Magdeburg l Beschlossen und verkündet: Der Spielbetrieb im Fußballverband Sachsen-Anhalt (FSA) ruht bis zum Jahresende. Um 17.43 Uhr trudelte am Donnerstag diese Nachricht im elektronischen Postfach der Volksstimme ein. Was für alle Mannschaften von der Altmark bis zum Burgenlandkreis bedeutet: Die Winterpause wurde offiziell eingeläutet. Darauf hat sich der Vorstand des FSA in seiner Video-Sitzung verständigt. Frank Hering, der kommissarische Chef des Verbandes, sagte: „Nach der Bund-Länder-Konferenz am vergangenen Montag gibt es aktuell keine Anhaltspunkte dafür, den Spielbetrieb im Dezember fortzuführen. Aufgrund der weiter steigenden Infektionszahlen ist dies kein realisierbares Ziel und mit dieser Entscheidung schaffen wir Klarheit.“

Eine Überraschung ist diese Nachricht nicht. Sie spiegelt vielmehr die Meinung vieler Vereine und Trainer wider. Auch die Meinung von Torsten Marks, Coach des Landesligisten MSC Preussen. „Es ist schön, dass der Spielbetrieb im Dezember nicht mehr brachial hochgefahren wird. Und dass man wieder ein Ziel hat“, erklärte der 47-Jährige, der schon vor dem Lockdown vermutet hatte: „In diesem Jahr wird kein Fußball mehr gespielt.“

Und deshalb hatte er seinen Spielern auch keine besonderen Aufgaben mehr im Trainings-„Homeoffice“ auferlegt: „Ein Training ohne Ziel ist auch nicht effektiv“, betonte der Coach. Wie alle Amateurmannschaften durfte und darf auch Marks gemeinsam mit seinen Schützlingen wegen der Corona-Pandemie gar keine Einheit absolvieren, weil auch die Sportanlagen gesperrt sind. „Eine Vorbereitung von zwei Wochen wäre viel zu wenig gewesen“, erklärte er zur ursprünglichen Möglichkeit, den Ball im letzten Monat des Jahres wieder ins Spiel zu bringen.

Neuer Termin für möglichen Re-Start

„Der Beschluss gilt für alle Alters- und Spielklassen im Landes- und Kreisspielbetrieb der Jugend, Frauen und Herren“, teilte indes der FSA indes in seinem Schreiben mit. Und stützt sich als Grundlage für die Entscheidung auf Paragraf 3 der Spielordnung, in dem festgelegt ist, dass es während eines Spieljahres mindestens eine vierwöchige Spielpause geben muss. Wegen der derzeitigen Verordnungen ist an ein Fußballspiel außerdem nicht zu denken. Deshalb wurde die Winterpause vorgezogen.

Ein möglicher Termin für den Re-Start wurde bereits anvisiert, sofern es die Bedingungen zulassen: Am Wochenende, 16./17. Januar, könnte im Land der Ball wieder rollen. Zugleich erklärte der Verband in seiner Mitteilung: „Um über die möglichen Szenarien der Fortsetzung des Spielbetriebs im nächsten Jahr zu informieren, wird der FSA in den nächsten Tagen per Videokonferenzen mit den Vereinen kommunizieren.“ Dafür plädiert auch Marks. Denn: „Niemand weiß, ob wir ab dem 2. Januar wieder trainieren können.“ Aber selbst dann würden die Teams wieder vor dem Problem einer viel zu kurzen Vorbereitung stehen. Und nicht nur das, glaubt Marks: „Wahrscheinlich sind im Januar wegen der Witterung die Plätze gesperrt.“

Aber das ist der Schnee von morgen. Jetzt ist Winterpause. Und Marks hat bereits ein frohes Weihnachten und einen guten Rutsch gewünscht.