Salzwedel l Das ergaben interne Beratungen kurz vor Ostern (Volksstimme berichtete). Davon betroffen sind natürlich auch einige Mannschaften unserer Spielregion.

Im Prinzip konnte es keine andere Lösung mehr geben. Der Spielbetrieb war bereits seit dem 13. März ausgesetzt. Mittlerweile ist ein ganzer Monat vergangen und viele Sporthalle sind noch weiterhin mindestens bis zum 30. April geschlossen.

Wir sind mittlerweile alle Familienväter

Auch der Trainingsbetrieb ruht. Damit würden manche Teams bereits auch sechs ausgefallene Partien kommen, die bis zum regulären Saisonende wohl kaum noch nachzuholen wären. Doch was sagen die Verantwortlichen und Spieler der beteiligten Mannschaften dazu? Die Volksstimnme fragte nach.

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Björn Drangmeister (HF Altmark Wendland):

Vernunftentscheidung. Es ist in der heutigen Situation richtig, da einen Schlussstrich unter die Saison zu ziehen. Gerade im Amateursport, wo es eher nicht um Geldeinnahmen geht, braucht man nicht auf Teufel komm raus die Gesundheit der Spieler zu riskieren. Man kann nie ausschließen, dass alle gesund sind, die da auf der Platte stehen. Handball ist nunmal auch eine Kontaktsportart. Da kann man keinen wirklich schützen, zumal man für Spiele auch nicht in der kleinen lokalen Welt unterwegs ist, in der man die Fallzahlen kennt und überschauen kann, sondern teilweise bis zu 150 Kilometer entfernt sich eine Infektion abholen kann.

Wir haben auch alle Familien, die wir schützen müssen. Für uns als Mannschaft ist es sicherlich auch ein Klassenerhalt am grünen Tisch. Auch wenn vor der Unterbrechung aufsteigende Leistungen zu beobachten waren, so waren wir noch lange nicht von der Abstiegsgefahr befreit. Und man weiß auch nicht, wie wir oder die Konkurrenz nochmal aus den Startlöchern gekommen wären. Schade ist, dass wir, die sich bewusst für eine Mannschaftssportart entschieden haben, momentan nicht im Kreise des Vereins trainieren und spielen können. Es bleibt nur das individuelle Fithalten. Spielerisch kann man so leider auch nichts weiterentwickeln. Wir hoffen natürlich dass die kommende Saison wie geplant starten kann und nach dem Sommer auch wieder die Nutzung der Sportstätten zur Vorbereitung möglich ist. Wenn es allerdings aufgrund anhaltender Infektionen weiter aufgeschoben wird, ist das nachvollziehbar und zu respektieren. Wir sind mittlerweile fast alle Familienväter, da weiß man schon, was wichtiger ist.

Mathias Delius (HF Altmark Wendland):

Als ehrliche Meinung finde ich es gut. Nach der langen Trainings- und Spielpause sind die Verletzungsrisiken zu hoch und das eine Spiel hätte jetzt auch nichts mehr gebracht. Der Saisonabbruch ist vernünftig.

Gordon Sobolowski (HF Altmark Wendland):

Die Sache ist noch lange nicht ausgestanden, ich finde es vernünftig. Wer möchte dafür verantwortlich sein, andere Leute anzustecken? Wir haben alle Familie, und wenn man in andere Länder schaut, dann ist das die logische Konsequenz. Der Sport wird nicht aussterben, aber erstmal sind andere Sachen wichtiger. Mein Beileid an alle, die Verluste zubeklagen haben.

Jeffrey Reichardt (HF Altmark Wendland):

DHB und EHF haben es vorgemacht. Es war also nur eine Frage der Zeit, bis die Landesverbände nachziehen müssen. Regulär hätten wir noch ein oder zwei Spiele nach der Kontaktsperre gehabt. Die anderen Spiele dazwischen hätte man vermutlich zeitlich eh nicht nachholen können. Jeder von uns hat wohl seinen Mai und Juni anders verplant.

Michael Schulze (HF Altmark Wendland):

Die Entscheidung des Präsidiums des HVN ist, denke ich, richtig. Alles andere macht kein Sinn. Die Quotientenregelung ist auch meiner Ansicht nach fair.

