Gardelegen l Dabei erzählt Schulze auch von seinem bislang größten Spiel als Schiedsrichter-Assistent. Erst seit dem Jahr 2017 pfeift Mattes Schulze als Schiedsrichter auf Kreisebene in der Altmark West.

Dennoch gehört der erst 16-Jährige zum erlauchten Kreis der anerkannten Schiedsrichter. Der Weg für Schulze, der nach dem Realschulabschluss eine Ausbildung zum Sozialassistenten anstrebt, um eine künftige Tätigkeit als Erzieher ausüben zu können, war jedoch steinig.

Premiere im Nachwuchs

„Mein erstes Spiel, das ich gepfiffen habe, war ein E-Jugendspiel in Gardelegen. Es war nicht schwer zu leiten, da Gardelegen deutlich und hoch gewann. Aber ich hatte sehr viele Fehler begangen. Der Laufstil entsprach nicht den Anforderungen. Ich musste vieles verbessern, um ein komplettes Spiel ohne Schwierigkeiten zu leiten. Das hat ungefähr ein halbes Jahr lang gedauert, in dem ich jede Woche eine Vielzahl an Spielen pfiff“, so Schulze.

Nervosität schnell gewichen

Schulze blieb jedoch dran und bereitete sich weiterhin akribisch auf seine Einsätze vor. Nach sechs Monaten des Lernprozesses, verbesserte sich Schulze als Schiedsrichter sukzessive. Die Entwicklung schritt voran. Mittlerweile pfeift Schulze die Kreisoberliga-Herren. „Bei Rot-Weiß Wenze pfiff ich mein erstes Herrenspiel in der Kreisoberliga. Auf diesen Moment hatte ich mich riesig gefreut. Als ich dorthin fuhr, war ich noch richtig nervös und angespannt. Dieses Gefühl verging erst nach und nach, als ich die Platzbegehung hatte und die Tornetze kontrollierte.“

Um bis zu diesem Entwicklungsschritt voran zu schreiten, gehörte viel Vorbereitung dazu. „Vor den Einsätzen schaute ich mir die Statistiken an. Wichtig war es zu wissen, was auf mich zukommen würde, damit mir das Spiel nicht aus der Hand gleitet. Dazu sah ich mir die Fairness-Tabellen an, welche Teams hart zur Sache gehen, wie die Tabellensituation der Ligen aussieht oder welche Mannschaften im Derby aufeinandertreffen “, so Schulze.

Schulze erlebt auch schwierige Spiele

Das wohl schwierigste Spiel für Schulze, war ein Herrenspiel zwischen dem SV Heide Jävenitz und dem SV Brunau. Das Spiel endete mit 2:1 für Jävenitz und jede Menge Gesprächsstoff bei den Brunauern. „Das war schon knifflig. Erst zeigte ich einem Brunauer Spieler die rote Karte nach etwa einer Stunde. Dann ging Brunau in Unterzahl in Führung. Nach dem Führungstor, gab ich einen indirekten Freistoß im Strafraum gegen Brunau. Daraufhin fiel der 1:1-Ausgleichstreffer. Am Schluss erzielte Jävenitz noch das 2:1-Siegtor. Da fielen einige Beschimpfungen von draußen in meine Richtung.“

Schulze blieb bei seinen Entscheidungen und ließ sich nicht verrückt machen. „Das darf einen nicht zu lange beschäftigen. Das muss von einem Ohr rein und zum anderen wieder raus gehen. Spätestens einen Tag später, muss man das Spiel abhaken. Wenn das einen zu sehr beschäftigt, geht das nächste Spiel in die Hose, verliert die Lust und hört als Schiedsrichter womöglich noch auf.“

Das Durchhaltevermögen und die gute Nervenstärke von Schulze, zeichnete sich aus und wurde mit einem besonderen Moment belohnt. Als Linienrichter wurde Mattes Schulze in der vergangenen Spielzeit sogar als Linienrichter beim 1. FC Lok Stendal eingesetzt. Der Oberligist trat im Stadion am Hölzchen im Rahmen eines Testspiels gegen Haldensleben an. Mattes Schulze war mittendrin: „Das war schon ein tolles Erlebnis, dort im Stadion an der Linie zu stehen“, gesteht Schulze.

Auf dem Spielfeld als Schiedsrichter agiert der Teenager allerdings lieber. „Man hat mehr Aufgaben und Abwechslung, als an der Linie. In dieser Position möchte ich so weit wie möglich nach oben gelangen.“

Auf die sportliche Zukunft von Schiedsrichter-Talent Mattes Schulze darf man in der Altmark gespannt sein.