Wulferstedt l Zur Objektivität gehört, dass zwei gleichwertige Mannschaften fußballerisches Mittelmaß ablieferten. Gerade weil Wulferstedt sehr engagiert begann, sind die 20 Minuten „Frischlingsfußball“ Mitte der ersten Halbzeit schwer nachvollziehbar. Thale ließ sich auch nicht lange bitten und grinste in sich hinein, zwei so leichte Tore in Wulferstedt schießen zu können. Erst fand ein „Allerwelt-Schuss“ von Hägemann aus 16 Metern den Weg ins Tor (17.). Beisch sah den Ball wohl zu spät, auch setzte dieser auf, doch an guten Tagen ist der haltbar. Dann ein Missverständnis nach dem Vorbild „Nimm Du ihn, ich hab ihn sicher“ und Block brauchte den Ball spielend einfach nur noch einzunetzen (2:0, 21.). Damit gab sich Thale erstmal völlig zufrieden und ließ Wulferstedt spielen.

Die Gastgeber taten sich bis zur Pause schwer. Es entstanden maximal Halbchancen, die den nicht besonders souveränen Gästekeeper Hottelmann vor keine ernsten Probleme stellten. Wulferstedts Beisch musste sogar gegen Hägemann das 0:3 verhindern (36.).

Elfmeter nicht gegeben

In der Pause nahm das Trainer-Duo Umstellungen vor. Tore der Heimmannschaft wurden gefordert und sie fielen – wenn auch spät und nicht in der richtigen Reihenfolge, um das Ergebnis noch positiv zu gestalten. In der 48. Minute war Reimann schon nah am Anschluss. Den halbhohen Ball wollte er vor dem Tor direkt nehmen, trat aber daneben. Dann das 1:2, als Ilsmann nach Reimann-Vorlage einköpfte (61.). Die Aufholjagd schien eröffnet, wurde aber jäh gedämpft, durch folgendes Ereignis: Ilsmann wurde im gegnerischen Strafraum gefoult und blieb verletzt liegen. Jeder, der Martin Ilsmann kennt, weiß, dass er wirklich nur liegen bleibt, wenn etwas Ernstes ist. Die Harzer unternahmen den sofortigen Gegenstoß, spielten weiter, der Pass in die Schnittstelle war zudem hoch abseitsverdächtig und Zavjalovs überlupfte Beisch zum 1:3 (68.). Die Zuschauer auf der Höhe erkannten mit fußballerischem Sachverstand ein klares Abseits. Der Treffer zählte. Ilsmann musste verletzt ausscheiden. Reimann verkürzte noch einmal. Er streckte die Fußspitze in einen langen Ball und gab die entscheidende Richtungsänderung, der Ball rollte ins Tor (77.). Der junge Schiedsrichter ahndete die Zeitunterbrechungen mit fünfminütiger Nachspielzeit. Alle Versuche der Germanen, noch auf 3:3 zu kommen, blieben erfolglos. In der Schlussphase ließ der Schiedsrichter einen berechtigten Elfmeter für Wulferstedt unbeachtet, als Herzberg im Strafraum umgestoßen wurde und auch behandelt werden musste. Thale feierte sich nach Abpfiff gebührend in dem Wissen, wie schwer es ist, in Wulferstedt zu gewinnen.

Tore

0:1 Hägemann (18.), 0:2 Block (21.), 1:2 Ilsmann (61.), 1:3 Zavjalovs (68.), 2:3 Reimann (77.)