Gardelegen l „Diese Liga ist einfach der Wahnsinn und macht mir unheimlich Spaß“. Als SSV-Coach Norbert Scheinert diese Worte über die Lippen brachte, rang er nach Spielende auf der Rieselwiese aufgrund der großen Aufregung und Freude immer noch nach Luft. Seine Mannschaft hatte gerade 2:1 (1:0) gegen die Barleber gewonnen.

Potyka der Denker und Lenker im Mittelfeld

Doch nur mit Spaß hat das sicher nichts zu tun, denn anstatt voller Freude in einem Jubelmeer zu versinken, waren die Gardelegener nach dem Abpfiff zwar unendlich froh über den zweiten Saisonsieg, aber auch vollkommen platt und erschöpft. Sie hatten wieder mal alles gegeben - mehr ging nicht.

In den 95 Minuten zuvor begeisterten die Platzherren ihr Publikum erneut mit viel Lauffreude, tollem Umschaltspiel und eben zwei Treffern, die zum Sieg reichen sollten. Auf der anderen Seite schlugen die Barleber sicher spieltechnisch die feinere Klinge. Vor allem Marwin Potyka im Mittelfeld war kaum zu stellen und lenkte das Barleber Spiel hervorragend.

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Doch in der Offensive blieben die Gäste aus der Börde eher blass. Christopher Kalkutschke war kaum zu sehen und somit auch kein Faktor, und Danny Piele mühte sich zwar redlich, kam aber im Endeffekt nicht einmal zum Torabschluss. So war es auch nicht verwunderlich, dass für die Schindler-Elf in der ersten Halbzeit nicht einie einzige echte Torchance notiert werden konnte. Nur zweimal durfte Kalkutschke zumindest abschließen, aber das auch nur nach Fehlern der SSV-Hintermannschaft.

Anders die Gastgeber, die - wie eigentlich immer - sehr kompakt standen und auf Umschaltmomente lauerten. Die bekamen sie auch. Dennoch sündigten zunächst Gütte, Bache oder auch Stehr vor der Kiste, ehe ein Standard den zählbaren Erfolg bringen sollte.

Erst spielte Berlin eine Ecke kurz auf den heraneilenden Fabian Beck. Der flankte in den 16er und fand mit Maurice Bogdahn, Hannes Schreiber und Xaver-Dan Haak gleich drei Abnehmer in der Mitte. Allerdings soll wohl Haak per Kopf als Letzter an der Kugel gewesen sein - 1:0 (26.).

In der Folge verpassten es die Platzherren, trotz Feldüberlegenheit der Gäste, die Führung auszubauen. So ging es mit der knappen - aber vom Ergebnis her verdienten - Führung für den SSV 80 in die Halbzeitpause.

Gleich zu Beginn der zweiten Hälfte machten die Barleber mächtig Dampf auf. Immer wieder angeführt von Potyka rollte ein Angriff nach dem nächsten auf den SSV-Kasten zu, doch wie schon in Halbzeit eins, blieb die FSV-Offensivabteilung blass und zunächst erfolglos. Erfolglos waren indes aber auch die Gegenstöße des SSV, die es aber in sich hatten. Gut und gerne hätten sich die Barleber dabei auch das zweite Gegentor einfangen können. Doch es kam anders.

SSV-Keeper Falk konnte einen Freistoß nur nach vorn abklatschen lassen. Der SSV bekam das Leder anschließend nicht aus der Gefahrenzone. Der eingewechselte Ölze schloss ab, und irgendwie bekam Göres auch noch den Fuß an den Ball - 1:1 (77.). Danach gab es minutenlange Diskussionen, denn die Gardelegener monierten auf Abseits. Doch der Treffer zählte.

Die Freude der Gäste darüber währte aber nicht lange, denn nur vier Minuten später setzten Berlin und Gütte zur Entscheidung an. Nach Doppelpasse schoss Gütte zum 2:1 für den SSV ein. Der Rest an diesem Abend war zunächst SSV-Kampf und dann SSV-Jubel und Erschöpfung pur.