d. R.) zu Trainingslehrgängen geholt. Ich spiele gern in Deutschland.“

● Über sein unstetes Leben als Profi: „Ich war 28 Jahre verheiratet mit einer deutschen Frau. Das Spiel in der Bundesliga in Deutschland ist sehr gut organisiert. Es sind meist zwei Spiele, die man macht. Dafür ist man drei Tage unterwegs. Das ist ein Vorteil. In Frankreich zum Beispiel spielt man immer nur ein Match. Das ist viel aufwendiger. Darum spiele ich nur in Deutschland und Holland in der Liga, ansonsten Turniere. Wobei Liga-Spiele immer weniger werden, die Turniere immer mehr. Ich muss mich immer professioneller vorbereiten. Wir müssen Spiele machen, um in einem Rhythmus zu bleiben.“

Meisterschaft mit BCM als Ziel

● Seine Ziele mit dem 1. BCM: „Die Meisterschaft ist der Traum in diesem Verein. Wir haben jetzt Michael Pruse, der seine Partien gewinnen kann. Vorher fehlte uns der richtige vierte Mann. Ich finde es schön, dass ein Verein Ziele hat. Ich spiele jetzt meine neunte Saison für Magdeburg. Das ist immer eine lange Fahrt. Darum komme ich immer einen Tag vorher. Das ist für die Vorbereitung gut.“

● Zu seiner Zukunft: „Eigentlich habe ich sportlich alles erreicht. Aber Billard ist mein Beruf. Ich muss Geld verdienen. Und Billard ist auch mein Hobby, mein Leben.“