Magdeburg l Das war nicht ihr Tag. Im letzten Spiel gegen die SG Niederlauternstein war schon beim 0:3 zur Halbzeitpause klar, dass es am Sonnabend nur zu einem Sieg für Ronny Sievers und Matthias Gollos reichen würde. Am Ende hieß es 1:4.

Nur ein Sieg gegen Mücheln

Gleich im Auftaktspiel gegen den VfH Mücheln gelang dem gastgebenden Post-Duo ein 5:2. „Gegen die Zweite von Niederlauterstein hatten wir uns eigentlich mehr ausgerechnet“, erklärt Klaus Kittler. Der mittlerweile 68-Jährige ist seit Jahrzehnten der Kopf der Magdeburger Radballer, Abteilungsleiter, Trainer, Turnierleiter, Technischer Kommissar und Schriftführer.

Gegen die Reserve der Niederlautersteiner klappte es nicht, gab es eine unglückliche 3:4-Niederlage, später unterlag Post auch noch dem Ex-Bundesligisten RSV Großkoschen deutlich mit 3:7. „Heute ging nicht viel“, wird später Ronny Sievers sagen. Er bildete früher mit Trainersohn Fabian Kittler ein Gespann, ehe er seit dem Wiederaufstieg 2013 mit dem früheren Tollwitzer Matthias Gollos zusammen fährt.

Saison nicht optimal

Der bisherige Saisonverlauf war nicht optimal. Vor dem Auftaktturnier vor zwei Wochen im brandenburgischen Luckenwalde laborierte Sievers an einer Fingerverletzung. In der Vorwoche war Gollos zum Skifahren in Österreich, fiel das gemeinsame Training flach. „Unter diesen Umständen ist das bisherige Abschneiden ganz okay. Mit acht Punkten aus den ersten beiden Turnieren hatte ich insgeheim vorher gerechnet, jetzt sind es sieben. Ich denke, am Saisonende landen wir wieder im Mittelfeld der Tabelle“, sagt Klaus Kittler.

Radball hat in Magdeburg und Umgebung vielleicht nicht das Standing wie zum Beispiel in Niederlauterstein. Aus der kleinen Gemeinde im Erzgebirgskreis unweit von Marienberg reisten nicht nur zwei Mannschaften an, sondern auch einige Fans. Die machten in der kleinen Sporthalle im Gneise-nauring in Neu-Olvenstedt mit Pauke und Trompete richtig Stimmung.

Post mit gutem Nachwuchs

Obwohl die Post-Radballer eine Randsportart betreiben, haben sie keine Nachwuchssorgen. Die Junioren stehen im Viertelfinale um den Deutschland-Pokal, die Schüler im Viertelfinale um die deutsche Meisterschaft. Insgesamt betreiben 20 Jungs Radball bei Post. Die meisten davon halfen am Sonnabend auch bei der Durchführung des Punktspielturniers mit.

Beim RC Lostau spielt man inzwischen übrigens auch sehr erfolgreich Radpolo. „Das hat damit zu tun, dass die Radballer dort alle Väter von Töchtern wurden, während bei uns nach wie vor nur Jungs aktiv sind“, klärt Kittler auf. Der hofft, dass die erfolgreichen Junioren Aaron Zufelde und Eik Frahm bei der Stange bleiben, einmal in die Fußstapfen von Sievers/Gollos treten. Finanziell sind die Post-Radballer nicht auf Rosen gebettet. Einziger Sponsor ist ein regionaler Stromversorger. Der gibt 250 Euro im Jahr. „So viel kostet schon eine Radgabel“, rechnet Kittler vor. Im letzten Jahr ereilten die Postler drei Rahmenbrüche, da sprang der Verein ein. Ansonsten sind sie Enthusiasten, zahlen vieles selbst.