Salzwedel/Stendal l Die Zusammenlegung der Kreisfachverbände Altmark Ost und West könnte wieder mehr Wettbewerb auf die untere Ebene bringen.

Gespräche laufen an

Der Fußballverband (FSA) möchte die Zusammenschließung der Kreisfachverbände Fußball Altmark West und Altmark Ost erwirken. Wie der Vorsitzende des Spielausschusses, Christoph Blasig vom KFV Altmark-Ost, bestätigte, sollen erste Gespräche über die Fusion beider Fußballverbände geführt werden. Ein genauer Termin für die Diskussion stehe noch nicht fest, sei aber für Mitte August angedacht. „Zunächst werden sich die beiden Kreisverbände der Altmark untereinander austauschen und zusammensetzen. Beschlossen wurde seitens des FSA noch nichts. Angedacht ist aber ein Gespräch in einer großen Runde. Die Vereine der beiden Kreisverbände werden in den nächsten Wochen schriftlich darüber benachrichtigt. Bevor die Schreiben raus sind, werden wir eine Pressemitteilung veröffentlichen“, so Blasig.

Während in der Vorbereitung die Füße der Spieler heiß laufen, denken die Vereinsvorstände und Funktionäre intensiv über die viel diskutierte Fusion der Verbände nach. Michael Jacobs, sportlicher Leiter des SV Grün-Weiß Potzehne, meint: „Eine Fusion der Kreisfachverbände wird uns keine Mannschaft mehr oder weniger bringen. Für mich ist das lediglich eine Zusammenlegung der Verwaltungen wie bei der Gemeindegebietsreform.“ Aus der Sicht von Michael Jacobs wäre den Vereinen in der westlichen Altmark viel mehr geholfen, wenn der KFV Altmark West in der 1. Altmark-West-Liga Spielgemeinschaften zuließe. Mit diesem Antrag ist Grün-Weiß Potzehne beim Verbandstag 2014 gescheitert.

Gebiete sterben in der West-Altmark aus

Thomas Melzer, Sportvorstand des FSV Eiche Mieste, schlägt in dieselbe Kerbe: „Auch wenn noch nichts beschlossen ist, wird man das Rad nicht zurückdrehen können. Ich denke, der Zusammenschluss wird kommen. Die großen Klubs auf der Landesebene betrifft dieses Szenario eher weniger. Die sind lange Reisen gewohnt“, meint Melzer. „Es betrifft eher die kleineren Klubs wie uns. Aber auch da sage ich: Unsere Spieler ziehen da mit. Das kann sportlich durchaus reizvoll sein. Wir spielen dann nicht immer gegen die gleichen Spieler, sondern sehen auch mal andere Gesichter bei den Duellen“, sieht Melzer das Szenario positiv.

Kosten können steigen

„Ich sehe aktuell noch nicht die Notwendigkeit für die Bildung eines großen Kreisfachverbandes“, erklärt Rico Goroncy, Vorsitzender des Post SV Stendal.

„Der finanzielle Aufwand wird für die Vereine nicht weniger“, ist sich Goroncy sicher und verweist auf mögliche weite Auswärtsfahrten bei Spielen auf Kreisebene. Als Extrembeispiel nennt er eine Begegnung zwischen Havelberg und dem Diesdorfer SV. Mehr als 200 Kilometer lang wären An- und Abreise für die Spieler. Goroncy befürchtet, dass die weiten Fahrstrecken die Vereine vor große Probleme stellen könnten, die die Clubs in ihrer Existenz bedrohen.

Aber: Das Ergebnis der Tagung zur Zusammenlegung beider Verbände ist noch offen und wohl dennoch entschieden. „Wir werden das Ganze mitmachen. Auch wenn die Auswärtsfahrten weiter werden. Lieber so spielen, als irgendwann vielleicht gar nicht mehr“, meint Thomas Melzer.