Diesdorf/Langenapel l Die Schützlinge von David Heitmann und Eduard de Beurs wollten daraufhin im niedersächsischen Kreis Gifhorn in der Kreisliga auf Punktejagd gehen und schlossen sich mit dem SV Hagen-Mahnburg zu einer Spielgemeinschaft zusammen. Alles kein Problem – dachten alle. Doch dann machte der Fußballverband Sachsen-Anhalt (FSA) dem Ganzen einen Strich durch die Rechnung. Folge: Die Truppe musste sich auflösen, eine Reihe von Spielern blieb auf der Strecke.

Coach David Heitmann weilte zusammen mit seinem Assistenten Eduard de Beurs und Mannschaftskapitän Martin Wendt bereits im April dieses Jahres zu Gesprächen in Mahnburg. Der Plan: Eine Spielgemeinschaft für die A-Jugend-Saison 2017/2018. „Wir sind uns direkt einig geworden. Hagen-Mahnburg war begeistert, denn sie hatten zuvor selbst lange keine A-Jugend“, verrät Heitmann. Zu diesem Zeitpunkt spielte seine Mannschaft, die SG Diesdorf/Langenapel, noch in der B-Junioren-Kreisliga. Da allerdings der Großteil des Teams in die A-Jugend hochrücken musste, sollte eine solche gegründet werden. Damit die Truppe aber auch in Niedersachsen, in der Kreisliga Gifhorn, hätte mitspielen dürfen, mussten sich die Westaltmärker dort einen Partnerverein suchen.

Antrag: NFV gibt auf Anhieb sein Okay

David Heitmann pflegt schon seit Jahren gute Kontakte zum SV Hagen-Mahnburg. Selbst ist der Ex-Langenapeler, wohnhaft in Wittingen, auch für die SV-Herrenmannschaft in der 2. Kreisklasse als Torhüter aktiv. Da lag es für ihn nahe, seine Beziehungen spielen zu lassen. „Die Entfernungen in der Landesliga in Sachsen-Anhalt wären zu groß gewesen. Gerade für die angehenden Abiturienten wäre dies nicht zu stemmen gewesen. Die Jungs wollten es auch gar nicht“, erklärt der Trainer. Bereits Mitte Juni ging der Antrag an den Niedersächsischen Fußball-Verband (NFV) raus, der auch sofort genehmigt wurde. Die Bedingung: Die Heimspiele der Spielgemeinschaft hätten in Mahnburg stattfinden müssen. Der NFV musste den Antrag allerdings noch an den FSA weiterleiten, der ebenfalls sein Okay geben musste.

„Es gab allerdings vom FSA nie eine schriftliche Rückmeldung. Selbst auf Anrufe wurde nicht reagiert. Dazu gab es immer wieder unterschiedliche Auskünfte. Eine Hand wusste nicht, was die andere macht“, ärgert sich David Heitmann noch immer. Letztendlich wurde die SG von Heinrich Piep, Präsident des Kreisfachverbandes (KFV) Altmark West, drei Tage vor dem offiziellen Ligastart Anfang August über den Sachverhalt aufgeklärt. „Man hat uns nahegelegt, nicht in Niedersachsen zu spielen, ansonsten würde es eine Strafe geben“, so Heitmann. Selbst über ein Zweitspielrecht wäre dies im Endeffekt nicht möglich gewesen.

18 Spieler hätte der Kader der SG Hagen-Mahnburg/Diesdorf/Langenapel umfasst. Fünf niedersächsische Akteure hätten das Aufgebot der Westaltmärker bereichert. Die weiteste Auswärtsstrecke hätte gerade mal 60 Kilometer (Okertal) betragen, alle weiteren Vereine liegen in Niedersachsen recht dicht beisammen. Zum Vergleich: In der Landesliga Sachsen-Anhalt hätte die Spielgemeinschaft allein nach Burg gut 130 Kilometer zurücklegen müssen. Mittlerweile hat sich die SG – noch bevor es überhaupt richtig losging – wieder aufgelöst.

„Für mich ist eine kleine Welt zusammengebrochen. Ich habe die Truppe ab der D-Jugend übernommen und mittlerweile sechs Jahre trainiert. Die Jungs waren immer mit Lust und Laune dabei“, beschreibt David Heitmann seine eingeschworene Einheit. „Titel waren mir nicht so wichtig, sondern dass die Jungs Spaß haben und immer zur Stange halten“, fügt er an. Neben mehreren Hallenturniersiegen freute sich Heitmann über den dritten Platz in der letztjährigen B-Jugend-Kreisliga, aber auch über mehrere Qualifikationen für Hallenkreismeisterschafts-Endrunden.

Immerhin bieten David Heitmann, dessen Bruder Michael als Betreuer und Eduard de Beurs wöchentlich noch immer zwei Trainingseinheiten für die A-Jugendspieler in Diesdorf an. Diese sind auch stets ordentlich besucht, kaum eine Einheit fällt aus. Heitmann hofft, dass die Talente nun dennoch ihren Weg machen und bei den Herrenteams des Diesdorfer SV sowie des SV Langenapel erfolgreich Fuß fassen. „Ich werde ihnen dort in Zukunft auch regelmäßig zuschauen“, verspricht der Übungsleiter. Dennoch hätte er natürlich weiterhin gern die Geschicke bei der A-Jugend geleitet: „Die Enttäuschung ist natürlich groß. Es ist doch eigentlich nicht wichtig, wo die Jungs spielen, sondern dass sie überhaupt spielen. Vermutlich wollte der FSA aber nicht, dass wir ihm als Mannschaft verloren gehen. Hätte es hier eine Kreisliga gegeben, wären wir auch dabei gewesen.“ David Heitmann würde sich daher ein Umdenken beim Fußballverband Sachsen-Anhalt wünschen, auch wenn das Kind in Bezug auf die SG Hagen-Mahnburg/Diesdorf/Langenapel längst in den Brunnen gefallen ist.