Magdeburg l Jette Prehm möchte in diesem Jahr viel reisen. Nicht nur nach Köln, wo am Wochenende die U 19 des Deutschen Ruderverbandes (DRV) erstmals ihre besten Athleten sucht. Nein, für Jette Prehm soll es auch nach Essen gehen zur Junioren-Europameisterschaft (15. bis 19. Mai) und natürlich nach Tokio zur Weltmeisterschaft (1. bis 7. August). „Tokio ist natürlich noch ein besonderer Ansporn, um ins Nationalteam zu kommen“, sagt die 18-Jährige, die dort quasi Testpilotin auf der olympischen Strecke von 2020 wäre. „Das ist schon cool, wenn man ein Jahr später Olympia guckt und sagen kann: Da bin ich auch schon gerudert.“

Prehm ist eine von sechs Nachwuchsathleten des SC Magdeburg, die sich zunächst in Köln beweisen wollen. Dazu gehören außerdem Emma van Wachem, Paul Krüger, Paul Berghoff, Nick Welzenbach (alle Einer), dazu gehört auch Carlotta Wolff im Zweier ohne Steuermann mit Mareen Tetzner aus Leipzig. Paul Zander, Coach der SCM-Jungs, sagt: „Ziel ist es, dass alle drei das A-Finale erreichen.“ Berghoff und Krüger peilen dabei ihre zweite JWM-Teilnahme an. Im vergangenen Jahr gewann der 18-jährige Krüger Gold im Doppelzweier, der 17-jährige Berghoff Bronze im Doppelvierer.

Prehm ist ehrgeizig

Jette Prehm war 2018 international noch nicht am Start. Das soll sich in der neuen Saison nun ändern. Am Donnerstagmorgen, kurz vor Abfahrt nach Köln und an den Fühlinger See, strahlt sie vor Vorfreude, sie wirkt und spricht höchst motiviert. Und sie hat auch allen Grund dazu. Zum Saisonauftakt Ende März setzte sie sich bei der Langstreckenregatta in Leipzig durch. Sie fuhr auf dem Ergometer über 2000 Meter in 7:05,7 Minuten eine neue Bestzeit. „Damit war ich aber nicht ganz zufrieden, weil ich unter sieben Minuten fahren wollte“, berichtet sie.

Sie hat zudem an Maximalkraft zugelegt. Mit der Last von 85 Kilo absolviert sie Kniebeuge. Beim Bankdrücken kommt sie auf 51 Kilo. „Ich habe in allen Bereichen einen Sprung nach vorn gemacht“, sagt Prehm.

Ziel: Platz eins bis drei

Auch auf dem Wasser: besserer Beinstoß, stabilere Rückenlage. Darauf lag der Fokus ihrer Vorbereitung, die sie einmal mit der DRV-Mannschaft und einmal mit der SCM-Trainingsgruppe ins italienische Sabaudia führte.

Prehm ist also bereit für Köln. Und sie hat klare Ziele: „Ich möchte ins A-Finale kommen, aber mein Top-Ziel ist ein Platz unter den ersten Drei.“ Damit erklärt sich zugleich, dass sie mit zwei harten Konkurrentinnen rechnet: Alexandra Förster (Meschede) und Annika Steimle (Mainz) haben bereits bei der JWM im vergangenen Jahr Silber im Doppelvierer geholt. Der Doppelvierer wäre auch eine Option für die Magdeburgerin, aber zunächst möchte sie es in einen „guten Doppelzweier“ schaffen, mit dem sie sich über die Regatta in München (3. bis 5. Mai) für die JEM qualifizieren will.

Trainer Roland Oesemann möchte seinen Schützling in der Euphorie gar nicht stoppen: „Ich denke, wir sind gut über den Winter gekommen. Zuletzt in Sabaudia hat sich bereits angedeutet, dass Jette auf einem guten Weg ist und nicht viel langsamer als die Frauen“, sagt der 59-Jährige. „Ein Platz in der Top-Drei ist ein reelles Ziel für sie.“ Und ein Platz im Nationalteam natürlich auch, dann kann sie dem Ruf aus Tokio folgen. Jette Prehm sagt: „Ich wäre wirklich enttäuscht, wenn ich es nicht schaffe.“