Wulferstedt l In der ersten Halbzeit tat sich Osterwieck überraschend schwer, fand keinen Zugriff. Auch wenn bei Germania längst nicht alles optimal lief, reichte es zu einer 2:0-Führung zur Pause.

Wulferstedt hielt den Ball überwiegend in den eigenen Reihen, gab klar den Takt an. Im Abschluss fehlte wie gewohnt der Feinschliff. Erster Aufreger in der 19. Minute: Eintrachts Dennis Mzyk spielte im Laufduell mit dem schnelleren Herzberg den Ball mit der vorgestreckten Hand im Strafraum. Da dem Schiedsrichter der Rücken der Spieler zugewandt war, konnte er das nicht sehen und der Pfiff blieb aus. Der natürliche Protest von Herzberg zog jedoch gleich eine Gelbe Karte nach sich.

Fast den Ausgleich erzielt

Wulferstedts Chancen häuften sich, die Führung lag längst in der Luft. In der 36. Minute war es soweit: Christian Reimann zielte nach toller Vorarbeit von Pascal Kunze trocken auf die kurze Ecke und der Ball war drin. Mit der ersten richtigen Chance hätte Hannes Seubert fast den Ausgleich erzielt. Sein feiner Lupfer setzte auf der Latte auf (41.). Die beiden letzten Wulferstedter Chancen hatten es nochmal in sich. Herzberg spielte von der Grundlinie Dreyer in den Fuß, dessen Schuss noch von einem Ostwiecker Bein auf der Torlinie gestoppt wurde (42.). Philipp Charwat ging halb rechts mit Zug zum Tor, traf aus vollem Lauf zum 2:0 vor dem Pausenpfiff.

Nach einer Umstellung und Doppelwechsel kam Osterwieck wie verwandelt aus der Kabine. Plötzlich war auch Leben im Spiel der Gäste, worauf sich Wulferstedt erst einstellen musste. Der kleine, agile Andreas Jäger nutzte die Orientierungsphase und stellte den Anschluss her (49.).

Elfmeter trifft

Recht zügig konnten die Germanen das Spielgeschehen wieder beruhigen, zumal die nächste Entscheidung des Schiedsrichters von großem Vorteil war: Einen normalen Rempler an Robert Dreyer pfiff der Schiedsrichter als Foulspiel, verlegte den „Tatort“ aber nach außerhalb des Strafraumes. Da der Rempler aber im Strafraum geschah und der Linienrichter darauf hinwies, blieb dem Spielleiter nichts anderes übrig, als unter heftigem Prostest der Gäste auf den Punkt zu zeigen. René Jahn verwandelte den Strafstoß sicher zum 3:1 (60.).

In einer gefühlten Phase voller Spielkontrolle fiel aus heiterem Himmel das 2:3. Eine Wulferstedter Nachlässigkeit brachte Valentin Schmidt dem Tor extrem nahe. Es folgte eine einfache Körpertäuschung, um zum kontrollierten und erfolgreichen Abschluss zu kommen (75.). Reimann hätte alles für Wulferstedt klar machen können, als er sich schön durchspielte, aber aus elf Metern völlig frei über das Tor schoss (80.). Stattdessen ließ auf der anderen Seite der bis dahin fehlerfreie Beisch einen schon sicher gefangenen Ball nach einem Freistoß noch aus der Hand rutschen. Diefert reagierte schnell und stocherte den Ball zum überraschenden 3:3-Unentschieden ins Netz (83.). Osterwieck wirkte nach dem Abpfiff wesentlich befreiter. Die gute Wulferstedts Laune war dann aber spätestens bis zur anschließenden Saisonabschlussfeier wiedergekehrt.

Statistik

Germania Wulferstedt: Beisch – Dilge (81. Mann), Kunze (56. Reschke), Brunke, Charwat, Rzehaczek, Grzenda, Jahn, Dreyer, Herzberg, Reimann;

Tore: 1:0 Reimann (36.), 2:0 Charwat (45.), 2:1 Jäger (49.), 3:1 Jahn (FE, 60.), 3:2 Schmidt (75.), 3:3 Diefert (83.)

Schiedsrichter: Michael Andrae – Ralf Wondratschek, Manuel Stein

Zuschauer: 155