Magdeburg l Als Ruheständler frönte der ehemalige Chefarzt aus Halberstadt wieder verstärkt dem Spiel mit den Kugeln und den Banden. Und er wurde zuletzt für die regelmäßige Billard-Übung zwar nicht mit dem Titel, dafür aber mit Bronze bei der Landesmeisterschaft belohnt. Der 64-Jährige musste an den Tischen seines 1. BC Magdeburg nur Uwe Werner und Markus Schönhoff den Vortritt lassen. Das war am 31. Oktober, und es war das vorerst letzte Mal, dass sich die Akteure des BCM mit Konkurrenten in den Aufnahmen duellierten. Eder sagt: „Wenn die Saison nicht im Januar sofort weitergeht, wird es schwierig, sie regulär zu beenden.“ Die Saison in der 1. Dreiband-Bundesliga.

Einschränkungen im Spielbetrieb

Schon vor dem Corona-Lockdown, der am vergangenen Montag in Kraft getreten ist, haben Spiele nicht mehr stattgefunden. Zum einen, weil das Beherbergungsverbot zwischenzeitlich herrschte. Zum anderen, weil sich Akteure mit Corona infiziert hatten. Und auch, weil Teams wegen der Reisebeschränkungen ihre ausländischen Spieler nicht an den Tisch bringen konnten. „Auch wir konnten nicht mehr in den gewünschten Besetzungen an den Start gehen“, erklärt Eder.

Der Däne Dion Nelin kam nur zu einem Einsatz, der Türke Ömer Karakurt zu gar keinem, weil er sein Heimatland nicht verlassen durfte. Womit die Nummer eins und zwei fehlten. Auch deshalb kassierten die Magdeburger drei Niederlagen in den bislang drei Saisonspielen.

Hoffnung auf Solidarität

Zu den Auswärtspartien Mitte Oktober in St. Wendel und Elversberg ist der nationale Meister von 2019 indes erst gar nicht angereist. Die Deutsche Billard Union ließ sogar den kompletten Spieltag ausfallen, „gleiches Recht für alle“ sollte gelten. Oder eben Solidarität im Sport. „Ich gehe davon aus, dass in diesem Jahr kein Spiel mehr stattfinden wird“, sagt Eder, der Mannschaftsleiter der Magdeburger, die am letzten November-Wochenende BC München und BC Stuttgart empfangen sollten. Und es sollte zugleich ein Wiedersehen mit der ehemaligen Nummer eins des BCM, Dick Jaspers, jetzt in Diensten der Schwaben, werden.

Im Billard-Internetportal „kozoom.de“ wurde den Vereinsverantwortlichen die Frage gestellt: „Wird die Saison regulär zu Ende gespielt?“ Eder hat trotz gewisser Bedenken die Frage mit einem deutlichen „Ja“ beantwortet. Aber die Liga befindet sich in ihrer Meinung in einem Zwiespalt. „Es ist schwerlich zu glauben, dass die Saison regulär zu Ende gespielt wird“, sagt zum Beispiel Rainer Selgrath, Manager des BC St. Wendel. „Möglicherweise wird versucht, wenigstens die Spiele der Hinrunde komplett zu absolvieren.“

Flexible Planung als Lösung

Dagegen sagt Norbert Roestel, Teamchef des BC International Berlin: „Mit einer flexiblen Terminplanung wird die Saison zu Ende gespielt werden können.“ Und er ergänzt: „Dass es für viele Mannschaften schwierig bis unmöglich werden könnte, mit der vorgesehenen Mannschaftsstärke anzutreten, muss man in Kauf nehmen. Eine Absage der Saison ist für uns keine Option.“ 15 Spieltage stehen noch aus.

Und für den Fall, dass diese ausgetragen werden, sollte Eder, selbst ein ehemaliger Bundesliga-Spieler, weiter trainieren, um bei einem Ausfall von Schönhoff, Werner, Falko Willenberger oder auch vom Tschechen Radek Novak bereit für die Liga-Konkurrenz zu sein. Bei der jüngsten Landesmeisterschaft hat er im Schnitt 0,778 Punkte bei 30 Aufnahmen pro Partie erzielt.

Markus Schönhoff kam mit 0,992 Zählern zwar auf den besten Wert, musste sich aber Uwe Werner (0,806) im entscheidenden Duell geschlagen geben. „In den vergangenen Jahren war ich nicht mehr so stark. Aber diesmal hat man gesehen, dass ich wieder mehr gespielt habe“, freute sich Eder über die Bronzemedaille, die er sich vor den Altenweddingern Manfred Schuffert (0,493), Karsten Schubert (0,668) und Teamgefährte Mario Jordan (0,480) sicherte.