Magdeburg l Es gab so viele wichtige und herausragende Aktionen in diesem Spiel, die den A-Junioren des SC Magdeburg geholfen haben. Das waren zum Beispiel die Paraden von Niclas Behrendt bei Würfen von Außen, nach Kontern oder bei Siebenmetern. Das waren die neun Treffer von Elias Ruddat, darunter vier Strafwürfe, die er traumhaft sicher verwandelte. Und es waren die Tore von Oskar Schöll zum 24:21 und 25:21 (48.), die die A-Jugend am Freitagabend in der heimischen Gieseler-Halle endgültig in die Erfolgsspur brachten.

Das Viertelfinale in der Bundesliga ist also wieder in Sicht. Einen Punkt Rückstand haben die Schützlinge von Trainer Fabian Metzner auf den Einzug in die K.o.-Runde. Aber Metzner hat nicht nur den dazu notwendigen vierten Rang in der Meisterrunde 2 im Sinn. „Vielleicht geht ja noch mehr“, sagte der 31-Jährige mit einem verschmitzten Lächeln.

Der 31:28 (18:12)-Sieg vor 120 Zuschauern gegen den Tabellenzweiten SG Flensburg-Handewitt war bereits der nunmehr vierte in der Meisterrunde. Und zum ersten Mal in dieser konnte Metzner aus dem Vollen schöpfen. Dazu gehörte also auch jener Oskar Schöll, der nach einer langen Leidenszeit allmählich zu alter Stärke zurückfindet. „Für mich persönlich war das Spiel ein guter Einstieg“, bestätigte er.

Immer wieder Probleme mit der Schulter

Man muss schon ziemlich weit zurückdenken, um seine Geschichte zwischen Krankenhaus und Platte zu beginnen. Schon 2018 hatte er sich einer Schulter-Operation am rechten Wurfarm unterziehen müssen. Dann kam der 18-jährige zurück, aber „ich hatte in der Rückrunde keinen Bezug zum Spiel gefunden und war entsprechend unzufrieden“. Zu Beginn der laufenden Saison kam ein Außenbandriss im Sprunggelenk hinzu – sechs Wochen Pause. Dann schmerzte die Schulter wieder. Auf sieben, acht Einsätze ist Schöll in dieser Serie gekommen, schätzte er ein. Weshalb er nun hofft, „dass mir die Schulter keine Probleme mehr bereitet“.

Schöll will in seinem Team Verantwortung übernehmen über Rückraum-Mitte, so wie er gegen Flensburg Verantwortung übernommen hat. In der entscheidenden Phase suchte er erfolgreich den Zweikampf, tankte sich zum Kreis durch und warf die wichtigen Tore. Insgesamt war er sechsmal erfolgreich. Und zeigte nach der Schlusssirene in seinem Resümee zwei Seiten dieser Begegnung auf. Die eine Seite: „Wir haben in der Abwehr sehr kompakt gearbeitet“, sagte er. Und in Kombination mit Behrendt dem Gegner kaum Lösungen geboten. Mit 18:12 führte der SCM deshalb zur Pause.

Die andere Seite: „Wir haben zu Beginn der zweiten Halbzeit gesehen, dass wir noch viel Luft nach oben haben. Den Start dürfen wir nicht so verschlafen, da haben wir ein bisschen kopflos gespielt“, urteilte Schöll mit Blick auf das 21:20 (40.) und 22:21 (44.), ehe Alexander Möller und eben er selbst, den Befreiungsschlag in dieser Partie setzten.

Und er möchte noch viele wichtige Tore erzielen. „Wir haben eine gute Truppe, im Viertelfinale wollen wir auf jeden Fall dabei sein“, betonte Schöll, der als E-Junior vom BSV 93 zu den Grün-Roten kam. Und der dem SCM über die Saison hinaus erhalten bleibt. „Nach dem Abitur mache ich ein Freiwilliges Soziales Jahr beim Verein. Und mein Vertrag läuft noch ein Jahr“, so Schöll, der vor allem diesen Wunsch hat: „Für mich ist es einfach wichtig, verletzungsfrei zu bleiben.“