Salzwedel l Am Wochenende kommt bereits der zehnte Spieltag zur Austragung und hält diesmal mehrere „David-gegen-Goliath-Partien“ bereit. Während Tabellenführer FSV Heide Letzlingen am Sonnabend ab 14 Uhr beim Rangletzten SV Grieben gastiert, empfängt der Rangzweite SV Eintracht Salzwedel mit dem SV Germania Tangerhütte ebenfalls ein Kellerkind. Dagegen gilt der SV Grün-Weiß Potzehne beim SV Medizin Uchtspringe eher als Underdog. Nicht nur auf dem Papier versprechen indes die Partien zwischen dem Möringer SV und dem SV Liesten 22 sowie dem Osterburger FC und dem MTV Beetzendorf besonders spannend zu werden.

Eintracht Salzwedel - G. Tangerhütte

Nach fünf Erfolgen in Serie muss man sich in Salzwedel wohl über die ersten vier Spiele ärgern, von denen drei verloren wurden. „Besonders ärgerlich war für mich nur die Niederlage gegen Uchtspringe, da wir dieses Spiel eigentlich klar im Griff hatten“, verrät Eintracht-Trainer Helge Kietzke und fügt an: „Wir hatten im Vorfeld gesagt, dass wir ins obere Tabellendrittel wollen. Genau daran werden wir auch festhalten. Dass es bisher so gut gelaufen ist und wir nun sogar Zweiter sind, ist eine schöne Momentaufnahme – mehr aber auch nicht.“ Kietzke denkt nur ungern an den 15. August 2015 zurück. Am besagten Tag unterlagen die Hansestädter zum Saisonauftakt den Tangerhütter Germanen auf eigenem Platz mit 1:3. „Damals haben die Jungs diese Partie zu locker genommen, das darf diesmal nicht passieren“, weiß der Salzwedeler Coach, der verrät: „Wir tun uns schon seit Jahren mit Teams aus der unteren Tabellenhälfte schwer.“

Helge Kietzke wird vor der Partie mit Sicherheit genügend warnende Worte an seine Schützlinge richten. In der Vorwoche war er mit seiner sonst soliden Abwehr („Wir hatten zu viele Konzentrationsfehler dabei“) nicht besonders zufrieden. Dafür funktionierte beim 4:1 in Krevese die Offensive umso besser. Mit einem ähnlichen Ergebnis könnte Kietzke, der wohl nur auf den beruflich verhinderten Hannes Buchmeyer verzichten muss, sicherlich auch  gegen den Rangelften und Aufsteiger aus Tangerhütte („Der Gegner wird sicherlich hochmotiviert sein“) sehr gut leben. Schiedsrichter: Jan Reinecke

SV Grieben - Heide Letzlingen

Es ist das Duell der krassen Gegensätze. Der immer noch souveräne Spitzenreiter aus Letzlingen gastiert beim punktlosen Schlusslicht aus Grieben. Doch von der Tabelle lässt sich Heide-Coach Dirksen Höft nicht blenden. „Das sind doch diese besonders schwierigen Spiele. Die Teams von unten haben gegen uns nichts zu verlieren und laufen dementsprechend doppelt und dreifach“, weiß Höft. Daher erwartet der Übungsleiter natürlich zum einen, dass seine Schützlinge den Kontrahenten nicht unterschätzen und zum anderen, dass sie von Beginn an mit der nötigen Konzentration ihr eigenes Spiel aufziehen.

 „Es ist wichtig, engagiert zu Werke zu gehen. Wir sind nun mal die Gejagten, dementsprechend müssen wir auch einfach mehr tun. Aber ich bin mir sicher, dass die Mannschaft die Vorgaben auch umsetzen wird“, klingt Dirksen Höft recht optimistisch, auch wenn sein Team in der Vorwoche beim 3:3 gegen Möringen erneut eine Aufholjagd starten musste. Er weiß: „In Grieben können wir uns nur selbst gefährden, indem wir diese Partie zu leicht nehmen. Die Jungs wollen auf Platz eins bleiben und müssen dementsprechend hart arbeiten.“ Neben Torhüter Thomas Lübke kehren auch die frischgebackenen Väter Marcel Grabau und Andreas Schnecke in den Kader zurück, die natürlich dementsprechend besonders motiviert sein werden. Schiedsrichter: Marco Krankemann

Möringer SV - SV Liesten

Die Liestener befinden sich nach zuletzt sieben Punkten aus den vergangenen drei Begegnungen auf dem Vormarsch. Mit 14 Zählern sind sie mittlerweile auf Rang sieben angekommen und liegen nur noch drei Punkte hinter dem morgigen Kontrahenten aus Möringen. Schon ein Erfolg mit zwei Treffern Unterschied würde der Elf von Trainer Michael Piotrowski reichen, um den MSV im Tableau zu überholen. Doch das wird schwer genug. „Natürlich wollen wir dieses Spiel gewinnen, doch wir treffen eben auch auf einen erfahrenen Gegner, der aus einer sicheren Abwehr heraus schnell nach vorne spielt“, ist SVL-Sektionsleiter Mario Schulz bestens über den Rangvierten informiert.

