Magdeburg l Janine Dreher hat am vergangenen Montagmorgen die ganze Anstrengung eines Volleyballspiels gespürt. Die 35-Jährige ist tags zuvor aus der Kalten in die Partien der Landesliga gesprungen, sie hat dann mit der zweiten Mannschaft der WSG Reform eine anstregende Reise durch den Saisonauftakt angetreten. Gegen den VC 97 Staßfurt kämpfte Dreher fünf, gegen Teutonia Siersleben vier Sätze lang. Jeweils bis zum Sieg, insgesamt bis zum Muskelkater.

Den wird nicht nur sie verspüren an gewissen Morgen in der Woche. Dreher ist auch Trainerin der ersten Mannschaft, die ihrem Saisonauftakt in der Regionalliga mit vielen Aufschlägen und Angriffsbällen entgegengeht. Am 4. Oktober treten die Magdeburgerinnen beim Aufsteiger KSC Spremberg an (15 Uhr). Dreher vermutet: „Die Liga wird im Niveau schwächer sein als in den vergangenen Jahren.“ Was ihre Mannschaft zugleich in eine gute Rolle drängt. Aber Dreher muss auch hoffen, dass ihr recht dezimiertes Team in der bis April andauernden Serie einen langen Atem behält. „Aufgrund unseres kleinen Kaders sind wir recht wenige beim Training, aber wir machen das Beste draus“, erklärt sie.

Schwerpunkt Abwehr

Zwölf Damen stehen ihr zur Verfügung aus der am Verband gemeldeten Liste mit 14 Spielerinnen. Die WSG Reform kann auch einen Neuzugang verkünden: Maria Dahnz vom USV Halle hat sich der Mannschaft angeschlossen. Aber Dreher muss eben auch verzichten, sehr sogar: Maria Krebs hat sich kürzlich das Sprunggelenk gebrochen, Isabel Arndt befindet sich im zweiten Staatsexamen ihres Lehramtstudiums. Und Marlen Wesemeier bestreitet in der Schweiz ein Auslandssemester. Außerdem ist Tina Schumacher nach Halle gezogen.

Spiele hat die WSG in der Vorbereitung auch bestritten, zweimal gegen den USC Braunschweig. Und die Mädels haben nach der zweiten Auflage, die sie hoch verloren haben, Humor bewiesen. „Sie haben das mit den schlechten Lichtverhältnissen in der Halle begründet“, sagt Dreher lächelnd. Zum Glück herrschte nicht noch Bodennebel, so konnte die Trainerin einige Erkenntnisse aus den Partien für die Einheiten sammeln. „Wir haben uns erst konkret auf Zuspiel und Angriff und Laufwege konzentriert“, erklärt sie. „Derzeit legen wir unseren Schwerpunkt auf die Block-Feldabwehr.“

Janine Dreher macht zudem aus der personellen Situation eine Tugend. So klein ihr Kader auch ist, verfügt er doch über große Erfahrung – ob die einer Sabine Grenzau, einer Michaela Buschke oder einer Constanze Spangenberg. „Das Positive an einem kleinen Kader ist doch, dass so wirklich jede gefordert ist“, sagt sie. Wichtig ist nur, „dass alle in einem Boot bleiben“. Sie sitzt da natürlich auch, allerdings eher an der Seitenlinie und als Kommandosprecherin während der Partie. „Wir können jederzeit auch Spielerinnen nachmelden“, erklärt sie jedoch.

Das würde auch sie selbst betreffen, denn gerade nach den Abgängen von Lena Timme und vor allem Libera Eva Neumann (beide USC) wird sich Dreher vielleicht mit dem Gedanken anfreunden müssen, irgendwann wieder nach einem Regionalliga-Spiel einen Muskelkater zu verspüren.