Magdeburg l Mehr als vier Jahre nach seinem letzten Auftritt in der Verbandsliga ist Lucas Schulz in die höchste Spielklasse des Landes zurückgekehrt. In einer Nacht- und Nebelaktion hat Fortuna Magdeburg den 23-jährigen Keeper verpflichtet, ihn aus dem Kader der TSG Calbe (Landesklasse) geholt und am Mittwochabend erstmals zwischen die Pfosten gestellt. Nur das Glück war dem starken Schulz bei Einheit Wernigerode und vor 218 Zuschauern nicht hold: Fortuna verlor 0:2 (0:0).

Die Aktion der Verantwortlichen vom Schöppensteg war nötig geworden, weil Stammkeeper Emirhan Ulubay zuletzt im Landespokal beim FSV Barleben (1:2) Rot gesehen hatte und ein weiterer Schlussmann nicht zur Verfügung stand. Calbe hat Schulz keine Steine in den Weg gelegt, was nicht zuletzt Fortunen-Abteilungsleiter Thomas Knobbe gefreut hat: „Dank an die TSG Calbe für die unbürokratische Hilfe“, sagte er entsprechend. Eher unspektakulär gestaltete sich dann das Debüt des neuen Torwarts – zumindest in der ersten Halbzeit.

49 Minuten lang steht die Festung

Was wohl auch an Hannes Weidemeier als Abwehrorganisator lag. Mit Weidemeier hat Schulz bereits bei der A-Jugend des Schönebecker SC (heute Union) gespielt, mit Weidemeier ist er damals, in der Saison 2015/16 und in einer prekären personellen Lage der Schönebecker ins Verbandsliga-Team der Männer hochgezogen worden. In Wernigerode hielten sie nun für die Fortunen die Festung Defensive. 49 Minuten lang.

Beide Mannschaften waren im Stadion am Mannsberg zunächst auf Kontrolle des Spiels bedacht, beide neutralisierten sich weitgehend zwischen den Strafräumen. Für einen der wenigen Aufreger vor der Pause sorgte Patrick Menz, der Schiedsrichter Christian Wesemann (Walbeck) assistierte. Menz vom SV Rothenburg verletzte sich nach zehn Minuten, zehn Minuten später war ein Ersatz für ihn im Publikum gefunden. Für einen weiteren Aufreger sorgte zudem Lucas Schulz, der einen Kopfball glänzend parierte.

Wersig markiert die Führung

Nach dem Wechsel gab es weitaus mehr Aufreger – initiiert durch den Gastgeber. Einheit kam mit offensivem Schwung aus der Kabine und erarbeitete sich sogleich Chancen durch Kevin Hildach oder Steven Rentz, dessen Schuss Schulz noch parieren konnte. Bei der anschließenden Ecke stieg allerdings Danny Wersig am höchsten und markierte die Wernigröder Führung (50.).

Der starke Schulz rettete die Fortunen auch in der Folge mehrfach. Ob gegen Rentz, Hildach oder Niclas Eheleben. Ob in der 52., 60., 63. oder 71. Minute. Ob mit dem Fuß oder mit den Händen. Seine Defensive ließ dagegen die klaren Bälle vermissen, seiner Offensive fehlte die Durchschlagskraft. Derweil sorgte Eheleben nach einem Konter und einem überlegten Schuss ins lange Ecke für das 2:0 (87.), für den Endstand und für die erste Niederlage der Fortunen, deren Coach Dirk Hannemann resümierte: „Das war ein verdienter Sieg für Wernigerode. Wir konnten unsere gute Leistung aus der ersten Halbzeit nach dem Wechsel nicht fortsetzen – haben sie einfach weggeworfen.“