Brunau l Nach der Corona-Pause hat die Mannschaft von Trainer Sven Potas das erste Testspiel in der Vorbereitung auf die Saison 2020/2021 gegen den SV Preußen Dobberkau auf eigenem Rasen gewonnen.

Nach zuletzt drei Testspielen ohne Sieg (darunter ein Spielabbruch gegen den SV Heide Klein Schwechten), zeigte der SVB vor heimischer Kulisse unter schwierigen klimatischen Bedingungen, echte Siegermentalität. Trotz Rückstand meldete sich der Kreisoberliga-Aufsteiger von 2019 eindrucksvoll zurück und ließ sich nicht beirren.

Die Begegnung begann mit aggressivem Fore-Checking der Gastgeber, die sich sichtlich viel vorgenommen hatten. Angreifer Falko Cyris bekam die erste Gelegenheit zur Torannäherung in Minute sieben. Sein Drehschuss stellte noch keine Gefahr für Gäste-Schlussmann Hendrik Kannenberg dar.

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Preußen sucht noch den Rhythmus

Den Dobberkauern merkte man die fehlende Spielpraxis an. Die Ostaltmärker bestritten ihr erstes Testspiel der Vorbereitung gegen die Potas-Schützlinge. Während bei den Brunauern durch gute Ballzirkulation das Bällchen lief, mühten sich die Gäste darum, das eigene Spiel zu kreieren.

Ausgelöst durch das starke Anlaufverhalten und die Lufthoheit der Grünen bei Standardsituationen, erarbeitete sich der Gastgeber eine Fülle an Chancen. So küsste der Ball nach tollem Schlenzer von Fabian Preuhs den Pfosten (10.).

Gäste in der Defensive gefordert

Die Gäste aus Dobberkau wurden in den ersten 20 Minuten tief in die eigene Hälfte gedrückt, konnten danach die Räume jedoch sukzessive schließen. Brunaus Mittelfeldspieler kippten gegen einen tief stehenden Gegner gut ab, um das Aufbauspiel voran zu treiben. Nach 22 Minuten pfiff Schiedsrichter Marcel Leppin, der eine souveräne Spielleitung an den Tag legte und kühlen Kopf bei seinen Entscheidungen bewies, zur verdienten ersten Trinkpause.

Die Wasserpause tat den Gästen aus Dobberkau gut. In den Umschaltaktionen zeigten sich die Schwarz-Gelben fortan gefährlich. Vor allem Paul Morgenroth marschierte fleißig über die Außenbahn. Doch Chancen blieben Mangelware bei den Preußen.

Auf der Gegenseite hingegen musste Cyris das Tor zur Brunauer-Führung zwingend erzielen. Aus fünf Metern zeigte sich der Stürmer, der weite Wege ging, überrascht. Nachdem die Verteidiger allesamt unter dem Ball durchtauchten, stand Cyris völlig blank (24.).

Führung kommt unerwartet

Der Gast zeigte höchste Effizienz und erzielte nahezu aus dem Nichts die Führung. Paul Morgenroth spielte Teamkollege Patrick Henning frei, der eiskalt vor Torhüter Maximilian Siede einschob (26.).

Nach einer guten halben Stunde wechselten die Hausherren im Block durch. Der Wechsel brachte den Spielfluss der Grünen aus dem Tritt. Dies ermöglichte Dobberkau erstmals eine kleine Drangperiode aufzubauen. Stephan Jahns zog in Minute 35 aus knapp 20 Metern neben das Tor.

In Minute 42 zog Christopher Schröder per Volleyabnahme nach Flanke von Marcel Milde knapp am Tor vorbei. Die Gastgeber hatten in Person von Kai Cyris die erste Chance des neuen Spielerblocks (45.). Aus 20 Metern fackelte Cyris nicht lange. Ihm sollte Glücksgöttin Fortuna an jenem Nachmittag nicht hold sein.

Mit dem Resultat von 1:0 aus Sicht der Dobberkauer ging es in die Kabinen. Etwas schmeichelhaft, aber aufgrund der Effizienz vor dem Tor und einer Leistungssteigerung der Ostaltmärker nicht unverdient. Brunau brachte sich noch bis zu diesem Zeitpunkt um den Lohn seiner Arbeit.

