Zum Artikel "OSC-Zweite steht kurz vor der Blamage" über das DFB-Pokalspiel zwischen Blau-Weiß Empor Wanzleben II und dem Oscherslebener SC II, erschienen am Dienstag, meldete sich OSC-Trainer Michael Franke zu Wort.

"Normalerweise sehe ich es nicht als meine Aufgabe an, auf Berichterstattungen des Gegners zu reagieren. In diesem Fall aber muss ich, auch zum Schutz und zur Verteidigung meiner Spieler eine Ausnahme machen.

Ich muss zugeben, bei der Lektüre des betreffenden Artikels zum Spiel zwischen Empor Wanzleben II gegen den OSC II, fiel mir fast die Kaffeetasse aus der Hand. Leide ich etwa an Wahrnehmungsschwierigkeiten?

Als Trainer der Zweiten des OSC hatte ich am vergangenen Samstag ein ordentliches Pokalspiel gesehen, das mit dem OSC II einen hochverdienten Sieger fand. Den Aussagen des gestrigen Artikels ist zu entnehmen, das dieses eine glückliche, ja fast ungerechte Fügung war. Dem muss ich hier entschieden widersprechen.

Ja, auch ich bescheinige dem Team der Empor-Reserve eine gute, kämpferisch starke Leistung. Sie haben versucht, mit ihren Mitteln dem vermeidlich "Großen" ein Bein zu stellen. Dennoch war mein Team über die gesamte Distanz spielbestimmend und erarbeitete sich unzählige Torchancen. 17 Großchancen, 6-mal allein retteten Pfosten oder Latte für Wanzleben kamen bis zum Spielende zusammen, dem entgegen hatte Markus Hinz als Torhüter des OSC II ganze vier Torschüsse in 120 Minuten zu meistern.

Einem, wie richtig dargestellt, sehr gut aufgelegten Torhüter Nevermann im Wanzlebener Tor und dem Fakt, das meine Spieler vor dem gegnerischen Tor mit Unkonzentriertheit, aber auch Pech agierten, ist es geschuldet, dass diese Partie in die Verlängerung gehen musste. Bei einem 8:1, 9:1 oder auch mehr, hätte man sich nach 90 Minuten auf Wanzlebener Seite nicht beschweren können.

Die abfällige Bemerkung "Das 2:1 durch Arian Bunke feierten die Gäste wie einen Endspielsieg" ist daher respektlos und entbehrt jeder Wahrheit. Ich denke, das man sich generell nach erzielten Toren schon ein bisschen freuen darf. Das macht ihr in Wanzleben doch wohl auch?! Im Angesicht so vieler vergebener Torgelegenheiten und der erlösenden Wirkung dieses Treffers, waren wir natürlich besonders erleichtert. Und sollten wir eventuell wirklich das Endspiel erreichen, lade ich den Autor des gestrigen Artikels gerne ein. Er kann sich dann ein Bild davon machen, wie wir solche Dinge feiern.

Grundsätzlich denke ich, dass man ein wenig mehr Respekt vor der Leistung des Gegners haben sollte. Bei aller Wertschätzung der eigenen sportlichen Leistung sollte man sich darüber im Klaren sein, dass eine Berichterstattung zumindest halbwegs neutral und wahrhaft sein muss, da in der Leserschaft sonst ein völlig falsches Bild entsteht und das haben meine Spieler aufgrund ihrer geleisteten Arbeit nicht verdient.

Michael Franke

Trainer der OSC-Zweiten