Magdeburg l Mehr als 1000 Rennkanuten aus 114 Vereinen aus ganz Deutschland kämpften um die Titel eines deutschen Meisters von der Altersklasse 13 bis zur Leistungsklasse. Temperaturen und Wind waren an den einzelnen Tagen zum Teil recht unterschiedlich. Doch auf der breiten Regattabahn in Hamburg-Allermöhe waren die Bedingungen für die Sportler auf allen Bahnen gleich.

Die jungen Sportler vom SC Magdeburg sowie die für das Kanuteam Sachsen-Anhalt fahrenden 13- bis 14-Jährigen erkämpften insgesamt 16 Medaillen, setzten damit ein deutliches Zeichen für die Wiederbelebung der Nachwuchsszene der Abteilung Kanu-Rennsport des Magdeburger Clubs.

Aus Sicht der Magdeburger begannen die Finals mit drei Rennen und drei Medaillen furios: Silber, Gold und Gold, so lautete das Ergebnis der ersten Finalläufe.

Starke SCM-Junioren sahnen ab

So ließen die bereits international erfolgreichen SCM-Junioren auch bei den deutschen Titelkämpfen nichts anbrennen. EM-Starterin Vanessa Silbermann und Junioren-Vizeweltmeisterin Annette Wehrmann fuhren im ersten Finale des Tages im C 2 über 500 m lange Zeit ganz vorn, mussten sich im Ziel jedoch um zwei Zehntelsekunden dem Potsdamer Boot geschlagen geben.

EM-Starterin Lotti Behling und Junioren-Vizeweltmeisterin Josi Landt drehten im K 2 der Juniorinnen den Spieß um, hatten das stärkste Finish und gewannen knapp mit drei Zehntelsekunden vor Diederichs/Blechschmidt aus Potsdam. Josephin Bergmann und Lena Wiescholek komplettierten mit Rang vier das tolle Ergebnis.

Im dritten Finale fuhr Vizeweltmeister Moritz Florstedt ein einsames Rennen, führte zwischenzeitlich mit über einer Länge Vorsprung vor dem Rest des Feldes, konnte am Ende schon Kraft rausnehmen und genüsslich mit erhobenem Arm über die Ziellinie gleiten. Er gewann dennoch mit über einer Sekunde Vorsprung vor Nils Globke (SC Neubrandenburg) und Tobias Heuser vom AKC Oberhausen.

Den gleichen Einlauf gab es einen Tag später auch über die doppelte Distanz. Medaille Nummer drei, diesmal in Bronze, sicherte sich Florstedt zusammen mit Lucas Ferl im K 2 über 500 Meter.

Für die Goldmedaillen Nummer vier und fünf waren wieder die Juniorinnen verantwortlich. Der K 4 in der Besetzung mit Behling, Wiescholek, Bergmann und Landt erkämpfte sich Platz eins mit 0,1 Sekunden Vorsprung vor Potsdam und der Kanuvereinigung aus Nordrhein-Westfalen.

Im 200-m-Sprint des Zweier-Canadiers ließen sich Silbermann/Wehrmann nicht mehr abfangen, gewannen mit 0,15 Sekunden Vorsprung vor den Booten aus Sachsen und Potsdam.

Im C 1 über 200 m waren die beiden Ex-Schwimmerinnen noch einmal ganz vorn dabei. Wehrmann holte Silber, Silbermann kam als Vierte ins Ziel.

Josephin Bergmann steuerte mit Bronze im K 1 über 1000 m und Silber über 5000 m noch zwei weitere Medaillen in diesem überaus erfolgreichen Jahrgang bei.

Im Jugendbereich der 15- bis 16-Jährigen hatten einige Leistungsträger im Vorfeld der deutschen Meisterschaft mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen.

Verletzungen behindern Jugendfahrer

Raul Melzer plagte mehrere Wochen eine Handverletzung. Trotzdem gewann er noch Bronze im K 2 über 500 m zusammen mit Johannes Wasiliga, wurde zudem mit Wasiliga, Paul Artelt und Morris Hundertmark Vierter im K 4. Amy Paßlack und Marie Vogt wurden durch Infekte an einer optimalen Vorbereitung gehindert. Beide Mädchen gingen diesmal komplett leer aus. Dafür gewann Ole Jakob mit Silber im C 1 über 5000 m seine erste Medaille bei einer deutschen Meisterschaft.

Der Schülerbereich gewann die sechste Goldmedaille. Tillmann Sommer, Tim Wieblitz, Matti Unger und Lukas Ochsendorf fuhren zu Gold im K 4 über 2000 m. Zweimal Bronze gewannen die jungen Canadierfahrerinnen Annie Münster und Leonie Köllner im C 2 über 500 und 2000 Meter.