Liesten l An den Namen Marcin Galkowski werden sich die Anhänger des SV Liesten 22, aber sicherlich auch alle anderen Zuschauer in der Fußball-Landesklasse, Staffel I, sicherlich noch gewöhnen müssen. Der polnische Linksfuß ist nämlich erst seit gut einem Monat beim SV Liesten und erst seit gut zwei Wochen spielberechtigt.

Doch wer ist dieser Galkowski überhaupt? Der Pole ist 20 Jahre alt und hat zuvor bei Hutnik Stettin in der vierten Liga gespielt. Im Nachwuchs war „Macho“, wie er in Liesten liebevoll genannt wird, für Pogon Stettin aktiv und spielte von der U15 bis U17 sogar in Polens Jugendnationalmannschaften. Insgesamt war Marcin Galkowski elfmal für sein Heimatland aktiv, bestritt sein erstes Länderspiel sogar gegen Deutschland (5:3-Sieg).

Auf der linken Seite überall einsetzbar

Der Übergang in den Herrenbereich gestaltete sich für Galkowski allerdings schwierig. „Er wollte sich vor allem auf seinen beruflichen Werdegang konzentrieren, damit war die Profikarriere dahin“, verrät Liestens Sektionsleiter Mario Schulz. „Macho“ kann auf der linken Seite überall – egal ob im Angriff, Mittelfeld oder auch in der Abwehr – eingesetzt werden. „Er ist schnell und zweikampfstark“, nennt Schulz zwei wichtige Eigenschaften des 20-Jährigen, der aber anscheinend auch einen besonderen Torriecher hat.

Bei Hutnik Stettin spielte Marcin Galkowski einst gemeinsam mit Dawid Szczerbik, Pawel Kijewski und Sebastian Kordus. Sie alle wechselten bereits vor einem Jahr durch den damaligen Trainer Bodo Mönke nach Liesten und überzeugten auch "Macho" vom SVL. „Er wollte einfach mal sehen, wie es hier läuft. Das alles war sicherlich eher zufällig und kurzfristig, doch mit der Spielgenehmigung ging alles ziemlich schnell“, berichtet Mario Schulz.

Galkowski trainiert bereits seit Mitte August mit dem Team und spielte beim 4:1 gegen Grieben erstmalig für die Elf von Trainer Michael Piotrowski. Für eine gute Leistung belohnte sich der Pole nach seiner Einwechslung direkt mit einem Treffer. „Macho ist speziell von der Kameradschaft im Team begeistert. Er wurde gut aufgenommen und alle haben ihm nach seinem Tor auch gratuliert“, verrät Liestens Spartenchef.

Kijewski der Übersetzer

Zwar versteht "Macho" die deutsche Sprache bereits gut, doch zur Not steht Pawel Kijewski als Übersetzer parat. Mit Kijewski und Sebastian Kordus reist Marcin Galkowski Woche für Woche aus Polen zu den Partien des Landesklasse-Vertreters. Torhüter Dawid Szczerbik wohnt mittlerweile in Liesten. „Die Mechanismen im Team funktionieren immer besser. Macho muss sich nun erst einmal richtig eingewöhnen, sicherlich auch noch ein wenig an seiner Fitness arbeiten. Ich denke, dass er sich auf Dauer durchsetzen und den Konkurrenzkampf noch einmal beleben wird“, so Mario Schulz.

Womöglich wird Marcin Galkowski auch in den nächsten Spielen – darunter auch das Landespokalduell gegen den Drittligisten 1. FC Magdeburg am 7. Oktober – erst einmal von der Bank kommen, doch auf Dauer für den SV Liesten 22 sicherlich ein Schlüsselspieler sein.