Wulferstedt l Der SV Hötensleben hat erst im Elfmeterschießen gegen den Verbandsligisten aus Westerhausen verloren.

Favorit wackelt, fällt aber nicht

Was war das für ein spannendes Halbfinale? Hötensleben stellt eindeutig die Überraschungsmannschaft des Turniers. Der Bördeoberligist war dem drei Klassen höher ansässigen Verbandsligisten über weite Strecken zumindest gleichwertig und zwang den Favoriten mit einem 2:2 nach regulärer Spielzeit in das Elfmeterschießen. Verständlicherweise hatte der neutrale Zuschauer nichts gegen einen Finaleinzug des vermeintlich Kleineren. Das hätte sich Hötensleben mit dieser starken Leistung verdient. Westerhausen hatte aber im Elfmeterschießen die besseren Nerven.

Ein Dreiklassenunterschied war zu keiner Zeit zu erkennen. Der SVH kompensierte das Fehlen wichtiger Stammkräfte erstaunlich gut. Die Strauß-Elf ließ Westerhausen durch hohe Laufarbeit, starkes Stellungsspiel und unermüdlichen Einsatz meist ideenlos wirken. Und der Underdog hätte führen müssen. Meßner nahm einen verunglückten Rückpass auf und steuerte allein auf den Torhüter zu. Ihm fehlte der Mut zum Risiko, ließ sich noch abdrängen und die Chance war dahin (3.). Meist gebunden in der eigenen Hälfte forderten die Westerhäuser Spieler immer wieder eigene Körpersprache. So kam die Wolfsberg-Elf bestenfalls zu Nadelstichen, über die Hötensleben (noch) erhaben war.

Beim SVH lief viel über Sturmspitze Meßner. Als er wieder schön geschickt wurde, fehlte in der Mitte der Abnehmer (14.). Dann erneut ein verhungernder Rückpass des Verbandsligisten. Meßner zog aber nicht voll durch und so war Schlussmann Silva Rios den Hauch eher am Ball (17.). Es war schon beachtlich, wie sicher der SVH den Ball laufen ließ.

Remis zur Pause

Das 0:1 kam in dieser Phase überraschend. Westerhausens Schmidt war beim Anspiel nicht im Abseits, tanzte Hoffmann aus und netzte ein (26.). Hötensleben blieb unbeeindruckt. Diese Haltung wurde noch vor der Pause belohnt. Winkler hätte es schon in der 40. Minute machen können. Er lief seinen Nebenmännern davon und lupfte den Ball über Silva Rios hinweg. Der Ball wäre drin gewesen, doch der lange Schlussmann sprang hoch und kam noch mit der Hand dran. Als Marques Ribas´Gewaltschuss von Hoffmann spektakulär abgewehrt wurde, ging es gleich auf die andere Seite. Hötensleben band den Favoriten nochmal in dessen Strafraum. Ein kurzes Anspiel auf Winkler, der den Ball wieder gedankenschnell lupfte und diesmal erfolgreich war. Abgeprallt vom Innenpfosten sprang der Ball in der Luft hinter die Torlinie, was der Assistent sofort anzeigte (45.). Ein hochverdienter Ausgleich mit dem Pausenpfiff.

Nach Wiederbeginn schonte das Spiel zunächst die Nerven. Chancen gab es erstmal auf beiden Seiten nicht. Der SVH blieb sehr konzentriert, während Westerhausen einfach keine adäquaten Mittel fand. Einflussreich war die jeweilige Einwechslung, die beide Trainer in der 65. Minute vornahmen.

Westerhausen lässt den Siegtreffer liegen

Beide Spieler sollten gleich treffen. Hötensleben machte den Anfang. Brömse lief steil zur Grundlinie, flankte hinein, Winkler legte per Kopf ab und Justin Ohnesorge vollendete entschlossen zum verdienten 2:1 (68.). Gleich nach Wiederanstoß hatte der SVH den frischen Borges Carvalho noch nicht richtig auf dem Radar. Er kam aus spitzem Winkel zum Schuss und war erfolgreich (70.). Die Spielzeit verstrich weiter. Kurz vor dem pünktlichen Schlusspfiff reizte Westerhausen nochmal alle Anstrengungen aus, um das Elfmeterschießen zu verhindern. Borges Carvalho hatte die große Chance zum Siegtreffer, doch Jankowski lenkte den Ball mit dem Fuß neben das Tor. Neubauer knallte den Ball noch an den Pfosten (90.).

Im Elfmeterschießen erwiesen sich die ersten vier Schützen der Harzer als treffsicher (Schmidt, Neubauer, Borges Carvalho und Müller). Hötensleben verschoss zwei von vier Elfmetern und so brauchte der Fünfte nicht mehr ausgeführt zu werden.

Statistik

Hötensleben: Hoffmann (60. Jankowski) – Doerge, Rudloff, Burchhardt, Brömse, Meßner, Winkler, Thielecke, Peine, Domagala, F. Kittel (Wiedecke, J. Ohnesorge, Meyer)

Westerhausen: Silva Rios – Fricke, Weber, Müller, Neubauer, Rathsack, Grund, Schmidt, Marques Ribas, Bäcker, Roldan Arias (Frye, Borges Carvalho)

Schiedrichter: Leon Kocherscheid, Felix Bausenwein, Mike Weiß

Zuschauer: 103.