Magdeburg l Ein Jubelkreis auf dem Parkett, ausgelassene Stimmung in der Kabine, wo der aus dem Booster dröhnende Hit „Aloha Heja He“ von Achim Reichel noch vom Gejohle der erfolgreichen Mannschaft übertönt wurde.

Die Gastgeber wirkten im Vergleich zur 26:33-Vorwochenniederlage gegen Schwerin wie ausgewechselt, zeigten vor allem im zweiten Spielabschnitt den mutigen Handball, den Trainer Vanja Radic und die Heimfans möglichst immer sehen wollen.

Die Partie begann zäh und mit Fehlern von beiden Teams. Juan de la Peña, der vor einer Woche schmerzhaft vermisst worden war, traf nach 120 Sekunden zum 1:0. Nach vier torlosen Minuten glichen die Gäste zum 1:1 aus, übernahmen danach das Kommando und führten zwischenzeitlich mit fünf Toren (6:11/21. Minute).

Mit Döhler im Tor der Gastgeber bissiger

Doch wurden die Gastgeber nach einer Viertelstunde mit der Einwechslung von Phil Döhler in der Abwehr bissiger, trafen aber im Angriff noch zu selten die richtige Entscheidung, wirkten gegen die von den Nordlichtern zunächst praktizierte 5:1-Deckung auch mutlos. „Da hat uns Altenholz auch taktisch etwas überrumpelt. Als wir dann auf zwei Kreisspieler auflösten, kehrten sie prompt zur 6:0-Deckung zurück“, analysierte Youngsters-Coach Vanja Radic.

Doch nach dem Seitenwechsel drehte sich das Spiel schnell. Döhler wuchs im Tor über sich hinaus, parierte insgesamt 14 Bälle, und neben dem überragenden de la Pena trafen jetzt auch Hannes Bransche und Yannick Danneberg, dazu Justus Kluge. Als dann auch Max Neuhaus traf und Rechtsaußen Benedikt Hack nach Ballgewinn endlich die Nerven behielt, führte die SCM-Zweite mit 19:15.

Publikum wieder versöhnt - Standing Ovations

So verwundert es nicht, dass sich das zuletzt selten verwöhnte Youngsters-Publikum schon drei Minuten vor Schluss zu Standing Ovations erhob. Davon beflügelt setzten de la Peña und Kluge in den Schlusssekunden noch zu einem, allerdings missglückten Kempa-Trick an.

„Das war ein ganz wichtiges Spiel für uns. Vor allem nach den sieben sieglosen zuvor. Wir haben heute eine gute Abwehr gestellt, vor allem Anfang der zweiten Halbzeit, wo wir uns absetzten. Das hat es auch mir leichter gemacht, einige Bälle wegzunehmen“, wollte Youngsters-Keeper Döhler aber nichts davon wissen, das bislang beste Saisonspiel bestritten zu haben.

Als die Gäste, die in Tom Landgraf und Thore Jönk auch zwei gute Torhüter in ihren Reihen hatten, sich nach überhartem Spiel selbst reduzierten, war es um die Farmmannschaft des THW Kiel endgültig geschehen.

Rückkehrer voll des Lobes

„Die zweite Halbzeit war super gut. Da haben wir auch mehr gemacht, nicht nur in der Abwehr“, befand Rückkehrer de la Peña, der immer wieder seine Nebenleute gekonnt einsetzte und zudem mit neun Toren bester Werfer der Partie war. So war der 30:24 (12:13)-Erfolg letztlich mehr als verdient.