Magdeburg l Ein Tisch ist nicht gleich ein Tisch, eine Platte nicht gleich eine Platte. Wer also glaubt, die Tischtennisspieler sind in der formidablen Lage, nach den Schließungen der Sporthallen in Magdeburg aufgrund des Coronavirus einfach in der heimischen Garage weitertrainieren zu können, der irrt gewaltig. „Zwischen dem Turniertisch und dem Tisch aus dem Baumarkt gibt es erhebliche Unterschiede“, sagt Frank Kuhnert.

Die fangen beim Material an und hören mit dem Preis auf. „Die Platte beim Turniertisch ist viel dicker, hat ein Holzfurnier und wird nur noch farblich behandelt, während die Platte der Freizeittische noch eine Plastikbeschichtung haben“, erklärt der Vorsitzende des TTC Börde und ergänzt: „Damit springen die Bälle auf beiden Platten ganz anders. Der Turniertisch ist auch nur für das Indoor-Spiel gedacht, sein fahrbares Gestell ist viel stabiler.“ Und der Preis? Im Baumarkt kostet eine Platte ab 100 Euro, Profis müssten 800 bis 1000 Euro auf den Tisch legen.

Zutritt nur für den Hausmeister

Den Akteuren im Tischtennis ergeht es derzeit also genauso wie Sportlern in anderen Disziplinen. „Jeder muss mit der Entschleunigung klarkommen“, sagt Kuhnert. Auch der TTC hat seine Halle an der Steinigstraße, die er in Eigenregie führt, geschlossen. Bereits am vergangenen Freitag. Rein und raus kommt da derzeit nur der Hausmeister, der sich um die Pflege der Platten und bald auch um die grüne Umgebung des Gebäudes kümmert.

Und er wird dafür wohl viel Zeit haben. Die TTC-Teams auf Landes-, Bezirks- und Stadtebene setzen zunächst bis zum 29. März aus, wie es der Landesverband angeordnet hat. „Ich glaube aber nicht, dass diese Zeit reichen wird“, sagt Kuhnert. Die erste Börde-Mannschaft unterliegt in der Oberliga Mitte indes den Vorgaben des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB). Und der hat den kompletten Spielbetrieb sogar bis zum 17. April abgesetzt. „Für mich ist es sehr, sehr unwahrscheinlich, dass die Spiele dann fortgesetzt werden“, erklärt der 59-Jährige. „Und wie die Saison dann gewertet wird, das weiß niemand.“

Oberligist auf Rang sechs

Das Gute für den TTC Börde: „Fast keine unserer Mannschaften kann auf- oder absteigen.“ Bis auf die Vierte, die die Bezirksliga Magdeburg/Altmark mit 28:2 Punkten anführt. Die Dritte hat sich einen sechsten Rang in der Landesliga gesichert, die Zweite ist in der Verbandsliga vom vierten Platz kaum noch zu verdrängen. Der Oberligist steht stabil auf Rang sechs. Allenfalls Spneta Erfurt, der den Relegationsplatz besetzt, könnte Börde noch gefährlich werden. Das direkte Duell sollte am 21. März an der Steinigstraße steigen.

Und deshalb sagt Kuhnert: „Egal, wie letztlich entschieden wird, wir können mit allen Lösungen leben.“ Aber bis dahin müssen sich die TTC-Akteure in dem einen oder anderen Garten treffen und am Hobbytisch weiterspielen.