Salzwedel l Trainer Klaus Gobat galt lange als einer der größten Optimisten beim SVT Uelzen/Salzwedel in Bezug auf den Klassenerhalt in der Handball-Landesliga Lüneburg. Doch nach den Ereignissen in der Vorwoche hat nun auch der Rentner aus Uelzen – so hart es auch klingen mag – den ganz großen Glauben an das Wunder verloren.

SG Südkreis Clenze liegt vorn

Nicht nur die eigene 28:39-Niederlage vor sechs Tagen in Dannenberg gibt Gobat Grund zum Pessimismus, sondern auch der 19:18-Heimsieg der SG Luhdorf/Scharmbeck gegen den HV Lüneburg. Mittlerweile müssen die Westaltmärker bei noch vier ausstehenden Partien mindestens fünf Zähler auf die vor ihr liegende SG Südkreis Clenze aufholen. Kein Ding der Unmöglichkeit, allerdings mit Blick auf die bisherige Saison auch nicht sehr wahrscheinlich.

„Ich gehe mittlerweile auch davon aus, dass wir in den sauren Abstiegsapfel beißen müssen. Speziell die Ergebnisse aus den letzten Spielen unserer Mitkonkurrenten lasen sich doch sehr merkwürdig. Ich vermute, dass sich viele Teams freuen, wenn wir weg sind, damit sie nicht mehr so weit fahren müssen“, rechnet Salzwedels Coach damit, dass sich andere Mannschaften der Liga gegenseitig unterstützen.

Kellerduell gegen den HBV Celle

„Dennoch werden wir, solange es rechnerisch noch möglich ist, weiterhin alles probieren“, gibt sich Klaus Gobat vor dem Kellerduell gegen den Rangletzten und bereits abgestiegenen HBV Celle (BBS-Halle, 19.15 Uhr) weiterhin kämpferisch.

„Acht Punkte sind noch zu vergeben. Wenn wir sechs davon holen, könnten wir schon drin bleiben“, rechnet Gobat noch ein wenig. Allerdings hat es das Restprogramm der Hansestädter mit den Heimspielen gegen Celle und Hollenstedt sowie den Auswärtspartien in Luhdorf und Müden durchaus in sich.

Ein wildes und hartes Spiel

„Selbst gegen Celle wird es nicht einfach, denn der Gegner will sich mit Anstand verabschieden. Es könnte daher schon ein wildes und hartes Spiel werden“, so Gobat, der bei der 27:32-Niederlage im Hinspiel aus privaten Gründen fehlte.

„Das Duell gegen Celle müssen wir gewinnen, dann bleibt die Tür für uns einen Spalt offen. Anderenfalls sind wir weg“, weiß der SVT-Trainer um die große Bedeutung des absoluten Kellerduells. Die Leistung aus dem Dannenberg-Spiel macht ihm allerdings wenig Mut. In Abschnitt eins schlugen sich die Westaltmärker zwar noch wacker, doch nach der Pause ließen sie den letzten Willen vermissen und gingen somit noch deutlich baden. „Das darf uns morgen nicht passieren, ansonsten werden wir erneut verlieren“, ist sich Gobat sicher.

Planung für die Regionsoberliga

Der plant dennoch sicherheitshalber bereits für die Regionsoberliga. „Ein Abstieg wäre für uns kein Beinbruch. Allerdings haben wir ja viele ältere Spieler im Kader, die sich eigentlich ein wenig zurückziehen wollten, dann aber trotzdem noch bis zu 200 Kilometer weite Auswärtsfahrten mitmachen müssen“, verrät Klaus Gobat. Zudem ist auch der Verbleib von Youngster Ludwig Gercke, der sich privat und beruflich in Stendal niederlassen wird, ungewiss.

„Wir müssen schauen, wie wir das hinbekommen“, so der Salzwedeler Handballlehrer, der dennoch weiterhin Spaß an seiner Aufgabe an der Jeetze hat und hofft, die jungen Spieler noch weiterentwickeln zu können. Nach dessen Auskunft soll sich die erste Mannschaft des MTV Soltau – zumindest verdichten sich die Gerüchte darüber – freiwillig aus der Verbandsliga zurückziehen. Das würde heißen, dass die zweite Soltauer Vertretung die Landesliga verlassen müsste und es somit drei Absteiger geben würde.

Duo ist wieder dabei

Doch die Salzwedeler sind gut beraten, erst einmal auf sich zu schauen. Aufgrund seiner Leistenprobleme wird Ronny Schlawin in dieser Saison wohl nicht mehr spielen können. Das Training am Dienstag musste er wegen Schmerzen abbrechen. Dagegen werden die angeschlagenen Gordon Sobolowski und Hendrik Eichblatt wohl auflaufen können. Patrick Zunder ist hingegen familiär verhindert und wird beim möglichen Griff des SVT Uelzen/Salzwedel nach dem letzten Strohhalm nicht mithelfen können.