Dies sollte sich in Hälfte zwei ändern. Der Ertrag steigerte sich in Minute 50. Niclas Gröning gelang der Treffer zum Ausgleich. Technisch hoch anspruchsvoll, nahm Gröning eine Flanke von rechts über Fabian Preuhs direkt ab. Das lange Eck anvisierend, deutete Gröning an, welch technisches Potenzial im Kader Brunaus steckt.

Elfmeter entscheidet die Partie endgültig

Dobberkau wehrte sich nach Kräften und zeigte Präsenz in den Zweikämpfen. Kampfschwein Paul Morgenroth und Kapitän Christian Burmeister versuchten, die Mannschaft mitzureißen. Gegen spielfreudige Brunauer fiel es allerdings schwer, das Pensum in der Offensive dauerhaft aufrecht zu erhalten. Der eingewechselte Thomas Rogge bot sich immer wieder zum Doppelpass an und agierte als Wandspieler mehr als nützlich.

Hauchzart verpasste Daniel Timmer nach einem kurzen Leerlauf an Chancen, knapp das 2:1. Sein Dropkick strich am Winkel vorbei (65). In Minute 68 sollte Timmer erneut die Möglichkeit zur Führung erhalten und kam dieser im zweiten Versuch näher. Das Aluminium stand ihm bei seinem Pfostenschuss im Weg.

So blieb Dobberkau weiterhin im Spiel. Tapfer kämpfende Gäste sollten nur noch wenig Entlastungsangriffe fahren. In Minute 69 pfiff Schiedsrichter Leppin Elfmeter. Nach Foulspiel an Gröning, gelang Falko Cyris die hochverdiente Führung für die Gastgeber (70.).

Bis zum Schlusspfiff sollte Dobberkau noch die Gelegenheit zum Ausgleich bekommen. Doch Toni Schröder verpasste aus zehn Metern den Ausgleich (90.). Nach vielen vergebenen Chancen, reichte es für die Hausherren am Ende dennoch für den Sieg. Nach starker Moral, bezwang Brunau damit erstmals einen Gegner nach der Corona-Pause, wenn auch „nur“ im Testspiel.

Brunau-Trainer zufrieden

Coach Potas nach Spielschluss: „Nach Pretzier und dem Spielabbruch in Klein Schwechten haben wir es sehr ordentlich gemacht.“

Dobberkau-Coach Marco Schönhoff zeigte sich nach Schlusspfiff trotz er Niederlage dennoch zufrieden: „Das war unser erstes Spiel nach der Pause. Dafür war es ganz gut. Natürlich fehlt uns noch etwas im Spiel nach vorne, aber insgesamt haben wir mit dem Spiel eine schöne Trainingseinheit absolviert. Mit dem Ergebnis kann ich leben.“

Coach Potas auf der Siegerseite, zeigte sich über den Sieg seiner Truppe erleichtert: „Beim letzten Spiel in Pretzier hatte es in der Defensive nicht wirklich gut funktioniert. Davor hatten wir den Spielabbruch gegen Klein Schwechten. Wir haben uns heute Ziele gesetzt, die unter den klimatischen Bedingungen nicht einfach umsetzbar waren. Dennoch haben wir es recht ordentlich gemacht. Gerade in der zweiten Halbzeit waren wir flexibel und schnell. Mit der Leistung bin ich zufrieden.“

Mit der Einstellung der Brunauer, dürfte Coach Sven Potas vor dem Saisonstart nicht Angst und Bange werden. Dobberkau hingegen wird am eigenen Spiel noch feilen müssen, zeigte aber ebenfalls eine gute Mentalität.

Statistik

SV Brunau: Siede – Becher (27. Kulessa), Schackert (27. Tiedemann), Preuhs (27. Subke), Schulz, T. Beindorf, F. Beindorf, Wilk, Timmer (27. K. Cyris), F. Cyris, Gröning

Preußen Dobberkau: Kannenberg (46. Falk) – Welk, Dräger, Giesecke (30. Milde), Burmeister, Kohlmann (30. C. Schröder), Jahns, Linke, Morgenroth, Henning, Kurth (30. T. Schröder)

Torfolge: 0:1 Henning (26.), 1:1 Gröning (50.), 2:1 F. Cyris (70. / FE).

Schiedsrichter: Marcel Leppin.