Magdeburg l Seit dem 1. Juli ist Stephan Just Trainer der SCM-Youngsters. Am ersten Juli-Wochenende lud der 41-Jährige die SCM-Talente zum traditionellen Teamtriathlon nach Gommern. Die erste Trainingsphase galt der Aufarbeitung der coronabedingten Rückstände und dem Teambuilding.

„Die drei ersten Wochen im Juli haben wir weitestgehend benutzt, Grundlagen aufzubauen, sprich Athletik und Kraft, haben aber auch die Abwechslung gesucht“, blickt der Coach der Drittliga-Handballer auf seinen Einstand zurück. So standen auch Beachvolleyball und eine Zumba-Stunde mit der Ex-Gattin von Stefan Kretzschmar, Maria, auf dem Programm.

„In der Halle haben wir weiter an der Ballgewöhnung gearbeitet. Das ist nach mehr als drei Monaten ohne extensive Belastung ganz wichtig, betrifft nicht nur Wurfübungen, sondern auch die Gewöhnung der Gelenke an den Hallenboden, die Bewegungen in der Halle generell. Dabei haben wir in der Intensität leicht angefangen. Zudem haben die Jungs zuvor individuell im athletischen Bereich trainiert, waren dabei generell sehr diszipliniert. Sicherlich hat der eine mehr, der andere weniger gemacht. Da sind natürlich ein paar Ausreißer dabei, aber das hat man immer“, berichtet der neue Youngsters-Coach über seine ersten drei Wochen beim SCM.

Seit Mittwoch läuft die zweite Phase

In der am Mittwoch begonnenen zweiten Vorbereitungsphase bleiben immer noch gut acht Wochen bis zum Ligastart. Nach zweieinhalb Wochen Pause starteten die Grün-Roten mit einem lockeren Aufgalopp, dem schließt sich die Leistungsdiagnostik an, ehe es in der kommenden Woche ein gemeinsames Training und Spiel bei Verbandsligist Eintracht Gommern gibt.

Danach folgt ein einwöchiges Trainingslager im märkischen Lindow einschließlich Testspiel gegen Ligakonkurrent Füchse Berlin II. Zum Ende der zweiten Phase sollte dann noch ein Spiel beim ThSV Eisenach folgen. Aufgrund der coronabedingten zusätzlichen Belastungen, zum Beispiel müssten beide Mannschaften dann aktuell getestet sein, kommt die Begegnung nicht zustande.

Statt Eisenach jetzt gegen Lemgoer Nachwuchs

Just: „Ich bin aber sehr glücklich, dass wir einen anderen, sehr vernünftigen Gegner gefunden haben und nunmehr abschließend gegen die Lemgo-Youngsters spielen.”

Bis auf Oskar Schöll (Kreuzbandriss) und Justin Döbler (Kniescheibenprobleme) sind aktuell alle Akteure im Training dabei. Um das Verletzungsrisiko möglichst gering zu halten, legt Just großen Wert auf eine optimale Belastungs- und Trainingssteuerung.

„Wir werden im Trainingstab auch weiterhin gucken, wie die Jungs die Belastung annehmen, wie wirkt sich die Intensität auf die einzelnen Spieler aus, so dass wir natürlich einen Plan haben, aber auch immer wieder reagieren können. Wenn die Jungs zum Beispiel nach vier Tagen, in denen man vielleicht auch doppelt trainiert hat, ein bisschen platt sind, in der sechsten Einheit die Konzentration fehlt, dann planen wir auch kurzfristig um.“

Regenerationstraining gehört einfach dazu

Der neue Coch ist sich zudem sicher: „Dass wir bis zum Saisonstart im geregelten Modus durchtrainieren, jede Woche die gleichen Einheiten, das ist gar nicht möglich. Zur Steuerung und Belastung gehört ganz klar auch die nötige Regeneration“, erklärt der Chefcoach der SCM-Zweiten, dem auch in der neuen Saison Frank Munter als Co-Trainer zur Seite stehen wird, und der zudem auf Spezialisten des Olympiastützpunktes zurückgreifen kann.

„Das funktioniert alles, da sind wir wirklich sehr gut aufgestellt und haben da auch vielfältige und vielseitige Möglichkeiten”, lobt „Apollo“ Just die Arbeitsbedingungen beim SCM.

Eine konkrete Saisonzielstellung gibt es für die SCM-Youngsters, deren Hauptaufgabe nach wie vor das Heranführen der besten Talente an den Profihandball ist, noch nicht. Der Trainer: „Darüber habe ich bisher mit den Jungs noch gar nicht gesprochen. Ich habe mich mal mit ,Muntus‘ (Co-Trainer Munter) kurz drüber ausgetauscht. Das werden wir jetzt aber konkretisieren. Fakt ist, dass der SCM darauf aus ist, seine Talente weitgehend so zu entwickeln, dass es im perfekten Stadium dazu reicht, in den Bundesligakader ein Stück weit aufzurücken“, so der Trainer.

Ziel: Talente für die Bundesliga entwickeln

Zudem ist Just davon überzeugt: „Wenn man das bei den Zielen, die der SCM in der Bundesliga und auch international hat, alle zwei, drei Jahre mal schafft, dann ist das schon eine gute Sache. Wenn alle zwei Jahre zwei, drei, vier Spieler den Sprung aus der Drittligamannschaft des SCM in Klubs der ersten und zweiten Liga in Deutschland schaffen, wäre das gut. Das ist das ganz klare Ziel, darum arbeiten wir hier.“

Just, der jedes Spiel gewinnen will, weiß, „dass das nicht immer funktioniert. Der Tabellenplatz ist hinten heraus nicht so interessant. Wir wollen nach oben gucken und unsere Spiele mit 100 Prozent Einsatz, Leidenschaft und Feuer angehen und so viele wie möglich gewinnen.”