Salzwedel l Ein letztes Mal vor dem Jahreswechsel müssen die Aktiven der Fußball-Landesklasse, Staffel I, noch einmal ran. Direkt nach dem 13. Spieltag geht es in die von vielen Teams förmlich herbeigesehnte Winterpause.

Die letzte Spielrunde der Hinserie beinhaltet auch noch einmal zwei Westaltmarkderbys. Zum einen gastiert Spitzenreiter und Herbstmeister FSV Heide Letzlingen am morgigen Sonnabend ab 13 Uhr beim MTV Beetzendorf, zum anderen gibt der SV Liesten 22 seine Visitenkarte beim momentan personell arg gebeutelten Kellerkind SV Grün-Weiß Potzehne ab. Im Verfolgerduell gegen den FSV Saxonia Tangermünde möchte der SV Eintracht Salzwedel hingegen möglichst seinen zweiten Tabellenplatz über den Winter hinweg verteidigen.

MTV 1880 Beetzendorf - FSV Heide Letzlingen (Schiedsrichter: Hannes Westphal). Mit ihren 15 Zählern haben die Beetzendorfer ihr Hinrundenziel bereits erreicht. Somit können sie gegen den Tabellenführer völlig ohne Druck aufspielen. „Wenn wir mit 18 Punkten in die Winterpause gehen könnten, wäre das natürlich super. Doch das wird natürlich schwer. Letzlingen ist gut in Form und steht nicht umsonst da oben“, äußert sich im Vorfeld der Partie MTV-Trainer Michael Banse. Seine Elf erkämpfte sich vor sechs Tagen ein 1:1 in Liesten, brauchte dafür – erst in der vierten Minute der Nachspielzeit glich Daniel Stehr mit seinem Freistoßtor aus – laut Traineraussage aber auch etwas Glück.

Offensivtrio in den Griff bekommen

„Allerdings haben wir bis zur 80. Minute, als wir hinten aufmachen mussten, kaum etwas zugelassen. An diese gute Defensivarbeit wollen wir natürlich anknüpfen“, so Banse. Dabei gilt es, speziell das Letzlinger Offensiv-Trio Christian Wernecke, Christian Palutke und Torsten Kühnast („Sie können den Unterschied ausmachen“) so gut wie möglich in den Griff zu bekommen. Selbst wollen die Beetzendorfer natürlich wieder über Konter den Weg in die Offensive suchen. „Die Letzlinger Abwehr ist sicherlich nicht die schnellste. Mal schauen, ob wir da irgendwelche Lücken finden können“, verrät der MTV-Übungsleiter. Der muss lediglich auf Gordon Bock und womöglich auch auf Tobias Seifert verzichten.

Durch das torlose Remis gegen Salzwedel machten die Letzlinger in der Vorwoche die inoffizielle Herbstmeisterschaft perfekt, wollen sich aber dennoch vor dem Gang in die Winterpause noch einmal von ihrer stärksten Seite präsentieren und aus Beetzendorf mindestens einen Punkt entführen. Heide-Coach Dirksen Höft ist vor der Partie mit Blick auf die Heimstärke des MTV – unter anderem wurden Tangermünde (2:1) und Möringen (2:0) bezwungen – etwas vorsichtig: „Wir sind auf jeden Fall gewarnt. Es wird nicht einfach. Der MTV hat zuletzt eine gute Serie hingelegt, das kommt nicht von ungefähr.“

Tolle Geste vom MTV-Trainer

Doch als Spitzenreiter muss man sich natürlich vor keinem anderen Team der Liga verstecken. „Wichtig ist, dass wir unsere Hausaufgaben machen und von Beginn an dagegenhalten“, erklärt Höft. Dass die Beetzendorfer nicht zum Kreispokalduell in Letzlingen antraten, spielt für ihn keine Rolle mehr: „Dafür, dass viele Leute ausfallen, kann man nichts. Es ist zwar schade, doch Michael Banse hat sich persönlich bei mir entschuldigt, was ich als tolle Geste empfinde.“ Dennoch werden sich die Letzlinger – fraglich sind noch die Einsätze von Stefan Saluck, Fabian Schlamann und Christian Palutke – so gut wie möglich auf den Kontrahenten einstellen und zum Hinrundenabschluss noch einmal alles raushauen.

SV Grün-Weiß Potzehne - SV Liesten 22 (Schiedsrichter: Sebastian Graßhoff). „Wir sind am Tiefpunkt angekommen“, sagt Potzehnes Trainer Erich Krümmling. Aus seinen Worten hört man ein Stück weit Verzweiflung und Ratlosigkeit heraus. Aber diesbezüglich ist auch der starke Mann an der Seitenlinie machtlos. Aufgrund von Verletzungen und beruflichen Verpflichtungen bricht ihm momentan von Woche zu Woche mehr als eine halbe Mannschaft weg. Zuletzt gab es eine 1:7-Packung in Möringen. Besserung ist auch im letzten Hinrundenspiel gegen Liesten nicht in Sicht.

