Salzwedel l Kein Wunder, da im Jahr 2011 die Weltmeisterschaft (WM) in der Bundesrepublik ausgetragen wurde. Einen Vorgeschmack darauf lieferte bereits U20-WM im Jahr 2010, bei der auch Sportreporter Stefan Rühling im Alter von 22 Jahren im Einsatz war.

Auf die Frage, welches das prägendste Sporterlebnis vor zehn Jahren für mich war, kann ich so recht keine Antwort geben.

Das Jahr 2010 war für mich gestückt mit Höhepunkten, zu denen auch die Neuauflage des Duells Lok Stendal gegen Bayer 04 Leverkusen aus dem goldenen Pokal-Herbst der Stendaler 1995 gehörte.

Eines davon war mit Sicherheit die FIFA U20-Frauenfußball-Weltmeisterschaft. Diese wurde in vier deutschen Städten, darunter auch Dresden, ausgetragen. Im Rudolf-Harbig-Stadion, normalerweise Spielstätte von der SG Dynamo, fanden insgesamt sieben Partien der Vorrunde und des Viertelfinales statt.

Rühling hilft bei der U20-WM mit

Die Brasilianerinnen zauberten auf dem heiligen Rasen und auch alle anderen Nationen, darunter Neuseeland, Costa Rica, Kolumbien sowie Südkorea und die Schweiz sorgten mit ihren Mannschaften und Fans für eine einzigartige Atmosphäre. Und das nicht nur im Stadion, sondern auch drumherum im gesamten Stadtgebiet. Gute vier Wochen war ich in Dresden, um bei der Vorbereitung und Durchführung dieser Weltmeisterschaft, die zugleich als Generalprobe für die große Frauen-WM 2011 galt, mitzuwirken.

In meinem Aufgabengeld, der Medien- und Öffentlichkeitsarbeit, hatte ich mit Anja Kunick eine ehemalige FIFA-Schiedsrichterin als Kollegin. Wir kannten uns bereits zuvor, da sie natürlich auch in der Frauen-Bundesliga aktiv war und ich zu dieser Zeit die Frauen des VfL Wolfsburg medial betreut habe.

Mix aus Arbeit und Abenteuer

Umso besser lief die Zusammenarbeit. Das Medienzentrum musste errichtet, Abläufe organisiert und PR-Termine begleitet werden. Vorrangig hatte ich mit den Volunteers im Medien-Team zu tun. Diese sorgten auch immer wieder für eine abwechslungsreiche Gestaltung des Feierabends. Denn die Spiele fanden vorwiegend über Mittag statt.

Im Rahmen dieser Weltmeisterschaft machte ich auch Bekanntschaft mit Steffi Jones. Vielen ist sie sicher erst durch ihren kürzlichen Auftritt bei der RTL-Show „Lets Dance“, bei der sie in der ersten Folge ausgeschieden ist, ein Begriff. Damals war sie – analog zu Franz Beckenbauer bei den Männern 2006 – Chefin des Organisationskomitees der Frauenfußball-Weltmeisterschaften 2010 und 2011. Sie war damit die oberste Repräsentantin, trug aber auch viel Verantwortung. Eine sehr angenehme Person, die immer auch links und rechts vom Geschehen ein offenes Ohr hat.

Arbeitstage waren sehr intensiv

Noch genau erinnern kann ich mich auch an meinen Geburtstag in diesem Jahr. Denn er fiel mitten in dem Zeitraum der WM. Glücklicherweise auch an einen spielfreien Tag. Dies verschaffte mir völlig überraschend etwas Freizeit. Denn unsere Medien-Volunteers, die hauptsächlich an den Spieltagen im Einsatz waren, hatten sich eine Stadtrallye für mich überlegt, damit ich Dresden auch tagsüber etwas kennenlernen konnte.

Denn normalerweise dauerte ein Arbeitstag locker von 8 bis 19 Uhr. Wir fuhren vorbei an der Gläsernen Manufaktur, waren an der Frauenkirche und natürlich an der Elbe, bevor der Abend in der Neustadt seinen Ausklang fand.

WM-Einsatz klappt nicht

Die Stadt Dresden und das Mitwirken an einer Fußball-Weltmeisterschaft hat mich so gefesselt, dass ich schon im Jahr darauf wieder zum Einsatz kommen wollte. Anja Kunick äußerte direkt den Wunsch, dass ich auch wieder in Dresden an ihrer Seite sein sollte und hinterlegte dies bei den Organisatoren des Deutschen Fußball Bundes in Frankfurt.

Es kam aber anders, doch das ist eine andere Geschichte. Dabei war ich 2011 dann trotzdem – auch in Dresden. Denn zum besten Spiel des gesamten Turniers, dem Viertelfinale zwischen den USA und Schweden, war ich kurzerhand ins Elbflorenz gereist.

Aufgrund meiner Erfahrungen kann ich übrigens gut nachvollziehen, welche Bedeutung die Verschiebung der Europameisterschaft 2020 hat.

Denn diese betrifft ja nicht nur die aktiven und hauptamtlichen Organisatoren, sondern auch Freiwillige aus dutzenden Ländern, die ihre Freizeit aufbringen wollten, um an so einem Höhepunkt mitzuwirken. Wer weiß, ob sie alle auch einfach ein Jahre schieben und sich auch im nächsten Jahr freinehmen können.