Hoffnung macht den Liestenern das 4:2 in der Vorwoche gegen Osterburg, als endlich der Knoten in der Offensive platzte. „Die Jungs haben gesehen, was möglich ist, wenn man das umsetzt, was im Training geübt wird. Dennoch war die Chancenauswertung noch immer ausbaufähig“, erklärt Schulz. Dennoch ist im Waldstadion wieder etwas mehr Zuversicht eingekehrt, wie auch Coach Piotrowski verrät: „Wir wollen unseren leichten Aufschwung fortsetzen und die verbleibenden Spiele bis zur Winterpause allesamt gewinnen. Schließlich haben wir noch ein bisschen was gutzumachen. Doch die Jungs sind momentan gut drauf und lösen es nun spielerisch auch recht gut.“

Da neben den langzeitverletzten Lucas Bresch, Steffen Schmidt und Florian Mönke nur der studienbedingt verhinderte Steffen Mangrapp fehlt, ist der SVL personell gut aufgestellt und möchte morgen möglichst mit drei Zählern im Gepäck die Heimreise antreten. Schiedsrichter: Julien-René Franke

Osterburger FC - MTV Beetzendorf

Dass der MTV mit vier Punkten Vorsprung auf den OFC auf dem Papier sogar der leichte Favorit ist, damit hätten vor der Saison wohl nur die wenigsten Experten gerechnet. „Die Osterburger haben mehr Druck als wir“, verrät Beetzendorfs Trainer Michael Banse mit einem Blick auf das Klassement. Banse schätzt die Mannen von der Biese zwar als „junge und spielstarke“ Mannschaft ein, fügt aber auch an: „Vielleicht sind sie in dieser Saison einfach noch etwas zu unerfahren für die Landesklasse.“ Anders kann sich der MTV-Coach den momentanen zwölften Tabellenplatz der Ostaltmärker auch nicht erklären.

„Wir versuchen wieder, defensiv sicher zu stehen und schnelle Konter zu fahren“, gibt Michael Banse kleinere Einblicke in sein taktisches Konzept. Er will die OFC-Defensive („Ich denke, hinten haben sie ihre Schwächen“) so stark wie möglich unter Druck setzen. Bis zur Winterpause – nach Osterburg müssen sie noch gegen Möringen, Liesten und Letzlingen ran – möchten die Beetzendorfer zumindest 15 Punkte auf dem Konto haben. Auch wenn – die Langzeitverletzten fehlen weiterhin – die Einsätze von Bennet Sobolowski, Gordon Bock und Tobias Seifert noch fraglich sind, soll in Osterburg mindestens ein Zähler herausspringen. Mut sollte den Westaltmärkern auch speziell die erste Halbzeit aus der Vorwochenpartie gegen Uchtspringe (2:2) geben. An diese Vorstellung wollen sie auch an der Biese anknüpfen. Schiedsrichter: Mario Lach

Medizin Uchtspringe - GW Potzehne

Die gute Nachricht: Die Grün-Weißen konnten in der Vorwoche durch ein 0:0 gegen Wahrburg einen ganz wichtigen und nicht unbedingt eingeplanten Punkt erkämpfen. Die schlechte Nachricht: Trotz dieses achtbaren Remis rutschten die Potzehner auf einen Abstiegsrang ab. Allerdings sind sie momentan nur durch das vergleichsweise schlechtere Torverhältnis vom rettenden Ufer getrennt. Genau dieses sagt eine Menge über die bisherige Saison der Westaltmärker aus. 21 Gegentore sind keine besonders schlechte Quote, mehr Sorgen bereiten Wiegmann & Co. die „nur“ elf erzielten Treffer.

„Wir entwickeln vorne zu wenig Torgefahr. Wir schaffen es einfach nicht, den Gegner richtig unter Druck zu setzen. Dazu nutzen wir unsere Kontermöglichkeiten, von denen wir ja nicht allzu viele bekommen, einfach nicht“, erklärt Trainer Erich Krümmling. Genau das muss eben aber mal passieren, damit ein Dreier herausspringt. „Wir stehen nun natürlich ziemlich weit unten drin, hätten uns schon ein paar Punkte mehr ausgerechnet. Doch in unserer Situation muss man sicherlich auch mal mit kleinen Schritten zufrieden sein“, so Krümmling. Ohne die allesamt verletzten Matthias Wagner, Patrick Schmidt, Lars Hering und Torsten Seeger sowie den gesperrten Michael Lippert könnten sich die Potzehner beim Rangfünften in Uchtspringe („Wir sind der krasse Außenseiter, aber Überraschungen gibt es ja immer mal“) sicherlich mit einem weiteren Remis zufrieden geben. Schiedsrichter: Thomas Wissel