Magdeburg l Wenn es eines Beweises bedurfte, warum der MSC Preussen im Moment auf dem ersten Tabellenplatz der Landesliga Nord steht, bekam ihn am Sonnabend in dieser vorentscheidenden Szene im Spiel gegen Warnau. In der 81.  Minute liefen Martin Liebold, genannt Poldi, und Steve Röhl frei auf das Warnauer Tor zu. „Weil Poldi lange Zeit verletzt war, hätte ihm jeder den Treffer gegönnt“, erzählte Trainer Torsten Marks. „Aber er legte noch einmal uneigennützig quer, Steve musste den Ball nur noch ins Tor schieben.“

Für Marks war die Szene sinnbildlich. „Das zeugt von dem wahnsinnig guten Teamgeist in unserer Mannschaft.“ Und der war durchaus maßgeblich für den am Ende klaren 4:0-Erfolg gegen Warnau. Gegen einen Gegner, der im landespokal an gleicher Stelle den Preussen noch eine Niederlage beigebracht hatte.

Spielverlauf hilft Preussen

Dieser Stachel saß tief bei den Gastgebern. Doch das Ligaduell nahm einen völlig anderen Verlauf als das im Pokal. „Warnau ist uns entgegengekommen“, erklärte Marks. „Anders als noch im Pokalspiel musste der Gegner nach dem recht frühen 1:0 mit am Geschehen teilnehmen. Das hat uns in die Karten gespielt.“

Lethargische Phase

Bereits unter der Woche war sich der Trainer der Preussen sicher, dass Warnau nicht noch einmal eine solch destruktive Spielweise hinlegen würde. Die Gastgeber begannen mit viel Druck auf die kompakte Defensive der Warnauer. „In der 19. Spielminute traf Steve Röhl dann zum 1:0. Das war sicherlich der Dosenöffner.“

Danach war die Elf vom SSV Havelwinkel Warnau gezwungen, hinten ein wenig offener zu spielen. Dadurch boten sich dem MSC in der Vorwärtsbewegung Räume. Allerdings: Das Team von Trainer Marks verpasste es, Tore nachzulegen. „Zur Halbzeit hätte es mindestens 2:0 oder sogar 3:0 stehen müssen. Die Chancen waren da“, meinte Marks, der eine ungewohnt lethargische Phase seiner Mannschaft bemerkte. „Da hatten wir ein wenig Glück, nicht den Gegentreffer zu kassieren. Wobei Warnau aber eher ungefährlich war.“

MSC dominiert das Spiel

Nach der Pause mussten die Gäste weiter nach vorne gehen. Dies öffnete Räume für die Preussen. In der 61. Spielminute traf Lukas Koch mit seinem dritten Saisontreffer zum 2:0. „Die zweite Hälfte war super. Wir haben kämpferisch dagegengehalten, spielerisch waren wir überlegen“, erläuterte Torsten Marks. Doch Tore fielen lange Zeit nicht. Erst in besagter 81.  Minute machte Röhl nach dem Zuspiel von Liebold alles klar. Zwei Minuten später traf er erneut zum 4:0.

Röhl ist nun Spitzenreiter in der Torjägerliste. In neun Spielen traf er 14 Mal, davon zwei Mal vom Elfmeterpunkt. „Steve macht seine Sache im Moment super. Er arbeitet sehr hart und steht meistens goldrichtig“, lobt Torsten Marks. „Er profitiert natürlich auch von seinen Mitspielern, die ihn in Szene setzen, aber das soll seine Leistung in keiner Weise schmälern.“