Stendal l  Im Altmarkderby feierte der Aufsteiger beim 1. FC Lok Stendal einen 3:1 (2:0)-Auswärtserfolg.

Während die Jeetzestädter durch diesen Dreier im Abstiegskampf die Hoffnung am Leben halten, aber weiter fünf Zähler Rückstand zum rettenden Ufer haben, verpassten es die Lok-Kicker mit TuS Magdeburg-Neustadt gleichzuziehen und belegen weiterhin den ersten Abstiegsplatz.

Fairness im Altmark-Derby

Trotz der angespannten tabellarischen Situation beider Mannschaften, blieb es - so viel kann man vorwegnehmen - ein faires Derby. Der Unparteiische Matthias Henke kam mit einer einzigen Verwarnung gegen einen Salzwedeler aus.

Elfmeter bringt die Gäste-Führung

Nach fünf minütiger Abtastphase wurde direkt der erste Salzwedeler Angriff gefährlich. Im eigenen Strafraum bekam der Stendaler Marvin Berg den Ball an die Hand, weshalb es zurecht Strafstoß gab. Zum folgenden Elfmeter trat Salzwedels Außenverteidiger Marius Wagner an und verwandelte sicher flach in die Ecke zur 1:0-Gästeführung. Trotz der frühen Salzwedeler Führung war es insgesamt ein ausgeglichenes Spiel mit einem recht hohen Tempo.

Allerdings offenbarten beide Mannschaften auch viele Ungenauigkeiten, weshalb Torraumszenen nur selten zu bestaunen waren. Während Lucien Prietzel durchaus den Ausgleich auf dem Fuß hatte (9./gehalten), blieb auf der anderen Seite auch Wagner mit seinem Distanzschuss (19./stark gehalten, Latte) glücklos. In der 23. Spielminute gab es dann Elfmeter für die Platzherren. Nach einem Foul von Tristan Wiese an Francis Sambou, zeigte der Schiedsrichter ebenfalls zurecht auf den Punkt. Silas Lehmann übernahm als Kapitän die Verantwortung, scheiterte aber am aufmerksamen SG-Keeper Tung Le Minh. Den Nachschuss konnte Wagner in höchster Not vor Lehmann klären. Nach dieser Großchance waren wieder die Gäste dran. Nachdem Carlo Gose (23./starke Fußabwehr) noch das 2:0 verpasste, machte es Toni Tarras in der 30. Minute besser und erhöhte nach starker Vorarbeit von Lucas Müller. Mit diesem Ergebnis ging es dann auch in die Halbzeitpause.

Nach dem Seitenwechsel wurden die Stendaler etwas druckvoller und verbuchten durch Elhadj Kamara (49./geblockt) und Silvio Trisek (50./gehalten) zwei gute Möglichkeiten. Doch auch die Salzwedeler blieben auf dem kleinen Platz weiter gefährlich. In der 53. Minute hatte plötzlich der eingewechselte Nick Luckmann per Kopf die Großchance zum 3:0, vergab allerdings (drüber). Insgesamt nahm das Niveau in den zweiten 40 Minuten aber ab. Beide Teams wirkten zu überhastet und zu ungenau in ihren Aktionen. Stendal machte zwar bis zum 16er der Salzwedeler viel richtig, doch dann fehlte einfach die Durchschlagskraft. Auf der anderen Seite schenkten die Westaltmärker das Leder nach Ballgewinn viel zu leicht her, weshalb so manche gute Kontergelegenheit verpuffte.

Spannung bis zum Spielende

Als sich in der Schlussphase des Spiels schon alle auf einen Salzwedeler 2:0-Erfolg eingestellt hatten, gelang Stendals Justin Philipp kurz vor Ultimo doch noch der 1:2-Anschlusstreffer. Die Lok-Kicker drückten nun nochmal, wurden aber nicht belohnt. Stattdessen jagte Le Minh in der Nachspielzeit einen Abschlag weit nach vorne. Dort waren sich der bis dahin überragende Lok-Schlussmann Cedric Schmidt und sein Innenverteidiger uneinig. So nutzte Lukas Paul seine Chance und nickte per Kopf ins leere Tor zum 3:1-Endstand ein. Am Ende sicher kein unverdienter Sieg, weil die Gäste aus Salzwedel viel mehr Druck vor dem gegnerischen Tor erzeugen konnten. Spielerisch wäre ein Remis wohl das gerechtere Ergebnis gewesen.

Statistik

1. FC Lok Stendal: Schmidt - Elsner, Trisek, Mukbel (53./Philipp), Berg, Lehmann, Kamara, Lo. Prietzel (73./Ritzmann), Sambou (37./Becker), Lu. Prietzel (73./Schulz), Devyatov.

SG Salzwedel: Le Minh - Picht, Wiese (60./Reichelt), Wagner, Müller, Meineke (69./Kagels), Gose (57./Paul), Homeyer (50./Luckmann), Tarras, Holtermann, Licht.

Torfolge: 0:1 Marius Marcel Wagner (6./Handelfmeter), 0:2 Toni Tarras (35.), 1:2 Justin Philipp (79.), 1:3 Lukas Paul (80.+1).

Schiedsrichter: Matthias Henke.

Besondere Vorkommnisse: Stendals Silas Lehmann verschießt einen Foulelfmeter (23./gehalten).

Zuschauer: 37.