Schönebeck l Das Glück ist nicht immer mit dem Tüchtigen. Während das Tabellenschlusslicht der Sachsen-Anhalt-Liga, Lok Schönebeck, am Sonnabend im Punktspiel gegen den SV Langenweddingen an seine Grenzen ging, zeigten die Sülzetaler eine eher schwache Leistung – und gewannen dank eines Siebenmeters in der Schlusssekunde trotzdem.

Der erste Sieg der Sachsen-Anhalt-Liga war für die Handballer der SG Lok Schönebeck zum Greifen nah. Ein Siebenmeter in der letzten Spielminute besiegelte aber eine erneute Niederlage. Mit 26:27 (18:15) verloren die Lok-Männer gegen den SV Langenweddingen.

Trainer geben Spieleinschätzung

„Wir haben nicht gut gespielt und trotzdem gewonnen“, wusste SVL-Coach Ingo Friedl um das Glück, dass sein Team hatte. Lange Zeit sah es nämlich nach dem ersten Lok-Sieg in der Sachsen-Anhalt-Liga aus. Über weite Strecken spielte Schönebeck gut, es klappte fast alles. „40 Minuten spielen wir überragend, die letzten zehn Minuten jeder Halbzeit aber nicht“, sagte Sebastian Roost, der lange nach Worten suchte. Denn seine Mannschaft führte zwischenzeitlich sogar mit drei Treffern, schaffte es aber nicht, diesen Vorsprung zu verteidigen. Die Gründe, warum es am Ende wieder nicht reichte, konnte sich der Übungsleiter vorerst auch nicht erklären, sagte dann aber: „Wir werfen einfach keine Tore mehr. Wir setzen nicht das um, was wir besprochen haben und verzetteln uns im Klein-Klein.“

Auch Friedl übte Kritik: „Wir haben sehr schlecht in der Abwehr gestanden und dadurch viele Tore gefangen. Mit unserer Personaldecke war das aber auch nicht anders zu erwarten. Schönebeck hat zudem sehr am Limit gespielt und uns gefordert.“

Führung zur Halbzeit

Von Beginn an zeigte Lok Siegeswillen, ging ab Minute eins in Führung. Zwei Tore von Nico Haverland brachten die Führung ein (2:0, 5.). Denny Schulz schraubte mit drei Treffern in Serie das Ergebnis sogar auf 8:4 in die Höhe. „Wenn wir schnell gespielt und die Lücken ausgenutzt haben, dann waren wir auch erfolgreich“, so Roost. Lok ging mit einer komfortablen Drei-Tore-Führung in die Kabine. Doch in der Schlussphase zeichnete sich bereits ab, dass Langenweddingen sich nicht ergeben wird. Fehler und Unachtsamkeiten wurden umgehend bestraft. „In den letzten zehn Minuten haben wir das Spiel gedreht“, wusste der SVL-Coach.

Beide Teams spielten mit viel Elan, doch Lok verteidigte die Führung vehement, auch weil Dobertin im Tor immer wieder starke Paraden zeigte. Richtig spannend wurde es in der 46. Minute, als der Vorsprung auf einen Zähler verringert wurde. Stefan Schult war es, der vier Minuten vor dem Ende zum 26:26 traf. Roost reagierte mit einer Auszeit, nachdem zuvor die Offensivreihen am jeweiligen Keeper scheiterten.

Entscheidung durch einen Siebenmeter

Doch der Angriff wurde leichtfertig weggegeben. Die SG Lok geriet ins Zeitspiel. Es gab einen Freiwurf, der ohne einen weiteren Pass zu spielen war. Jan Bauer bekam den Ball, verzögerte, schloss aber nicht ab. So gelangte der Gast in Ballbesitz, worauf erneut eine Auszeit folgte. Somit sollte der letzte Angriff der Partie oder Unentschieden oder Niederlage entscheiden. Den ersten Wurfversuch wehrte Dobertin noch ab. Beim Nachsetzen entschieden die Unparteiischen auf Siebenmeter und die Punkte waren dahin, denn Marcus Peschke verwandelte sicher.

Statistik

SG Lok Schönebeck: Dobertin, Knörich - Minet, Kessel, Schulz (4), Bauer (5), Haverland (3/1), Willner (1), Bullmann (1), Riedel (1), Meyer (1), Ernst (6), Krause (4/2)

SV Langenweddingen: Böhm - Merkel (2), J. Oeltze (3), M. Oeltze (5), Elschner, R. Schult (4), Bollmann, Thürmer (1), Peschke (8/5), Bethge, S. Schult (4/2)

Siebenmeter: SG Lok 3/5 - SVL 7/9

Zeitstrafen: SG Lok 3 - SVL 4