Potzehne will besser gegenhalten

„Es wird ähnlich wie in der vergangenen Woche aussehen. Wir wollen uns trotzdem achtbar aus der Affäre ziehen. Ein Punkt muss eigentlich immer unser Ziel sein, doch in unserer derzeitigen Situation wird dies natürlich sehr schwer“, weiß Krümmling. Beide Teams standen sich bereits vor zwei Wochen an gleicher Stelle im Rahmen des Kreispokal-Viertelfinals gegenüber. Diesmal wollen die Potzehner besser dagegen halten als bei der besagten 1:6-Niederlage gegen den SVL („Der Gegner ist auf allen Positionen gut besetzt“) und das Ergebnis wesentlich freundlicher gestalten.

„Wir müssen vor allem in der Defensive besser arbeiten, um nicht gleich wieder so früh klar hinten zu liegen. Dann ist die Moral natürlich am Boden“, erklärt der erfahrene Übungsleiter der Grün-Weißen, der froh ist, dass danach eine lange Winterpause wartet.

Ähnlich sieht es in Liesten aus, denn auch dort lief es in der Hinrunde, zumindest von den Ergebnissen her, alles andere als nach Wunsch. 15 Zähler sind natürlich nicht das, was sich die Mannen aus dem Waldstadion vorgenommen hatten. Zuletzt kamen sie auch daheim gegen Beetzendorf nicht über ein 1:1 hinaus. Klares Manko war auch in dieser Partie die Chancenverwertung. „Wir hatten viele Möglichkeiten, um zumindest das 2:0 zu machen. Doch uns fehlt momentan einfach das Abschlussglück. Dazu kommt, dass scheinbar viele Schiedsrichter in dieser Saison gegen uns pfeifen. Mal schauen, wie wir aus dieser Situation herauskommen“, fasst SVL-Trainer Michael Piotrowski die vergangenen Wochen zusammen.

Drei Punkte sind wichtig

Den letzten Pflichtspielerfolg feierten die Liestener ausgerechnet im Pokalgeschehen in Potzehne (6:1). Ein ähnliches Ergebnis würde sich Piotrowski natürlich auch diesmal wünschen, doch wichtig sind zunächst einmal nur die drei Punkte: „Wir werden wieder auf einen tief stehenden Gegner treffen. Von daher werden wir sicherlich wieder viel Ballbesitz verbuchen. Wir wissen damit zwar durchaus etwas anzufangen, müssen aber vorne die Dinger auch reinmachen.“ Dass die Partie im Kreispokal Auswirkungen auf das morgige Ligaspiel hat, kann sich Liestens Coach nicht vorstellen.

„Ich könnte mir denken, dass sich Potzehne taktisch etwas anderes einfallen lässt. Dann kann es auch ein anderes Spiel werden“, erklärt Michael Piotrowski, der auf die allesamt verletzten Lucas Bresch, Steffen Schmidt, Florian Mönke, Timm Müller und Jonathan Gehrke sowie den studienbedingt verhinderten Steffen Mangrapp verzichten muss, aber dennoch mit einem Dreier die mäßige Hinserie abschließen möchte.

SV Eintracht Salzwedel 09 - FSV Saxonia Tangermünde (Schiedsrichter: Christoph Blasig). Um Rang zwei auch in die Winterpause zu verteidigen, dürfen sich die Salzwedeler keine Niederlage erlauben. Der direkte Kontrahent aus Tangermünde liegt als derzeitiger Rangvierter nämlich nur zwei Zähler hinter ihnen und würde im Falle eines Auswärtssieges vorbeiziehen. Das möchten die Eintracht-Männer aber mit allen Mitteln verhindern.

Es zählt nur ein Sieg

„Zumal wir auch noch ein Heimspiel haben, zählt für uns eigentlich nur ein Sieg. Die Jungs sind heiß“, verrät SVE-Trainer Helge Kietzke. Während er mit dem 0:0 zuletzt in Letzlingen nach wie vor leben kann, trauern seine Schützlinge („Sie denken, dass mit etwas mehr Risiko auch ein Sieg drin gewesen wäre“) sogar zwei verlorenen Zählern nach. Doch zumindest der ärgste Verfolger des Spitzenreiters möchten die Hansestädter auch über den Winter hinweg bleiben. „Die Mannschaft und auch der Vorstand hielten es vor der Saison für möglich, so weit oben mitzuspielen. Mich persönlich überrascht es ein wenig, denn ganz so weit vorne hätte ich uns nach dem Umbruch im Sommer noch nicht erwartet“, ist Kietzke mit der Hinrunde sehr zufrieden.

Seine Spieler sind zudem nach wie vor heiß, zahlreich und mit großem Engagement beim Training vertreten. Der Coach ist sogar optimistisch, dass der SVE auch in der Rückserie so weit oben mitmischen kann. „Wenn wir die Konstanz halten, was uns in den letzten Jahren zumeist nicht gelang, können wir das schaffen“, so Helge Kietzke. Der muss zwar morgen auf den studienbedingt verhinderten Jan Plewe sowie die beiden Verletzten Lukas Biermann und Sebastian Heuer verzichten, dennoch ist der Kader breit genug aufgestellt und zudem allgemein sehr gut in Form, was zehn Partien in Folge ohne Niederlage zweifelsohne belegen.