Ummendorf l Auf den Fußballfeldern Sachsen-Anhalts erwarb er sich durch sein Können, seine Leistungsbereitschaft und sein sportlich-faires Auftreten weithin einen guten Ruf. Seine erfolgreiche Laufbahn nahm ihren Anfang in Ummendorf. Über die weiteren Stationen 1. FC Magdeburg (1996-2000, Nachwuchs), TSV Völpke (2000-2015) und den SV Seehausen (2015-2017) kehrte er 2017 zu seinem Heimatverein zurück. In Völpke war Bree eine Institution, bestritt für den TSV 400 Pflichtspiele (davon 30 in der NOFV-Oberliga Süd).

Wie alles unter Jürgen Heider begann

Brees Gedanken gehen in die 1990er Jahre zurück, als sein Interesse für den Fußball wach wurde. „Angefangen habe ich in Ummendorf in der C-Jugend bei Übungsleiter Jürgen Heider, der mir den ersten Schliff verpasste,“ erinnert er sich. Es folgten Berufungen in Auswahlmannschaften, die es möglich machten, in die Nachwuchsabteilung des 1. FC Magdeburg aufgenommen zu werden. Von 1996 bis 2000 trainierte Bree dort unter Matthias Pape und Volker Stähr, zwei ausgezeichneten Fachleuten, die ihn forderten und förderten. Seine positive Entwicklung manifestierte sich auf dem Fußballfeld in Meisterschaftserfolgen und dem Gewinn des DFB-A-Junioren-Pokals 1999.

TSV Völpke wird seine neue Wirkungsstätte

Im Bördekreis war der TSV Völpke 1999/2000 inzwischen in die Verbandsliga aufgestiegen und hatte im ersten Spieljahr den Klassenerhalt geschafft. Für Bree stand der Wechsel in den Männerbereich an. Auf der Suche nach einem entsprechenden Verein spielte er in Wanzleben und Völpke vor, wo er 2000/01 einen Vertrag erhielt. Dort hatte inzwischen der ehemalige DDR-Oberligaspieler und spätere Zweitliga-Profi Thoralf Bennert als Spielertrainer angeheuert. Mit ihm und seinem Co-Partner Andreas Brisch zog eine neue, höhere Qualität in den Trainings- und Spielbetrieb ein. Wie alle anderen profitierte auch Ronny Bree von den höheren Trainingsanforderungen, was sich in einem deutlichen Leistungsanstieg manifestierte.

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Beim TSV auf einem erfolgreichen Weg

In seinen 15 „Dienstjahren“ beim TSV erlebte Ronny Bree Erfolge und Höhepunkte, auf die kein anderer Spieler aus dem Bördekreis in der Verbandsliga, dem Fußball-Oberhaus des Landes, verweisen kann. Dazu gehören der Gewinn des Hallen-Landesmeistertitels im Winter 2000; der vierte Tabellenplatz 2001/02; der Vize-Landesmeistertitel 2002/03 und der Gewinn des Landespokals 2003/04 in Dessau. Die Auslosung in der ersten Hauptrunde im DFB-Vereinspokal am 17. Juli in der ARD-Sportschau bescherte Völpke das Traumlos FC Bayern München und rückte den Ort in den Blickpunkt einer bundesweiten Fußballöffentlichkeit.

Wie für alle im Verein wurde das Spiel in Dessau am 21. August 2004 auch für Ronny zu einem einmaligen und unvergesslichen Erlebnis. Der Gewinn des Landesmeistertitels am 11. Juni 2005 und der damit verbundene Aufstieg in die Oberliga Süd des Nordostdeutschen Fußballverbandes (NOFV) ist der absolute Höhepunkt in der Vereinsgeschichte. Zu den ersten Gratulanten gehörten der Vizepräsident des FSA, Prof. Dr. Klaus Dechand und der Spielausschussvorsitzende Klaus Peter Fischer.

Der Aufenthalt in der Oberliga Süd 2005/06 dauerte leider nur ein Jahr. Nie zuvor und auch nie wieder danach hat Völpke in einer so hohen Leistungsklasse gespielt. Die 15 Heimspiele sahen 7474 Zuschauer. Das entspricht einem Durchschnitt von 498 je Begegnung. Ronny Bree bestritt als einziger Spieler alle 30 Begegnungen. In den Jahren nach 2008/09 musste Völpke leistungsmäßig Abstriche machen. Nach 15 Jahren und genau 400 Pflichspielen beendete Ronny Bree nach einer würdigen Verabschiedung sein Engagement beim TSV Völpke.

Stationen in Seehausen und Ummendorf

Am 1. Juli 2016 gründete Ronny Bree mit seinem langjährigen Freund und Arbeitskollegen Sebastian Foitzik die gemeinsame Firma METANEO. Der Fußball geriet dadurch etwas in den Hintergrund. Beim SV Seehausen war er von Pech verfolgt. Im Winter 2016 zog er sich einen Schienbein- und Wadenbeinbruch zu, der ihn 16 Monate außer Gefecht setzte. Seinen Abschied vom SV Seehausen feierte er im letzten Punktspiel der Saison 2016/17 mit einem Sieg und einem Tor.

Im Sommer 2017 schließt sich der Kreis, Ronny Bree ist „endlich wieder zu Hause“, beim USV, angekommen. Er freute sich sehr über die neue Aufgabe, Ummendorf spielte mittlerweile in der Landesklasse und er hatte wieder richtig Lust auf Fußball.

Doch auch hier blieb er von Verletzungen nicht verschont. Am 1. Mai 2018 erlitt Bree wieder einen Schienbeinbruch, mit dem er 2019 immer noch zu kämpfen hatte. Aus diesem Grund entschloss er sich, seine erfolgreiche Laufbahn zu beenden. Die Gefahr, dass wieder etwas passieren kann, ist groß. Dieses Risiko möchte er auch im Interesse seiner Familie nicht eingehen.

Bree‘s Gedanken zum Abschied

„Ich liebe den Fußball, dieser Sport hat mich seit meinem fünften Lebensjahr begleitet und geformt. Ich durfte ausgezeichnete Trainer, Betreuer, Spieler und noch andere hervorragende Menschen kennenlernen. Ich möchte allen danken, meiner Familie und allen Freunden, die mich auf meinem Weg begleitet haben. Es gab Situationen und Erlebnisse, die nie wiederkehren werden. Ich war sicher nicht der beste Fußballer, aber ich war immer mit dem Herzen und starkem Willen dabei.“

Dem gibt es nichts mehr hinzu zufügen! Das kann auch der Verfasser dieses Beitrages, der Bree 15 Jahre als Stadionsprecher und Berichterstatter erleben konnte, bestätigen.