Magdeburg l Nach der Ehrenrunde zu den Fans verschwanden die Handballer der SCM-Zweiten flugs in der Kabine. Sie hatten gerade mit dem 27:26 (14:13)gegen den MTV Braunschweig ihren dritten Saisonsieg errungen. Doch während Yannick Danneberg im schweißgetränkten Trikot verschwand, lauschte Zwillingsbruder Robin in Zivil der ersten Auswertung von Trainer Vanja Radic.

Zwangspause für Robin Danneberg

„Ich fühlte mich schlapp, soll nächste Woche erstmal durchgecheckt werden“, erzählte Kreisspieler Robin Danneberg über seine unfreiwillige Zuschauerrolle. Und so sah er von außen, wie Zwillingsbruder Yannick gegen die starken Braunschweiger ein Wellental der Gefühle durchschritt.

„Das war heute nicht leicht für uns. Wir hatten nach den letzten Spielen schon etwas Druck“, verriet Yannick Danneberg. „Dass wir nach hinten raus das Spiel doch noch gezogen haben, war schon super.” Ihm war die Zufriedenheit ins Gesicht geschrieben, zumal der Rückraumspieler den 27:26-Siegtreffer erzielt hatte.

Die Gäste aus der Löwenstadt lagen in der Anfangsphase vorn, profitierten dabei auch von den schlechten Würfen der Youngsters, die den 45-jährigen Argentinier Ariel Panzer im MTV-Tor berühmt warfen. Rechtsaußen Benedikt Hack brachte die Gastgeber mit 8:7 erstmals in Führung (16. Minute).

Im weiteren Spielverlauf steigerten sich die Schützlinge von Vanja Radic, der früh zu wechseln begann und alle Akteure einsetzte, wobei Keeper Phil Döhler wegen Oberschenkelproblemen nur bei einem Siebenmeter der Gäste zum Einsatz kam.

Yannick Danneberg selbstkritisch

„Wir haben nicht gut begonnen, hatten viele Fehlwürfe. Da war es schon wichtig, dass der Trainer mal wechselt, uns positiv einstimmt”, zeigte sich auch Yannick Danneberg am Samstagabend selbstkritisch und durchaus einverstanden mit den Wechselspielen seines Trainers.

Der Coach war nach der Schlusssirene nicht nur geschafft, sondern auch zufrieden. „Ich bin fix und fertig, muss mich erstmal umziehen“, sagte Radic. „Die Jungs haben super gekämpft, nach der Pause nur noch zwei technische Fehler gemacht. Ganz wichtig war, dass sie sich selbst aus dem Sumpf herausgezogen haben. Die hatten unter der Woche wirklich Druck, wurden von allen angesprochen, ob beim Bäcker, dem Friseur oder in der Physio.“

Laute Bässe und Siegerselfie

Also war Feierstimmung. Nach der ersten Spierlanalyse, als Radic die Kabine wieder verlassen hatte, drehten seine Schützlinge erstmal die Box auf und machten das obligatorische Siegerselfie.

Yannick Danneberg schaute indes schon voraus. „Wir haben eine sehr junge Truppe, die viel erreichen kann. Deswegen sollten wir uns da nicht so viel Druck machen“, sagte der 18-Jährige, der im Sommer seine Fachholschulreife erhält. Natürlich wünscht sich Yannick seinen Bruder Robin, mit dem er als Sechsjähriger bei Gerhard Most beim SCM begann, schnell auf die Platte zurück: „Mit ihm zusammen ist es besser. Zu seinem Zwillingsbruder hat man schon eine besondere Bindung. Das konnte man ja in der Vergangenheit auch schon oft sehen.“

Über Weihnachten zur Auswahl

Vielleicht auch bald wieder in der U-19-Auswahl des DHB. Bei der U-18-EM im August in Kroatien war nur Yannick mit Alexander Reimann dabei, während Lukas Diedrich und Robin Danneberg noch aus dem Kader fielen. Im aktuellen U-19-Kader sind mit Diedrich, Reimann, Paul Schikora und Yannick Danneberg vier SCM-Akteure. „Über Weihnachten steht ein Turnier in Merzig an. Dann werden wir sehen, wie es danach für uns weiterläuft“, sagt Yannick Danneberg.

SCM II: Diedrich, Döhler – Hack 4, Bransche, Urban, Baumgart 5, Yannick Danneberg 2, Kluge 4, de la Peña 6/2, Reimann, Schikora 1, Danowski, Neuhaus 5, Winter