Gröningen l Es wurde über das Vereinsgeschehen streng Buch geführt, hier einige schöne Beispiele:

Mai 1920

Am Himmelfahrtstage, den 13. Mai 1920, unternahm der Gröninger Sportverein 1919 einen Hakelausflug. Es beteiligten sich ca. 50 Mitglieder. Unter klingendem Spiel nahm der Ausflug um 12 ½ Uhr mittags vom Vereinslokale aus seinen Anfang. Um 3 Uhr im Hakel angelangt, setzte starker Regen ein, der das Vergnügen wesentlich beeinträchtigte. Auf vielseitigen Wunsch zog man sich nach ca. ½ Std. Aufenthalt nach Heteborn zurück, wo in einem Gasthause einige fröhliche Std. verbracht wurden. Danach setzten wir den Fuß heimwärts, wurden noch von starken Regengüssen überrascht und landeten gegen ½ 8 Uhr abends, wenn auch völlig durchnässt, so doch wohlbehalten zu Hause an, wo das Vergnügen durch ein dreimaliges kräftiges Hipp Hipp Hurra besiegelt wurde.

Herr Wiczoreck meldet, dass ihm während des Spiels das Vereinsabzeichen von seiner Kleidung entfernt worden und einem anderen Mitgliede 5 Mark entwendet seien. Da besondere Wächter nicht gestellt werden können, ist es ratsamer, Wertsachen zum Spielplatze nicht mitzuführen oder, falls jemand nicht ohne hin kann, diese Bekannten zur Aufbewahrung während der Spielzeit zu übergeben.

Bilder

16. Februar 1921

Es wurde noch gerügt, dass ein Mitglied, trotzdem es zum Begräbnisgefolge unseres verstorbenen Mitglieds, Herrn Deicke, umgezogen war, es vorzog, nicht mitzufahren, sondern Lektüre lesend im Gasthause zu weilen.

5. Oktober 1921

In Sportkleidung ist es streng verboten, zu rauchen oder alkoholartige Getränke zu sich zu nehmen. Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafe belegt. Ebenso werden die Mitglieder, welche vor Wettkämpfen nicht den Vorschriften entsprechend leben, bestraft. Die Höhe der Geldstrafe wird in beiden Fällen vom Vorstande bestimmt.

6. September 1922

Herr Braune führt gegen Herrn Wilke, Croppenstedt Beschwerde. W. ist am 8.4. nicht zum Spiel angetreten. In Croppenstedt hat er einen Verein gegründet, er hat sich unsere alten Torhölzer auf 3 Wochen geliehen, dieselben bis heute nicht zurückgegeben. Vom I. Vorsitzenden sowie vom Mgl. Wilke wird der Vorschlag gemacht, dem jungen Verein die Tore aus sportlichen Gründen noch kurze Zeit zu belassen, gleichzeitig warnt der Vors. unsere Spieler, in Croppenstedt nicht zu spielen.

26. November 1924

Hieran wurde allgemein Klage darüber geführt, dass das Benehmen des Herrn Wirt unseren Mitgliedern, sogar dem Verein gegenüber, nicht gerade den schönsten Eindruck auf uns macht. Es entstanden die Fragen, wo sind unsere erkämpften Gegenstände, Kränze, Ehrenblatt usw? Wo ist unser Tischbanner? Hierauf erwiderte der Wirt, da ist der Fuß abgebrochen, so geht man mit unseren Sachen um. Es meldete sich darauf hier und da einer aus der Versammlung und will Kränze und Schleifen aus dem Gerümpel der Kegelbahn herausgeholt haben.

26. November 1924

Hierauf beklagte sich der Wirt über das Benehmen des Sportklubs „Preußen Halberstadt“, die seinerzeit bei uns weilten und nach Angabe des Herrn Ernst Herbst Zechprellung gemacht haben sollen.