Stendal (ckr/wse) l Die Exekutive des Internationalen Olympischen Komitees hat am 12. Februar mitgeteilt, dass Ringen nach den Spielen 2016 nicht mehr zum Kernprogramm gehören könnte. Seitdem kämpfen die Anhänger der Sportart mit vollem Einsatz gegen diese Entscheidung an. Hier wird ein Überblick darüber gegeben.

Laut Äußerungen der Exekutive des IOC hätte das Ringen an Attraktivität verloren. Es wurden weniger Tickets verkauft und kaum Medienberichte veröffentlicht. Diese Begründungen für den möglichen Rausschmiss bei Olympia, so wurde die Entscheidung empfunden, wollten viele Freunde des Sports nicht hinnehmen. Der Absturz in die Bedeutungslosigkeit drohte immerhin. Sofort nutzte man die Zeit bis zur endgültigen Abstimmung der IOC-Vollversammlung am 8. September.

Der Ringer-Weltverband, die FILA, wählte ein neues Präsidium mit neuen Vorsitzenden und mehr weiblichen Führungskräften. Weiterhin wurden die Regeln massiv verändert, um mehr und spannendere Aktionen auf der Matte zu ermöglichen. "Ob dies von Erfolg gekrönt sein wird, kann sich auf nationaler Ebene erst auf den Wettkämpfen ab Ende August, nach den Sommerferien, zeigen", weiß Christoph Krumrey, Kampfrichter beim RSV Stendal 07, zu berichten. Er und sein altmärkischer Verein kämpfen natürlich auch, und das mit Vehemenz, um den Erhalt der Sportart Ringen im Programm der Olympischen Spiele.

Viele Prominente stellten sich auch gegen das mögliche Aus. So befürworteten in Deutschland zahlreiche Sportlegenden wie beispielsweise Franz Beckenbauer, Heike Drechsler und Matthias Steiner den Verbleib von Ringen bei Olympia.

Viele Ringvereine bekamen massiven Zuspruch aus der (lokalen) Politik. Sogar Bundesinneminister Hans-Peter Friedrich (CSU), Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und zahlreiche weitere Politiker wie Claudia Roth (Grüne) gaben ihre Stimmen für das Ringen. Dabei wird immer wieder betont, dass kaum eine andere Sportart den olympischen Gedanken so wie das Ringen verkörpert. Ringen ist explizit in der olympischen Hymne erwähnt.

Eine deutschlandweite Unterschriftenaktion sollte den Funktionären verdeutlichen wie sehr die Ringer Rückhalt genießen. Auch beim Rolandpokal am 13. April in Stendal unterschrieben mehr als 100 Bürger für den Erhalt bei Olympia. Innerhalb kürzester Zeit kamen insgesamt über 130.000 Unterschriften zusammen und wurden an den DOSB übergeben.

Ein positives Zeichen für die Schwerathleten gab es bereits. Ende Mai veröffentlichte das IOC eine Shortlist mit den drei verbleibenden Sportarten, die sich weiter im Wettbewerb um den Platz im Kernprogramm für 2020 befinden. Neben Ringen gehören nur noch Squash und Baseball dazu.

Viele Ringkampfanhänger kämpfen weiter für den Erhalt bei Olympia. Vorführungen, Turniere und zahlreiche andere öffentliche Auftritte sollen den Willen der Sportler beweisen. Am Tag der offenen Tür des RSV Stendal 07 am 29. Juni stand dieses Thema im Mittelpunkt. Gemeinsam präsentierte man die Sportart und zeigte, dass der Kampf für sie die ganzen Anstrengungen Wert ist. Sowohl die Aktiven als auch die Gäste hoffen auf eine positive Entscheidung der IOC-Vollversammlung.