Hendrik Eichblatt (HF Altmark Wendland): Ich finde es richtig. Zur Zeit gibt es wichtigeres zu stemmen, als Handball zu spielen. Gerade die, die härter, schwerer betroffen sind, benötigen jetzt jede solidarische Hilfe die es gibt. Es ist schön zu sehen, dass es alle erkannt haben und gemeinsam an Lösungen arbeiten zur Sicherung des Handballs alles tun.

Daniel Kolley (HF Altmark Wendland):

Schade ist, dass der mannschaftliche Zusammenhalt dadurch weiterhin zu kurz kommt. Wir hatten die Saison ja unter der Prämisse begonnen, junge Spieler einzubauen. Dies hat ja bisher auch ganz gut geklappt. Die offenen Spiele hätte man noch gut zum Einspielen auch für die neue Saison nutzen können. Aber Gesundheit geht vor Allem. Man kann nur hoffen, und das ist auf alle bezogen, Senioren wie Nachwuchs. Handball und auch andere Sportarten wie Fußball, dass die Spieler nicht weglaufen, weil sie während der Kontaktsperre gesehen haben, dass es auch ohne die entsprechenden Sportarten und den damit auch verbundenen Pflichten geht.

Tobias Stefani (Trainer SV Oebisfelde II):

Ich denke schon, dass es zumindest eine akzeptable Lösung ist. Die ganze Geschichte so anzugehen wie es der DHB vorgegeben hat, gerade für unseren Hobbybereich, ist das schon eine passable Lösung. Das bekommt man so auch gut verarbeitet. Dass es keine Absteiger geben soll, spielt natürlich auch vielen Vereinen in die Karten. Das wird für die nächste Saison aber umso schwieriger, weil die Staffelstärker ja erweitert werden müssen. Es wird dann so sein, dass in der neuen Saison, sofern sie überhaupt am 1. Oktober begonnen kann, dann eben mehr Mannschaften absteigen müssen. Das ist dann schon interessant. Es wird schwieriger, die Liga dann zu halten. Sollte sich die Corona-Krise aber noch weiter hinziehen, geht es vielleicht auch noch später wieder los. Da ist man ja von den Begleitumständen abhängig.

Torsten Wagner (Trainer HSG Altmark West):

Ich persönlich habe schon in den letzten Tagen damit gerechnet, dass die aktuelle Saison nicht zu Ende gespielt wird. In Hessen und der Damen-Bundesliga wurde der Saisonabbruch ja bereits früher verkündet. Dass die Entscheidung in Sachsen-Anhalt dann nun doch bereits verkündet wurde, war aus den Meldungen der letzten Tage so nicht zu erwarten. Ich denke, dass wir mit der Entwicklung leben können, da die Aufnahme des Spielbetriebs vor Anfang Mai unrealistisch gewesen wäre. Natürlich gibt‘s auch in dieser Situation Gewinner und Verlierer, da die Punkthochrechnung nach dem norwegischen Modell in der einen oder anderen Liga noch zu Verschiebungen führen kann. Ein Ausblick auf die neue Saison ist derzeit schwierig, da Entscheidungen zur Anzahl der Mannschaften und Anzahl der Spiele in der kommenden Saison völlig offen ist. Dazu ist sicherlich bei vielen Vereinen die finanzielle Situation bezüglich Sponsoren unklar.

Dominec Soeder (Trainer HSG Altmark West):

Für uns ist es, wenn man ehrlich nicht, nicht wirklich relevant. Wir wären zwar noch gern am Ende unter die ersten Fünf gekommen, aber wir haben weder was mit dem Aufstieg noch mit dem Abstieg zu tun. Allerdings hätten wir schon gern die beiden Derbys gegen Haldensleben und Oebisfelde II gespielt, das wäre nochmal schön gewesen. Aber schön ist das Ganze natürlich nicht. Wir als Mannschaft hätten gern zu Ende gespielt. Man muss jetzt alles neu planen. Es gibt aber weitaus schlimmere Sachen. Wenn damit aber allen geholfen ist, oder dadurch eben alle gesund bleiben, ist das eine gute Sache. Wir nehmen das so hin wie es ist.